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Polizisten schossen in die Menschenmenge

In Tunesien sind die Proteste Jugendlicher gegen die Regierung erneut eskaliert: Laut Augenzeugenberichten schoss die Polizei im Westen des Landes ziellos in die Menge.

Erstmals mischen sich Polizisten offiziell unter die Demonstranten: Ein Mann zeigt am 22. Januar seinen Polizeiausweis.
Erstmals mischen sich Polizisten offiziell unter die Demonstranten: Ein Mann zeigt am 22. Januar seinen Polizeiausweis.
Keystone
Diese Polizisten kommen aus Aouina nach Tunis. Sie tragen rote Armbinden, um sich als Polizisten zu bekennen.
Diese Polizisten kommen aus Aouina nach Tunis. Sie tragen rote Armbinden, um sich als Polizisten zu bekennen.
Keystone
17. Dezember 2010: Ein arbeitsloser Hochschulabsolvent zündet sich aus Protest gegen das Regime auf dem Marktplatz von Sidi Bouzid an. Die Behörden hatten immer wieder seine Waren konfisziert, weil er keine Lizenz hatte.
17. Dezember 2010: Ein arbeitsloser Hochschulabsolvent zündet sich aus Protest gegen das Regime auf dem Marktplatz von Sidi Bouzid an. Die Behörden hatten immer wieder seine Waren konfisziert, weil er keine Lizenz hatte.
Keystone
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Bei neuen Unruhen in Tunesien sind am Montag mehr als zehn Menschen ums Leben gekommen. Nach Augenzeugenberichten eröffneten Polizisten in der Stadt Kasserine im Westen des Landes das Feuer auf Demonstranten und schossen ziellos in die Menge.

Dabei starben mehr als zehn Menschen und mehr als zehn weitere wurden verletzt, wie die Nachrichtenagentur dpa am Abend unter Berufung auf Rettungskräfte berichtete.

Insgesamt 30 Tote

Ob die Demonstranten zunächst die Polizisten angegriffen hatten, war unklar. Zahlreiche Einwohner der Stadt versammelten sich nach den neuen Ausschreitungen zu Protesten auf den Strassen. «Wenn die Polizei weiter auf Demonstranten schiesst, gibt es eine Katastrophe», sagte eine Rechtsanwältin aus der Stadt am Telefon.

Bereits am Wochenende waren in Kasserine nach Gewerkschaftsangaben fünf Menschen bei Ausschreitungen getötet worden. Die Gesamtzahl der Toten bei den Unruhen in den vergangenen Tagen erhöht sich damit auf über 30.

Als Hintergrund der schlimmsten Aufstände seit Mitte der 80er Jahre gelten die hohe Arbeitslosigkeit und der Frust vieler Tunesier, am Reichtum ihres Landes keinen Anteil zu haben.

SDA/oku

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