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Syrer rufen zu Protesten nach ägyptischem Vorbild auf

Auch die Regierungsgegner in Syrien organisieren am Freitag einen «Tag der Wut». Sie versuchen, die Bevölkerung über Netzwerke wie Facebook zu mobilisieren – obwohl dies verboten ist.

Wollen an Ägypten ein Beispiel nehmen: Syrische Demonstranten in Damaskus.
Wollen an Ägypten ein Beispiel nehmen: Syrische Demonstranten in Damaskus.
Keystone

Nach dem Vorbild der Opposition in Tunesien und Ägypten organisieren auch die Regierungsgegner in Syrien ihren Protest in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter. Wie die beiden anderen arabischen Staaten leidet auch Syrien unter Korruption, Unfreiheit, Armut und Arbeitslosigkeit. Die wichtigste syrische Protestseite auf Facebook hat jetzt für Freitag und Samstag Regierungsgegner zu einem «Tag der Wut» in die Hauptstadt Damaskus gerufen.

Ziels sei es, dem «Ausnahmezustand in Syrien und der Korruption ein Ende zu machen», heisst es auf der Seite. Die Zahl der Unterstützer dieser Aktion ist noch relativ gering. Und von einigen vermutet man, dass sie im Ausland leben.

Syrer müssen um Facebook-Zugang kämpfen

In Tunesien und Ägypten waren die Seiten sozialer Netzwerke von zentraler Bedeutung für die Organisation der Protestbewegung. In Syrien ist Facebook verboten. Dennoch gelingt es vielen Syrern irgendwie, sich Zugang zu der Seite zu verschaffen. Über 2500 Menschen traten bislang der Protestseite bei. 850 andere meldeten sich jedoch als Unterstützer von Staatschef Baschar Assad an.

Der 45-Jährige, der in Grossbritannien studiert hat, übernahm die Macht in Syrien nach dem Tod seines Vaters Hafis im Jahr 2000. Hafis el Assad hatte das arabische Land drei Jahrzehnte lang mit harter Hand regiert. Sein Sohn hat das Land seither für ausländische Banken und Importe geöffnet und den Privatsektor gestärkt. Die wirtschaftliche Liberalisierung ging jedoch nicht einher mit politischen Reformen. Regierungskritiker landen in Syrien häufig im Gefängnis.

Als Widersacher gegen Israel geschätzt

Assad wird von vielen Arabern als standfester Widersacher gegen den Erzfeind Israels geschätzt. Seine Unterstützung der militanten israelfeindlichen Organisationen Hamas und Hizbollah und seine Gegnerschaft zu der US-Invasion im Irak hat Assad im eigenen Land mehr Sympathie verschafft, als dies bei anderen Staatschefs arabischer Länder der Fall gewesen ist.

dapd/bru

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