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Syrischen Rebellen in Aleppo droht Einkesselung

Die syrische Regierung hat eine neue Offensive auf die zweitgrösste Stadt des Landes gestartet. Die Rebellen provozieren derweil mit Fotos von Kindern.

Aleppo ist seit Juli 2012 de facto geteilt: Blick auf ein von den Regierungstruppen kontrolliertes Viertel. (10. Februar 2015)
Aleppo ist seit Juli 2012 de facto geteilt: Blick auf ein von den Regierungstruppen kontrolliertes Viertel. (10. Februar 2015)
Hosam Katan, Reuters

Syrische Regierungstruppen haben eine neue Offensive auf Aleppo gestartet, um die gesamte ehemalige Wirtschaftsmetropole unter ihre Kontrolle zu bekommen. Etwa hundert Menschen seien bei den Kämpfen in und um Aleppo getötet worden, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Ein Vertreter des syrischen Militärs bestätigte «intensive Gefechte» rund um die ehemalige Wirtschaftsmetropole. Unter den Opfern waren nach Angaben der Beobachtungsstelle Kämpfer beider Seiten sowie Zivilisten.

Wie aus Armeekreisen verlautete, eroberten die Regierungstruppen zwei Dörfer nördlich von Aleppo. Ein dritter Ort sei heftig umkämpft. Die drei Ortschaften liegen an einer Verbindungsstrasse zur syrisch-türkischen Grenze. Die Armee versuche, die Nachschubroute für die Rebellen zu kappen, sagte der Chef der Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman.

Auch aus Aleppo selbst wurden neue Kämpfe gemeldet. Die Stadt ist seit Juli 2012 de facto geteilt: die Rebellen kontrollieren die Viertel im Osten der Stadt, die westlichen Viertel stehen unter Kontrolle der Regierung. In der gleichnamigen Provinz steht hingegen der Osten unter Kontrolle der Regierungstruppen, alle anderen Gebiete sind in Rebellenhand.

Sollte es den Regierungstruppen gelingen, den Nachschubweg der Rebellen zu kappen, wären diese in der Stadt komplett eingekesselt. Eine Niederlage der Regimegegner in der nordsyrischen Metropole wäre ein schwerer Rückschlag für den Aufstand gegen das Regime von Baschar al-Assad. Der UNO-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, versucht seit Monaten erfolglos, eine Waffenruhe für Aleppo auszuhandeln.

Rebellen provozieren mit Fotos von Kindern

Mit Schock-Fotos wollen syrische Rebellen derweil auf das Schicksal von Kindern aufmerksam machen, die unter den Bomben des Regimes sterben. Die Bilder aus der Stadt Duma sind dem Mord der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an einem jordanischen Piloten nachempfunden. Die Aufnahmen zeigen Kinder, die wie IS-Gefangene orangene Kleidung tragen und in einem Käfig eingesperrt sind. Auf einigen Fotos ist auch eine brennende Fackel abgebildet - so als würden die Kinder angezündet. Auf diese Art und Weise hatte der IS den jordanischen Piloten Muas al-Kasasba getötet. Er trug einen orangenen Overall und wurde in einem Käfig bei lebendigem Leibe verbrannt. Zu dem Mord veröffentlichten die Extremisten im Internet ein Video.

Aufgenommen wurden die im Netz verbreiteten Bilder der Kinder von Aktivsten aus Duma östlich der Hauptstadt Damaskus. Auch das Regime verbrenne mit seinen Bomben Kinder, erklärte ein Regimegegner aus der Stadt der Nachrichtenagentur dpa. «Und die ganze Welt schaut schweigend zu.» Die Bilder gehören zu einer vor einer Woche gestarteten Rebellen-Kampagne, die im Kurznachrichtendienst Twitter unter dem Hashtag #DoumaExterminated (Duma ausgelöscht) läuft.

Der Ort liegt in der von Rebellen kontrollierten Region Ghouta Scharkija. Syriens Luftwaffe bombardiert die Gegend regelmässig. Dabei setzt sie immer wieder sogenannte Fassbomben ein, die wegen ihrer breiten Streuung besonders zerstörerisch sind. Allein seit Anfang dieses Monats starben laut der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in der Region bei Luftangriffen mehr als 180 Menschen.

SDA/thu

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