Zum Hauptinhalt springen

Türkische Polizei geht gewaltsam gegen Homosexuelle vor

Beamte haben die jährliche Schwulen- und Lesbenparade in Istanbul mit Wasserwerfern und Tränengas verhindert.

Striktes Vorgehen: Die türkische Polizei geht gegen die Schwulenkundgebung mit Wasserwerfern und Trängengas vor. (28. Juni 2015)
Striktes Vorgehen: Die türkische Polizei geht gegen die Schwulenkundgebung mit Wasserwerfern und Trängengas vor. (28. Juni 2015)
Tolga Bozoglu, Keystone
Zwischen 100 und 200 Demonstranten werden vom zentralen Taksim-Platz vertrieben. (28. Juni 2015)
Zwischen 100 und 200 Demonstranten werden vom zentralen Taksim-Platz vertrieben. (28. Juni 2015)
Emrah Gurel, Keystone
Danach hat Gouverneur Vasip Sahin erklärt, er habe die Parade im Zentrum der Stadt ohne Vorwarnung verboten. Die Begründung: Die Veranstaltung falle in den für Muslime heiligen Fastenmonat Ramadan. (28. Juni 2015)
Danach hat Gouverneur Vasip Sahin erklärt, er habe die Parade im Zentrum der Stadt ohne Vorwarnung verboten. Die Begründung: Die Veranstaltung falle in den für Muslime heiligen Fastenmonat Ramadan. (28. Juni 2015)
Ozan Kose, AFP
1 / 5

Die Teilnehmer des «Marsch des Stolzes» in Istanbul wurden von den Polizisten mit Wasserwerfern und Tränengas daran gehindert, sich auf dem Taksim-Platz zu versammeln, wie Augenzeugen berichteten. Die Veranstalter teilten über Facebook mit, Gouverneur Vasip Sahin habe die Parade im Zentrum der Stadt ohne Vorwarnung verboten. Als Begründung habe er angegeben, dass sie in den für Muslime heiligen Fastenmonat Ramadan fällt. Das war allerdings bereits im vergangenen Jahr der Fall, wo die Behörden die Demonstranten gewähren liessen.

Die Veranstalter der «Pride Week», an deren Abschluss der Marsch in Istanbul seit Jahren stattfindet, teilten mit: «Die Polizei greift Zehntausende Menschen mit Pfefferspray, Plastikgeschossen und Wasserwerfern an. Alle Eingänge und Ausgänge vom Taksim und der Istiklal-Strasse sind geschlossen worden. Wir rufen den Istanbuler Gouverneur Vasip Sahin dazu auf, sich an die Verfassung der Türkischen Republik zu halten, die Angriffe sofort zu stoppen und eine öffentliche Erklärung abzugeben.» Weiter hiess es: «Wir sind hier, gewöhnt Euch dran, wir gehen nicht weg. Liebe gewinnt!»

Früher ohne Zwischenfälle

In den vergangenen Jahren hatte der Marsch in Istanbul ohne Zwischenfälle stattgefunden. Eine empörte Passantin sagte heute: «In was für einem Land leben wir? Was ist das für eine Diktatur?» Polizisten drängten friedliche Demonstranten mit Regenbogenflaggen auf der Einkaufsmeile Istiklal Caddesi in die entgegengesetzte Richtung vom Taksim-Platz zurück. Bunt geschminkte Teilnehmer flüchteten in Geschäfte, die ihre Rollläden herunterliessen.

Die Türkei gehört zu den wenigen Ländern in der Region, in denen Homosexualität nicht verboten ist. Teile der mehrheitlich muslimischen Gesellschaft sind aber sehr konservativ. Weltweit erinnern derzeit Paraden zum Christopher Street Day an einen Aufstand von Schwulen, Lesben und Trans-Menschen am 28. Juni 1969 in der New Yorker Christopher Street.

SDA

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch