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Salehs Truppen erschiessen Demonstranten

Gewaltsam versuchten jemenitische Soldaten, einen Protestmarsch durch das Zentrum von Sanaa zu verhindern. Dabei töteten sie mindestens zehn Menschen. Rund hundert Personen sollen zudem verletzt worden sein.

Auch nach dem Rücktritt Salehs gehen die Proteste und die Gewalt weiter: Demonstranten auf einem gepanzerten Fahrzeug übergelaufener Soldaten in Sanaa. (24. November 2011)
Auch nach dem Rücktritt Salehs gehen die Proteste und die Gewalt weiter: Demonstranten auf einem gepanzerten Fahrzeug übergelaufener Soldaten in Sanaa. (24. November 2011)
Reuters
Zu den Gegnern des Regimes übergelaufene Soldaten bewachen einen Demonstrationszug in Sanaa. (24. November 2011)
Zu den Gegnern des Regimes übergelaufene Soldaten bewachen einen Demonstrationszug in Sanaa. (24. November 2011)
Reuters
Auch in anderen Städten tobt der Kampf: Die Strassen von Taiz, einer Stadt im Süden des Landes, wurden ebenfalls mit Steinen blockiert. (4. Juni)
Auch in anderen Städten tobt der Kampf: Die Strassen von Taiz, einer Stadt im Süden des Landes, wurden ebenfalls mit Steinen blockiert. (4. Juni)
Reuters
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Beim gewaltsamen Einschreiten der Sicherheitskräfte gegen eine Demonstration gegen Jemens Staatschef Ali Abdullah Saleh sind in Sanaa mindestens zehn Regierungsgegner ums Leben gekommen. Rund hundert weitere wurden verletzt. Nach Angaben von Ärzten setzten die Sicherheitskräfte am Samstag Tränengas ein. Heckenschützen feuerten angeblich von den Hausdächern in die Menschenmenge. Damit sollte ein Protestmarsch durch das Zentrum der jemenitischen Hauptstadt verhindert werden.

In ein von den Regierungsgegnern eingerichtetes Lazarett auf dem Platz des Wandels - dem Zentrum der Proteste - wurden drei Tote und zahlreiche Verletzte gebracht, wie der Arzt Mohammed al-Kubati sagte. Weitere Tote und Verletzte mit Schussverletzungen und Atemproblemen wurden in andere Spitäler eingeliefert.

Videos, die von der Opposition ins Internet gestellt wurden, zeigten Männer, die Verletzte wegschleppten, die an Kopf und Brust stark bluteten. Im Hintergrund waren Schüsse zu hören.

Regierung dementiert Angaben

Nach Angaben eines Vertreters der Organisatoren wurden nach dem Ende der Demonstration, an der sich erneut zehntausende Menschen beteiligten, zudem dutzende Regierungsgegner festgenommen.

Das jemenitische Innenministerium dementierte die Berichte über neue Opfer der Regimegewalt. Es handle sich um «Fälschungen», zitierte das staatliche Fernsehen eine Quelle aus dem Ministerium.

Die Demonstrationen gegen den seit Jahrzehnten regierenden Präsidenten Saleh hatten Ende Januar begonnen. Bei der blutigen Niederschlagung der Proteste wurden nach Angaben der jemenitischen Opposition seither mehr als 860 Menschen getötet.

Tote auch bei Stammeskämpfen

Sanaa war am Samstag zudem Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen verfeindeten Stammesmitgliedern. Kämpfer des mächtigen Hasched- Stammes wurden nach Angaben eines Stammesvertreters in der Nähe von al-Hassaba von Kämpfern des Scheichs Saghir bin Asis angegriffen, der Präsident Saleh nahesteht.

Dabei seien mindestens zehn Männer getötet worden. Die Kämpfer des Hasched-Stammes unter der Führung von Scheich Sadek al-Ahmar unterstützen die Opposition.

Sohn von Anwar al-Awlaki getötet

Ein US-amerikanischer Drohnenangriff kostete derweil sieben mutmasslichen Al-Kaida-Mitglieder das Leben. Einen Monat nach der Tötung des prominenten Predigers Anwar al-Awlaki wurden nach Angaben von Stammesältesten dessen 21-jähriger Sohn Abdul-Rahman al-Awlaki und vier weitere Familienangehörige bei einem Raketentreffer getötet.

Dem Angriff sei mit Ibrahim al-Banna, dem Medien-Chef der Al- Kaida im Jemen, ein weiteres Führungsmitglied dieser Gruppe zum Opfer gefallen, teilte das jemenitische Verteidigungsministerium am Samstag mit.

USA intensivieren Angriffe

Die Angaben der Stammesältesten in der südwestlichen Region Schabwas über den Tod Awlakis bestätigte das Ministerium nicht. Aus Sicherheitskreisen verlautete, insgesamt seien am Freitagabend fünf Luftangriffe auf mutmassliche Al-Kaida-Positionen in der Region geflogen worden.

Beobachter sehen die andauernden Angriffe als Versuch der USA, die auch als al-Qaida auf der arabischen Halbinsel bekannte Gruppe auszulöschen. Sie gilt als die derzeit aktivste im Al-Kaida-Netzwerk.

dapd/jak, kpn

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