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Tunesiens neuer Präsident heisst Marzouki

Die neue Verfassunggebende Versammlung Tunesiens hat den Menschenrechtsaktivisten Moncef Marzouki zum Staatschef bestimmt. Er ist der erste demokratisch gewählte Präsident des Landes.

Gilt als Verfechter der Menschenrechte: Moncef Marzouki.
Gilt als Verfechter der Menschenrechte: Moncef Marzouki.
Reuters

Einen Tag nach Verabschiedung eines vorläufigen Grundgesetzes hat die verfassunggebende Versammlung in Tunesien einen neuen Staatschef gewählt. Das Gremium bestimmte heute Abend Moncef Marzouki vom linksgerichteten Kongress für die Republik (CPR) zum Präsidenten, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP in der Hauptstadt Tunis berichteten.

Der 66-Jährige versprach, an der Seite des Volks stehen zu wollen. Für Marzouki stimmten 153 der 202 an der Abstimmung teilnehmenden Abgeordneten. Drei Abgeordnete stimmten gegen ihn, zwei enthielten sich, und 44 gaben ungültige Stimmzettel ab. Nach der Wahl stimmten die Abgeordneten die tunesische Nationalhymne an. «Treue den Märtyrern der Revolution», riefen Anhänger Marzoukis.

Grauer Anzug und weisses Hemd

Der neue Präsident erschien zur Wahl wie von ihm gewohnt in einem grauen Anzug mit weissem Hemd, aber ohne Krawatte. Der ausgebildete Mediziner war ein entschiedener Gegner des langjährigen tunesischen Machthabers Zine el Abidine Ben Ali und gilt als Verfechter der Menschenrechte. «Das ist ein denkwürdiger Tag», sagte er und versprach, als «Garant der Revolution» zu agieren.

Marzouki soll morgen offiziell vereidigt werden. Es wird erwartet, dass er dann Hamadi Jebali von der Islamistenpartei Ennahda zum Regierungschef ernennt. Die Ennahda, die über 98 der 217 Abgeordneten verfügt, hatte sich darauf mit der CPR und der ebenfalls linksgerichteten Ettakatol-Partei geeinigt, die zusammen weitere 49 Abgeordnete stellen.

In Tunesien hatten vor rund einem Jahr die Proteste in der arabischen Welt ihren Anfang genommen. Nach wochenlangen Demonstrationen, bei denen nach Angaben der Vereinten Nationen etwa 300 Menschen getötet wurden, floh Ben Ali Mitte Januar ins Exil nach Saudiarabien. Die Wahl zur verfassunggebenden Versammlung fand im Oktober statt.

dapd/afp/wid

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