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Wieder ein Solidaritätsschiff nach Gaza

Erneut ist ein Schiff unterwegs zum Gazastreifen. An Bord sind laut Medienberichten neun jüdische Aktivisten, die Israels Seeblockade durchbrechen wollen.

Hilfsgüter und eine polistische Botschaft: Das Schiff im Hafen Famagusta auf Zypern.
Hilfsgüter und eine polistische Botschaft: Das Schiff im Hafen Famagusta auf Zypern.
Keystone

Dies berichteten israelische Medien und Nachrichtenagenturen am Sonntag. Das Schiff Irene sei am Sonntagmittag von dem Hafen Famagusta auf Zypern aus in See gestochen und werde binnen zwei Tagen vor der Küste Gazas erwartet. An Bord der «Irene» transportierten die Aktivisten Schulsachen, Medikamente, Musikinstrumente und Netze für palästinensische Fischer.

Protest eines Holocaust-Überlebenden

An Bord des Botes seien Juden aus Israel, Deutschland, Grossbritannien und den USA, hiess es weiter. Unter ihnen befinde sich der 82-jährige Holocaust-Überlebende Reuven Moskovitz. Er erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, es sei seine «heilige Pflicht, als Überlebender gegen die Verfolgung, Unterdrückung und gegen das Wegsperren so vieler Menschen zu protestieren».

Zwar sei er auch mit der im Gazastreifen regierenden radikal- islamischen Hamas nicht einverstanden, sagte Moskovitz: «Aber das gibt uns nicht das Recht, den Gazastreifen in ein riesiges Konzentrationslager zu verwandeln.» Er werde nicht zulassen, «dass wir ein anderes Volk so behandeln, wie wir behandelt worden sind. Die Lehre aus dem Nationalsozialismus kann doch nur sein, dass wir versuchen müssen, zwei verletzte Völker zueinander zu bringen.»

Ende der Gaza-Blockade als Ziel

Die Mission koordinieren vor allem die deutsche Organisation Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost (JVJP) und die Gruppe «Jews for Justice for Palestinians» (JFJFP) ihres britischen Zweigs. «Mit diesem Schiff fordern wir Juden und Jüdinnen und jüdische Israeli die Beendigung der Blockade Gazas und der Okkupation der palästinensischen Gebiete durch Israel», schrieb am Sonntag die Schweizer JVFP in einer Mitteilung dazu.

Die Aktivisten sind nach eigenen Angaben unbewaffnet und wollen gewaltlos protestieren. «Unsere Aktivisten werden sich auf keine gewalttätige Konfrontation einlassen», sagte Richard Kuper von JFJFP in London AFP. «Sie werden den Israelis keinerlei Vorwand bieten, (...) sie zu überfallen oder Gewalt gegen sie anzuwenden.»

Erinnerung an die «Mavi Marmara»

Ende Mai waren neun türkische Aktivisten von der israelischen Armee getötet worden, als ihr Schiff «Mavi Marmara» als Teil einer internationalen Solidaritätsflotte die Seeblockade durchbrechen wollte. Nach Ansicht von vom UNO-Menschenrechtsrat eingesetzten Ermittlern hat der blutige Militäreinsatz auf hoher See klar gegen internationales Recht verstossen. Der am vergangenen Mittwoch veröffentlichte Bericht wurde von Israel als «parteiisch» zurückgewiesen.

SDA/raa

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