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USA lassen Drohnen über Bagdad fliegen

Militäreinsatz wird ausgeweitet: Um US-Einrichtungen und Soldaten zu schützen, lässt das Militär bewaffnete Kampfdrohnen über der irakischen Hauptstadt kreisen.

Nicht für Lufzangriffe gedacht: Eine MQ-4 Predator-Drohne nahe Bagdad (Archivbild)
Nicht für Lufzangriffe gedacht: Eine MQ-4 Predator-Drohne nahe Bagdad (Archivbild)
AP Photo

Das US-Militär lässt bewaffnete Kampfdrohnen über Bagdad fliegen. Der Einsatz diene dem Schutz von US-Einrichtungen und US-Soldaten in der irakischen Hauptstadt, sagte ein ranghoher Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP und bestätigte damit entsprechende Medienberichte.

Die Drohnen seien nicht für Luftangriffe auf Kämpfer der Sunnitengruppe Islamischer Staat im Irak und Syrien (Isis) gedacht. Der Drohneneinsatz habe «in den vergangenen 24 bis 48 Stunden» begonnen, hiess es.

500 Soldaten auf irakischem Boden

Die USA hatten in den vergangenen Tagen 180 Militärberater in den Irak verlegt, um sich ein besseres Bild von der Lage zu machen und die einheimischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen Isis zu unterstützen.

Insgesamt befinden sich damit derzeit rund 500 US-Soldaten auf irakischem Boden, viele von ihnen gehören Eliteeinheiten an. An Kampfhandlungen gegen die sunnitischen Extremisten sollen sie sich aber nicht beteiligen. US-Präsident Barack Obama hatte den Einsatz von Bodentruppen im Irak ausgeschlossen, die Möglichkeit für Luftangriffe hielt er sich aber offen.

Einer der Einflussreichsten im Land

Iraks oberster schiitischer Geistlicher hat die führenden Politiker unterdessen angesichts des Isis-Vormarsches erneut zur raschen Bildung einer Einheitsregierung aufgerufen. Grabenkämpfe zwischen Sunniten, Schiiten und Kurden seien «keine Option», sagte der Sprecher von Grossayatollah Ali al-Sistani.

Die politischen Lager müssten sich auf die Aufteilungen der Spitzenposten einigen. «Das ist der Start der politischen Lösung, auf die alle warten», sagte al-Sistanis Sprecher Abdul Mehdi Karbalai während des Freitagsgebetes in Kerbela.

Al-Sistani meldet sich höchst selten öffentlich zu Wort, gleichwohl ist er einer der einflussreichsten Menschen des Landes und wird von der schiitischen Bevölkerungsmehrheit verehrt. Seit Beginn der Isis-Offensive Anfang Juni hat er sich schon mehrfach eingeschaltet.

Bereit zu einer «politischen Lösung»

So rief er die Bevölkerung des Landes auf, die sunnitischen Extremisten zu bekämpfen und aus dem Irak zu vertreiben. Den Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki forderte er auf, eine Regierung zu bilden, «die auf nationaler Ebene akzeptiert wird und die Fehler der Vergangenheit vermeidet».

Forderungen al-Sistanis, aber auch der USA und anderer westlicher Staaten nach einer Einheitsregierung lehnte al-Maliki bislang ab. Gestern erklärte er sich aber zu einer «politischen Lösung» bereit, wozu auch eine neue Regierung zähle.

Das Ende April gewählte Parlament soll am 1. Juli zu seiner ersten Sitzung zusammenkommen. Al-Malikis Partei ist darin die stärkste Fraktion, benötigt aber mehrere Koalitionspartner.

Kämpfe bei Tikrit

Isis-Einheiten und Soldaten der irakischen Armee lieferten sich auch heute an verschiedenen Orten Gefechte. Dabei gab es widersprüchliche Angaben über Erfolge. Aus irakischen Sicherheitskreisen hiess es, Einheiten der Regierung hätten die Universität von Tikrit eingenommen.

Tikrit ist die Geburtsstadt des einstigen Präsidenten Saddam Hussein. Die Stadt war von IsisKämpfern am 11. Juni eingenommen worden. Die Stadt liegt rund 140 Kilometer nordwestlich von Bagdad. Im nahe gelegenen Samarra ziehe die irakische Armee nach Eigenangaben nun seine Truppen zusammen, um Tikrit in einer Grossoffensive zurückzuerobern, hiess es.

SDA/ajk

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