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Hardliner fordern den Austritt ohne Gespräche

Hochrangige Tories fordern von Premier May, die Gespräche mit der EU über den Austritt zu beenden. Das könnte aber besonders die Banken vor grosse Probleme stellen.

Brexit-Hardliner fordern von Premier Theresa May (Bild), die Gespräche mit der EU über den Austritt zu beenden.
Brexit-Hardliner fordern von Premier Theresa May (Bild), die Gespräche mit der EU über den Austritt zu beenden.
Keystone

Die Brexit-Gespräche zwischen London und Brüssel kommen kaum voran. Jetzt erhöhen die Brexit-Hardliner in der Konservativen Partei von Premierministerin Theresa May den Druck, die Verhandlungen mit der EU im Zweifel sogar abzubrechen: Der ehemalige Minister Owen Paterson erklärte, Grossbritannien werde die EU «unvermeidlich» verlassen, ohne dass ein Abkommen zustande gekommen sein werde. Unternehmen sollten schon jetzt beginnen, sich darauf einzustellen.

Schwieriges Szenario

Paterson ist einer von vier hochrangigen Tories, die May kürzlich in einem Schreiben dazu aufgerufen haben, die Gespräche zu beenden, falls sich Brüssel nicht bald darauf einlassen sollte, mit London über die zukünftigen Handelsbeziehungen zu verhandeln. Wenn das geschieht, dann würde Grossbritannien bei seinem Handel mit der EU auf die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) zurückfallen.

Experten betrachten das allerdings als äusserst schwieriges Szenario: Denn diese Regeln befassen sich nur mit dem Handel mit Gütern, jedoch nicht mit grenzüberschreitenden Dienstleistungen. Vor allem Londons Banken könnte das vor grosse Probleme stellen. Paterson sieht darin kein Problem: «Wir sollten keine Angst vor der WTO haben», sagte er in einem Radiointerview. «Wir sollten uns besser schon einmal darauf vorbereiten.»

EU will London «bestrafen»

Auch Liam Fox, der Minister für den internationalen Handel, verschärfte seine Rhetorik. Die EU wolle Grossbritannien dafür «bestrafen», weil es die «Dreistigkeit» besessen habe, für den Brexit zu stimmen, sagte Fox kürzlich. Auch er ist überzeugt, dass ein Austritt aus der EU ohne ein Abkommen kein «Albtraumszenario» ist.

Er wiederholte seine Einschätzung, dass der Abschluss eines Freihandelsabkommens zwischen Grossbritannien und der EU «das einfachste in der Geschichte» sein müsste. Einige Experten glauben hingegen, dass solche Gespräche bis zu zehn Jahre lang dauern könnten.

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