Vier Tote und hunderte Verletzte an Gaza-Grenze

Tausende Palästinenser protestierten am Jahrestag des Beginns des «Marsches der Rückkehr». Unter den Todesopfern sind auch Jugendliche.

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Nach den Massenprotesten im Gazastreifen gegen die israelische Besatzung sind in der Nacht zum Sonntag Raketen aus der palästinensischen Enklave auf Israel abgefeuert worden. Israelische Panzer beschossen nach Angaben der Armee daraufhin Militärposten der radikalislamischen Hamas. Bei den Demonstrationen an der Grenze waren zuvor mehrere Palästinenser getötet worden. Drei 17-Jährige und ein 20-Jähriger seien von der israelischen Armee erschossen worden, erklärte das Gesundheitsministerium der von der radikalislamischen Hamas geführten Regierung in Gaza.

Durch den Raketenbeschuss habe es keine Opfer gegeben, erklärte die israelische Armee. Augenzeugen aus Gaza berichteten, die israelischen Panzer hätten auf Hamas-Stellungen im Zentrum des Gazastreifens und östlich von Gaza-Stadt gefeuert. Auch hier habe es keine Verluste gegeben.

An der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel gab es am Samstag Zusammenstösse zwischen palästinensischen Demonstranten und der israelischen Armee. Israelische Soldaten setzten Tränengas ein, um die Menschen von dem schwer gesicherten Grenzzaun fernzuhalten, wie AFP-Reporter berichteten. Palästinenser warfen Steine auf israelische Soldaten und steckten Autoreifen in Brand.

Jahrestag des «Grossen Marschs der Rückkehrer»

Zehntausende Palästinenser waren einem Aufruf der Hamas gefolgt, am Jahrestag der massiven Protestwelle erneut zu demonstrieren. Das Nachbarland Ägypten versuchte am Samstag weiter, zwischen Israel und der Hamas zu vermitteln. Eine ägyptische Sicherheitsdelegation besuchte einen Kundgebungsort nahe der Stadt Gaza. Ägypten will verhindern, dass die Proteste wie im vergangenen Jahr in wochenlange Gewalt mit zahlreichen Toten ausarten.

Hamas-Vertreter erklärten, es sei eine Einigung erzielt worden, nach der Israel seine Blockade des Gazastreifens lockern würde. Im Austausch blieben die Proteste an der Grenze friedlich.

Seit dem ersten «Grossen Marsch der Rückkehrer» am 30. März 2018 waren bei den wöchentlichen Protesten mindestens 258 Palästinenser und zwei israelische Soldaten getötet worden. Die jüngsten Konfrontationen erfolgen kurz vor der Parlamentswahl in Israel am 9. April. Der Hardliner und langjährige Ministerpräsident Benjamin Netanyahu kämpft um eine weitere Amtszeit.

Im verarmten Gazastreifen zwischen Israel, Ägypten und dem Mittelmeer wohnen zwei Millionen Palästinenser. Beobachter verweisen auf die desolaten Lebensbedingungen und die eingeschränkte Bewegungsfreiheit als Gründe für die Demonstrationen.

hvw/oli/roy/sda/afp

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