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Syrische Rebellen: Kampfjet abgeschossen

Am Stadtrand von Damaskus liefern sich Armee und Rebellen heftige Gefechte. 23 Tote soll es alleine am heutigen Tag gegeben haben.

Soll von den Rebellen abgeschossen worden sein: Kampfjet der Armee in Idlib. (29. August 2012)
Soll von den Rebellen abgeschossen worden sein: Kampfjet der Armee in Idlib. (29. August 2012)
Keystone

Am Stadtrand von Damaskus hat es heute erneut heftige Gefechte zwischen syrischen Aufständischen und Regierungstruppen gegeben. Die Armee habe unter anderem das östliche Viertel Kabun beschossen, berichtete die Rebellenorganisation Generalrat der Syrischen Revolution.

Auch der südliche Stadtteil Tadamun sei mit Maschinengewehren und Panzern beschossen worden, teilten örtliche Aufständische mit. Die Armee geht insbesondere gegen Viertel im Osten der Hauptstadt vor, wo sich die Aufständischen nach eigenen Angaben verschanzen.

Heute bereits 23 Tote

Laut der den Rebellen nahestehenden Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London wurden heute im Osten und Süden von Damaskus sechs noch nicht identifizierte Leichen gefunden.

In der Stadt Daraa sollen Regierungstruppen zehn Gefangene getötet haben. Die Allgemeine Kommission für die Syrische Revolution erklärte, den Männern seien die Augen verbunden und die Hände gefesselt worden. Dann seien sie von Wächtern erschossen worden.

Landesweit zählten die Aktivisten heute zunächst 23 Tote. Eine unabhängige Überprüfung dieser Angaben war nicht möglich.

Militärflugzeug abgeschossen

In der östlichen Provinz Deir Essor beschossen die Rebellen laut der Beobachtungsstelle ein Hauptquartier des militärischen Geheimdiensts in der Stadt Bukamal. Auch nahe einer zweiten Niederlassung des Geheimdiensts fanden demnach heftige Gefechte zwischen den Parteien statt.

In der Provinz Idlib schossen die Rebellen nach eigenen Angaben ein Militärflugzeug ab. In einer Erklärung der «Syrischen Märtyrer-Brigade» hiess es, das Flugzeug sei heute bei der Stadt Al-Thajabija nahe der türkischen Grenze abgeschossen worden.

Der Sender al-Arabiya zeigte Bilder, auf denen offenbar Rauch am Himmel und ein an einem Fallschirm schwebender Mensch zu sehen war. Über der Szene flog ein Militärhelikopter – möglicherweise auf der Suche nach dem Piloten.

Jordanien will randalierende Flüchtlinge abschieben

Die gewaltsamen Proteste syrischer Flüchtlinge in einem Auffanglager in Jordanien vor zwei Tagen bleiben derweil nicht ohne Folgen. Die Regierung in Amman kündigte an, die für den Aufruhr im Lager Saatari Verantwortlichen abzuschieben. Zahlen wurden nicht genannt. Flüchtlinge in Saatari hatten am Dienstag gegen die Bedingungen in der Notunterkunft protestiert.

In ihrem Heimatland meldete sich gestern Präsident Bashar al-Assad wieder zu Wort: Syrien befinde sich in einer «regionalen und globalen Schlacht», erklärte er in einem Interview mit dem syrischen Fernsehsender Dunja. Um diese zu gewinnen, brauche es Zeit. «Wir kommen voran. Die Situation ist praktisch besser, aber sie ist noch nicht entschieden worden.»

Assad würdigte das syrische Volk, das hinter ihm und seinen Streitkräften stehe. «Das Schicksal Syriens liegt in euren Händen.» Mit Blick auf ranghohe Politiker und Militärs, die ihm den Rücken gekehrt haben, sagte Assad: «Überlaufen ist ein positiver Prozess. In der Regel ist es eine Selbstreinigung des Staates und der Nation.» Mit einem Lächeln forderte er die Syrer auf, Fluchtwillige zu ermutigen. «Wer flieht, ist entweder schwach oder schlecht.»

Türkei fordert Schutzzonen

Angesichts der zunehmenden Zahl syrischer Flüchtlinge, die vor der Gewalt in ihrer Heimat in die Türkei fliehen, will der türkische Aussenminister Ahmet Davutoglu den UN-Sicherheitsrat zur Einrichtung einer Sicherheitszone für Flüchtlinge in Syrien auffordern. Wenn man es mit Hunderttausenden Flüchtlingen zu tun habe, sei dies nicht mehr das Problem eines einzigen Landes, sondern ein internationales.

In der Türkei ist die Zahl der syrischen Flüchtlinge inzwischen auf mehr als 80'000 angestiegen. Alle neun Flüchtlingslager entlang der türkischen Grenze zu Syrien sind voll. Die Regierung hat mit der Errichtung von vier weiteren Lagern begonnen, um neu eintreffende Menschen aufnehmen zu können.

SDA/rbi

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