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So tickt der Durchschnitts-Jihadist

Viele der Gotteskrieger haben Abitur oder sind im Studium. Auffällig ist, dass ein grosser Teil der Syrienreisenden bereits in Deutschland straffällig wurde.

Viele der Jihadisten sind arbeitslos: Ein angeklagter IS-Kämpfer bei seinem Prozess in Deutschland. (10. August 2015)
Viele der Jihadisten sind arbeitslos: Ein angeklagter IS-Kämpfer bei seinem Prozess in Deutschland. (10. August 2015)
Keystone

Was ist das für ein Mensch, der beschlossen hat, in den Heiligen Krieg zu ziehen? Was für ein Typ ist jemand, der sich einer Terrorgruppe anschliesst? Auf elf Seiten wird in einer Studie des Hessischen Informations- und Kompetenzzentrums gegen Extremismus der «typisch syrische Reisende» beschrieben, wie die «Süddeutsche» berichtet.

Von 670 getesteten Fällen wurden bei der Hälfte Hinweise gefunden, dass sie sich den islamistisch-jihadistischen Gruppen anschlossen – wobei der IS mit 78 Prozent Zuwachs eindeutig die beliebteste Gemeinschaft zu sein scheint. Grösstenteils sind es zwar die Männer, die sich für die Reise nach Syrien oder in den Irak entscheiden, mittlerweile machen die Frauen aber ganze 21 Prozent der Statistik aus. Bei drei von ihnen konnten sogar Kampfhandlungen nachgewiesen werden.

Direkt von der Schulbank zum IS

Der deutsche Islamist lässt sich gemäss Studie folgendermassen beschreiben: Vor seiner Ausreise war er ein Stadtmensch, er ist zwischen 15 und 62 Jahre alt und wurde in gut 400 Fällen in Deutschland geboren. 114 der Untersuchten kamen nicht als Muslim zur Welt und konvertierten erst im Laufe der Jahre zum Islam. Sehr viele von ihnen sind schon in Deutschland immer wieder straffällig geworden. Der grösste Teil der Jihadisten ist arbeitslos, dennoch gibt es auch Abiturabgänger und 80 Studenten unter ihnen. 63 Reisende zogen direkt von der Schulbank in den Heiligen Krieg.

Wie werden die potenziellen Jihadisten radikalisiert? Überraschenderweise spielt gemäss Studie das Internet nur anfangs eine grosse Rolle. Freunde und Kontakte in Moscheen sind die einflussreicheren Faktoren. Viele von ihnen wagen den Weg nicht allein und gehen mit Freunden.

Gut ein Drittel, also 234 Personen von insgesamt 670 der Ausgereisten, sind heute wieder zurück in Deutschland – 23 von ihnen hinter Gittern. Die Analyse soll eine Grundlage im Kampf gegen den Salafismus schaffen, deutsche Rekruten sollen dem IS in Zukunft nicht mehr beitreten. Eine konkrete Lösung wurde bis anhin nicht gefunden.

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