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Port Said bebt

Krawalle, Todesurteile und wieder Krawalle. Die Stadt am Suezkanal, der grossen Wasserstrasse zwischen Afrika und Asien, ist für den ägyptischen Präsidenten Mursi zum Kampfgebiet geworden.

Eine der schönsten und stolzesten Städte Ägyptens: Spuren der immer neuen Zusammenstösse in Port Said.
Eine der schönsten und stolzesten Städte Ägyptens: Spuren der immer neuen Zusammenstösse in Port Said.
Keystone

Muso war auf dem Weg nach oben, erst 16, aber was für ein Talent. Ein aufgehender Stern am ägyptischen Fussballhimmel, der Club in Ismailia hatte ihn kaufen wollen. «Er hatte doch alles noch vor sich», sagt sein Bruder Amr.

Amr Said Mubarak sitzt unter einem Baum in einem Café und Muso ein paar Strassen weiter in der Zelle eines Polizeireviers, weil es in Port Said kein Jugendgefängnis gibt. Dort wartet er auf sein Urteil. Muso hatte als Zeuge ausgesagt über die Fussballkrawalle in Port Said vor einem Jahr, die schlimmsten in der ägyptischen Geschichte. Fans vom Club al-Masry aus Port Said waren nach Abpfiff über die Anhänger des Kairoer Vereins al-Ahly hergefallen. Mehr als 70 Menschen starben – wurden erschlagen, erdrückt, von den Tribünen geworfen. Irgendjemand muss dafür bezahlen. Muso, der Zeuge, wurde angeklagt.

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