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USA evakuieren Botschaft in Libyen

Zum zweiten Mal in etwas mehr als drei Jahren schliessen die Vereinigten Staaten ihre diplomatische Vertretung in dem nordafrikanischen Land. Grund sind die schweren Kämpfe zwischen verfeindeten Milizen.

Wird jetzt evakuiert: Die US-Botschaft in Tripoli bei ihrer Wiedereröffnung. (Archivbild)
Wird jetzt evakuiert: Die US-Botschaft in Tripoli bei ihrer Wiedereröffnung. (Archivbild)
AFP

Wegen der heftigen Gefechte in der libyschen Hauptstadt Tripolis haben die USA ihre Botschaft dort vorübergehend geschlossen. Das amerikanische Personal habe Tripolis am frühen Morgen verlassen und sei auf dem Landweg ins Nachbarland Tunesien gereist, teilte das Aussenministerium in Washington mit. Kampfjets und andere US-Flugzeuge hätten für Schutz gesorgt, erklärte das Pentagon.

In Tripolis kämpfen verfeindete Milizen seit Wochen vor allem um die Kontrolle des Flughafens. Dutzende Kämpfer der beteiligten Verbände wurden getötet oder verletzt. Die Staatsmacht gilt als zu schwach, um für Ruhe zu sorgen.

Nach US-Angaben bleibt die Botschaft so lange geschlossen, bis sich die Sicherheitslage verbessert. Es ist bereits die zweite Schliessung der diplomatischen Vertretung seit 2011, als sie ihre Dienste während des Aufstands gegen Machthaber Muammar al-Gaddafi ebenfalls einstellte.

«Sicherheit des Personals hat höchste Priorität»

Der Abzug des Botschaftspersonals unterstreicht die Sorge Washingtons um amerikanische Diplomaten im Ausland, vor allem in Libyen. Dort wurden im September 2012 der damalige US-Botschafter Chris Stevens und drei weitere Amerikaner bei einem Terroranschlag auf das Konsulat in Benghazi getötet.

Die Regierung von US-Präsident Barack Obama sieht sich wegen des Zwischenfalls noch immer Kritik von Republikanern und anderen ausgesetzt, die ihr vorwerfen, sie habe trotz zunehmender Gewalt im Vorfeld der Attacke weder für mehr Sicherheit in Bengasi gesorgt noch die diplomatische Vertretung evakuiert.

«Unsere Einrichtungen zu sichern und die Sicherheit unseres Personals zu garantieren», habe für das Aussenministerium oberste Priorität, sagte Sprecherin Marie Harf. Man habe die Botschaft leider schliessen müssen, weil sich in ihrer unmittelbaren Umgebung heftige Kämpfe zwischen bewaffneten Gruppen ereigneten.

Auch Türkei schliesst Botschaft

Das State Department gab auch eine neue Reisewarnung für US-Bürger aus, in der sie aufgefordert wurden, nicht nach Libyen zu fahren. Diejenigen, die sich bereits dort befinden, sollten unverzüglich abreisen.

US-Aussenminister John Kerry begründete den vorübergehenden Stopp des Botschaftsbetriebs mit der Gewalt durch Milizen. Die USA seien dem diplomatischen Prozess in Libyen nach wie vor verpflichtet, erklärte er in Paris.

Die Türkei hatte bereits gestern bekanntgegeben, dass sie ihre Botschaft in Libyen geschlossen habe. Gefechte zwischen Milizen in Benghazi veranlassten zudem die Vereinten Nationen, Hilfsgruppen und weitere ausländische Gesandte, abzureisen.

AP/ajk

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