Überraschender Besuch in Damaskus: Putin trifft Assad

Zum ersten Mal hat der russische Machthaber die syrische Hauptstadt besucht. Der Besuch war vorab nicht angekündigt worden.

Präsident Wladimir Putin (Mitte links) mit Machthaber Bashar al-Assad (Mitte rechts) beim Besuch der Umayyad-Moschee in Damaskus am 7. Januar 2020. Bild: Syrian Presidency (AP/Keystone)

Präsident Wladimir Putin (Mitte links) mit Machthaber Bashar al-Assad (Mitte rechts) beim Besuch der Umayyad-Moschee in Damaskus am 7. Januar 2020. Bild: Syrian Presidency (AP/Keystone)

Der russische Präsident Wladimir Putin hat erstmals die syrische Hauptstadt Damaskus besucht und dort Machthaber Bashar al-Assad getroffen. Das teilte das Präsidialamt in Damaskus am Dienstag mit.

Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte der Agentur Interfax zufolge, die beiden Präsidenten hätten sich auf einem Kommandoposten des russischen Militärs getroffen. Ein Bild zeigte, wie sich die beiden bei einem Treffen die Hand schütteln. Der Besuch war vorab nicht angekündigt worden.

Moskau ist im fast neunjährigen syrischen Bürgerkrieg neben dem Iran der wichtigste Unterstützer der Regierung. Mit Hilfe aus Moskau konnten Assad Anhänger mittlerweile wieder rund zwei Drittel des Landes unter Kontrolle fliegen. Russische Jets fliegen regelmässig Angriffe gegen die Gegner der Regierung.

Bei dem Gespräch sei es um die Lage in verschiedenen Regionen des Landes gegangen, teilte Peskow weiter mit. Dazu habe das Militär seine Einschätzung abgegeben. Putin sagte Peskow zufolge, er könne nun mit Zuversicht sagen, dass «ein grosser Weg zurückgelegt wurde, um die territoriale Integrität des Landes wiederherzustellen». Syriens Präsidialamt erklärte, Assad habe den russischen Soldaten für ihre «Opfer» im Bürgerkrieg gedankt.

Russland setzt sich seit langem dafür ein, dass die syrische Regierung die Kontrolle über das Land zurückgewinnt. Moskau hatte deshalb schon mehrfach den Abzug ausländischer Truppen gefordert. Assad wiederum hat mehrfach erklärt, er wolle ganz Syrien wieder einnehmen.

«Friedliches Leben wiederhergestellt»

Putin fuhr Peskow zufolge durch die Strassen von Damaskus, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Dort sei mit blossem Auge zu sehen gewesen, dass das «friedliche Leben wiederhergestellt» sei. Assad habe sich dem Kreml zufolge für die Unterstützung Russlands bedankt. Putin und Assad wollen demnach noch weitere Standorte in Syrien besuchen. Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt.

Putin war im Dezember 2017 bereits überraschend nach Syrien gereist. Damals hatte er Assad auf der russischen Luftwaffenbasis Hamaimim in der Provinz Latakia im Westen getroffen und den Rückzug eines Grossteils der russischen Truppen aus dem Bürgerkriegsland angeordnet. Im November 2017 hatte Putin den syrischen Präsidenten zudem überraschend im russischen Badeort Sotschi empfangen und signalisiert, dass sich Moskaus Militäreinsatz seinem Ende nähere.

sep/sda

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