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Selbstverbrennung von Mohammed Bouazizi findet Nachahmer

Der junge Tunesier, dessen Selbstverbrennung Auslöser für den Sturz von Präsident Ben Ali war, ist in Nordafrika kein Einzelfall. In Kairo hat sich ein Ägypter angezündet – ebenfalls aus Protest gegen die Regierung.

Eine der letzten Amtshandlungen: Der damalige tunesische Präsident Zine El-Abidine Ben Ali besucht den schwer verletzten Mohammed Bouazizi im Spital (6. Januar 2011).
Eine der letzten Amtshandlungen: Der damalige tunesische Präsident Zine El-Abidine Ben Ali besucht den schwer verletzten Mohammed Bouazizi im Spital (6. Januar 2011).
Keystone

Mehrere Männer haben sich am Montag in Nordafrika aus Proteste gegen ihre Regierung angezündet. Die verzweifelten Taten in Ägypten, Algerien und Mauretanien folgen offenbar dem Vorbild des jungen Tunesiers Mohammed Bouazizi, der vor einem Monat mit seiner Selbstverbrennung die Unruhen auslöste, die zum Sturz des Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali führten. Die Aktionen liessen die Befürchtung wachsen, weitere Regierungskritiker könnten dem Beispiel folgen.

Aus Wut über die Subventionspolitik

In Ägypten zündete sich Abdo Abdelmoneim, ein 48 Jahre alter Inhaber einer kleinen Gaststätte vor dem Parlamentsgebäude an. Gewährsleute gaben an, der Mann habe aus Zorn auf die Subventionspolitik der Regierung gehandelt, die es verhindere, dass Restaurantbetreiber verbilligtes Brot an ihre Gäste weiterverkaufen können. Nachdem ihm ein Gespräch mit dem Parlamentspräsidenten verwehrt worden sei, habe der Mann eine Flasche Benzin hervorgeholt, diese über sich geschüttet und sich dann angezündet.

Polizisten und Motorradfahrern sei es schnell gelungen, den Brand zu löschen. Der 48-Jährige habe relativ leichte Verbrennungen erlitten, vor allem im Gesicht, im Nacken und an den Beinen. Er werde im Krankenhaus behandelt.

Unzufriedener Mauretanier zündete sich im Auto an

Die Tat ähnelt der eines Mauretaniers, der sich nach Angaben von Augenzeugen am Montag vor einem Regierungsgebäude in der Hauptstadt Nouakchott in seinem Auto anzündete. Der 43-Jährige soll ebenfalls unzufrieden mit der Regierung gewesen sein. Ein Mitarbeiter des Aussenministeriums teilte mit, der Mann sei von Polizisten ins Krankenhaus gebracht worden.

Zuvor hatte sich in Algerien ein chronisch kranker Mann in der Stadt Ghardaia nach einem Streit über Behandlungskosten angezündet. Er wurde wegen Verbrennungen behandelt. Ein weiterer Mann konnte in dem Ort Mascara von Passanten aufgehalten werden, nachdem er sich bereits mit Benzin übergossen hatte.

dapd/ sda/pbe

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