Zum Hauptinhalt springen

Syrien gewährt IKRK Zugang zu Gefangenen

Fünf Monate nach Beginn der Proteste in Syrien hat das Internationale Komitee vom Roten Kreuz erstmals Gefangene in Damaskus besucht. Derweil war IKRK-Präsident Jakob Kellenberger zu Besuch bei Assad.

Diskutieren über die Lage in Syrien: Der syrische Machthaber Bashar al-Assad und der IKRK-Präsident Jakkob Kellenberger in Damaskus.
Diskutieren über die Lage in Syrien: Der syrische Machthaber Bashar al-Assad und der IKRK-Präsident Jakkob Kellenberger in Damaskus.
AFP

Der IKRK-Besuch in dem Gefängnis im Vorort Adra sei «ein wichtiger Schritt nach vorn», erklärte IKRK-Präsident Jakob Kellenberger. Die Gefangenen-Besuche seien vorerst zwar auf Häftlinge des Innenministeriums beschränkt. Das Rote Kreuz hoffe aber, bald Zugang zu allen Gefangenen zu erhalten. Bei den Besuchen prüft das IKRK den Angaben zufolge, ob die Gefangenen menschenwürdig behandelt werden und ob Kranke und Verletzte eine medizinische Behandlung bekommen.

Kellenberger war bei einem Besuch in Damaskus gestern Morgen mit dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad zusammengekommen. Bei dem Gespräch sei es unter anderem um die Gewalt der Sicherheitskräfte gegen Proteste der Opposition und die Entwicklung in Syrien seit seinem vorangegangenen Besuch in der syrischen Hauptstadt Mitte Juni gegangen, hiess es in der Erklärung.

88 Tote in syrischen Gefängnissen

Seit Mitte März demonstrieren in Syrien fast täglich Oppositionelle gegen Assad. Bei der brutalen Niederschlagung der Proteste starben nach UN-Angaben bereits mehr als 2200 Menschen, die meisten von ihnen Zivilisten. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten wurden zudem mehr als 10'000 Menschen festgenommen.

Laut einem Bericht von Amnesty International starben zwischen April und Mitte August mindestens 88 Menschen in syrischen Gefängnissen. In mindestens 52 Fällen gebe es Hinweise darauf, dass die Inhaftierten nach Misshandlungen oder Folter gestorben seien oder die Gewalt zumindest zu ihrem Tod beigetragen habe, hiess es in dem Bericht der Menschenrechtsorganisation von Ende August.

Schüsse in Homs

In der zentralsyrischen Stadt Hama seien am Montagmorgen 30 Fahrzeuge von Armee und Sicherheitskräften eingerückt, sagte der Sprecher der oppositionellen Lokalen Koordinierungskomitees (LCC), Omar Idlebi. Es seien Schüsse in der Stadt zu hören gewesen. In der ebenfalls im Zentrum des Landes liegenden Stadt Homs seien zwei Männer von Sicherheitskräften erschossen worden.

Bei Einsätzen der syrischen Armee in zwei Dörfern an der türkischen Grenze wurden nach türkischen Angaben zudem mehrere Menschen verletzt. Wie der Nachrichtensender TTV berichtete, rückten Soldaten in die Dörfer Ain el Beida und Chirbet el Dschos ein. Die türkischen Behörden schickten laut einem Bericht des Senders NTV Krankenwagen an die Grenze. Seit Beginn der Proteste Mitte März sind mehrere tausend Menschen aus Syrien in die Türkei geflohen.

AFP/wid

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch