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Verletzte bei Salafisten-Protesten in Tunesien

Bei schweren Krawallen in Tunis wurden mindestens vierzehn Menschen verletzt. Islamische Fundamentalisten waren auf die Strasse gegangen, um gegen das Verbot ihrer Jahrestagung zu protestieren.

Strassensperren und Tränengas: Bei den Zusammenstössen in der tunesischen Hauptstadt wurden elf Beamte verletzt. (Video: Reuters)

Anhänger der islamisch-fundamentalistischen Salafisten-Bewegung Ansar al-Scharia haben sich am Sonntag in Tunesien Strassenschlachten mit Sicherheitskräften geliefert. Mindestens elf Sicherheitsbeamte und drei Demonstranten wurden bei den Krawallen verletzt, wie das Innenministerium bekannt gab. Auslöser der Krawalle war das behördliche Verbot eines Kongresses der militanten islamistischen Bewegung.

Ansar al-Sharia hatte nach dem Verbot ihrer Jahrestagung in Kairouan zu einem Treffen im Stadtteil Ettadhamen im Westen von Tunis aufgerufen. Ettadhamen ist eine Salafisten-Hochburg. Hunderte Ansar-al-Scharia-Anhänger errichteten dort Strassensperren aus brennenden Autoreifen und warfen Steine auf die Sicherheitskräfte. Später verlagerten sich die Krawalle ins Nachbarviertel Intilaka.

Krawalle auch in Nachbarstadt

Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein und feuerten Warnschüsse ab. Ausser der Polizei waren auch Einheiten der Armee und der Nationalgarde im Einsatz. Auf beiden Seiten gebe es je einen Schwerverletzten, teilte das Innenministerium mit. Augenzeugen meldeten auch aus Kairouan Krawalle. Die Stadt liegt 150 Kilometer südlich von Tunis.

Die regierende Nahda-Partei (deutsch: Bewegung von unten nach oben/Renaissance), die selbst eine islamistische Ausrichtung hat, wendet sich neuerdings verstärkt gegen die militanten Islamisten. Diese erkennen zum Teil die Staatsgewalt nicht an, weil sie die Ansicht vertreten, die Gewalt gehe nur von Gott aus.

Ansar al-Scharia (deutsch etwa: Helfer der Scharia) wirft der Nahda eine anti-islamische Politik vor und drohte der Regierung mit «Krieg».

Angeblich Kontakt zu Terroristen

Tunesiens Ministerpräsident Ali Larayedh kündigte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur TAP an, auch in Zukunft keine Erlaubnis für einen Kongress von Ansar al-Scharia zu erteilen. Die Gruppe habe Kontakte zum Terrorismus und werde deswegen künftig als illegale Organisation eingestuft, hiess es. Ihr Chef Abu Iyadh werde bereits von den Sicherheitskräften gesucht.

Im Internet tauchte unterdessen eine Unterstützerbotschaft des Terrornetzwerks al-Qaida auf. Wie das auf die Überwachung islamistischer Webseiten spezialisierte US-Unternehmen Site am Sonntag mitteilte, forderte ein Mitglied des sogenannten Scharia-Komitees von al-Qaida im islamischen Maghreb (Aqmi) namens Abu Jahja al-Schankiti die tunesischen Salafisten auf, nicht auf die «Provokationen» der Regierung in Tunis einzugehen.

Sie sollten sich «vom Regime nicht provozieren zu lassen» und lieber «Klugheit und Geduld» zeigen sowie die «guten Schritte, die Früchte tragen», weitergehen, sagte Schankiti weiter.

SDA/fko

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