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115 Tote bei IS-Selbstmordanschlag nahe Bagdad

Es ist einer der brutalsten Anschläge seit langem: Bei einer Feier zum Ende des muslimischen Fastenmonats jagt sich ein Attentäter mit einem Kleinlastwagen in die Luft.

Dutzende Tote: Der IS ist verantwortlich für das Massaker in der Stadt Chan Bani Saad. (Video: Reuters)

Ein Selbstmordattentäter der Terrormiliz Islamischer Staat hat im Irak 115 Menschen in den Tod gerissen. Der Angreifer sprengte sich in der irakischen Provinz Dijala in einem Auto auf dem Marktplatz der Stadt Chan Bani Saad in die Luft, als Gläubige dort gerade das Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan feierten, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Mindestens 170 Menschen wurden verletzt.

Nach Polizeiangaben war die Bombe so gross, dass der Attentäter mit einem Kleinlastwagen in die Menschenmenge in der Stadt nur wenige Kilometer nördlich von Bagdad fuhr. Die meisten Getöteten waren Schiiten, unter ihnen sind zahlreiche Frauen und Kinder. Der IS bekannte sich auf einem mit der Terrormiliz verbundenen Twitterkonto zu der Tat.

Hässliches Sektierertum

Parlamentspräsident Salim al-Dschaburi sagte, der IS versuche, das Land zu destabilisieren, indem er unschuldige Zivilisten töte. Er sprach von hässlichem Sektierertum. Aus Furcht vor der Drohung des IS, während des Ramadan besonders viele Zivilisten umzubringen, waren in vielen Gebieten im Irak die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden.

Der IS hatte 2014 Teile der Provinz Dijala erobert. Irakische Regierungssoldaten und kurdische Kämpfer brachten einige Gebiete seitdem wieder unter ihre Kontrolle. Es kommt weiterhin häufig zu Zusammenstössen zwischen IS-Kämpfern und Sicherheitskräften. Im August 2014 kamen mindestens 64 Menschen bei einer Attacke auf eine sunnitische Moschee in der Provinz ums Leben.

Zuletzt versuchte der IS, zwei wichtige sunnitische Stämme in der Provinz auf seine Seite zu ziehen. Diese weigerten sich jedoch. Beobachter werten die jüngsten Anschläge in der Provinz als Racheakte.

AP/fal

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