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Schiiten protestieren gegen US-Besatzung

In der irakischen Hauptstadt Bagdad haben am Samstag Anhänger des radikalen Schiiten-Predigers Moktada Sadr gegen die Präsenz der US-Truppen in ihrem Land demonstriert.

Der Protestmarsch begann am Samstagmorgen im Schiitenviertel Sadr City im Osten Bagdads. Die Menge aus Männern, Frauen und Kindern verurteilte mit Sprechchören die «Besatzung» des Irak durch die USA und skandierte antiamerikanische Parolen, wie Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

«Verschwindet, Besatzer» und «Nein zu Amerika, Nein zum Teufel», riefen die Menschen, die irakische Fahnen und Flaggen der Sadr-Bewegung trugen. Der Marsch sollte nach drei Kilometern am Mustansirijah-Platz enden, wo die Demonstranten Bilder von US-Präsident George W. Bush und Aussenministerin Condoleezza Rice verbrennen wollten.

Die Demonstration erfolgte inmitten von Verhandlungen zwischen Washington und Bagdad über die weitere Präsenz der US-Truppen im Irak nach dem Ablauf des zugrundeliegenden Uno-Mandats Ende des Jahres.

Abzug der US-Soldaten bis 2011

Wie am Donnerstag bekannt wurde, erzielten beide Seiten eine vorläufige Einigung. Nach irakischen Regierungsangaben ist darin der vollständige Abzug der US-Soldaten bis 2011 vorgesehen. Details der Vereinbarung wurden zunächst nicht bekannt. Hauptstreitpunkt war bislang die Forderung der irakischen Regierung, die Immunität von US-Soldaten im Irak aufzuheben.

Die Sadr-Bewegung lehnt jegliche weitere US-Truppenpräsenz im Irak ab. Sadr hatte 2004 von Nadschaf aus zwei blutige Aufstände gegen die US-Truppen angezettelt, in deren Verlauf hunderte seiner Anhänger starben. Der Prediger soll sich im Iran aufhalten.

SDA/mbr

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