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Vulkan isoliert Bali

Der Vulkan Agung auf Bali brodelt bereits seit einiger Zeit, Tausende Anwohner wurden in Notunterkünften untergebracht. Seit dem Wochenende wird die Lage nun ernst: Schwarzer Rauch qualmt aus dem Krater. Der Flughafen auf Bali wurde gesperrt.

Die Behörden haben die höchste Alarmstufe ausgerufen. (Video: Tamedia/AFP/Storyful)

Dichter, schwarzer Rauch wabert derzeit aus dem balinesischen Vulkan Agung hervor. Bis zu dreieinhalb Kilometer schiesst er in die Höhe und verdunkelt den Himmel über Bali. In bis zu zwölf Kilometern Entfernung sind Explosionen zu hören.

Die indonesische Behörde für Katastrophenmanagement (BNPB), die das Gefahrenniveau für die Insel inzwischen auf die höchstmögliche Stufe angehoben hat, zeigt auf ihrem Twitter-Konto auch Bilder von einem Lahar, einer Art Schlamm- und Schuttstrom, der sich in der Nähe des Vulkans gebildet hat und warnt die Bevölkerung, Abstand zu halten. «Leute, bleibt von den Katastrophengebieten um den Mount Agung fern», schrieben die Experten auf dem sozialen Netzwerk.

Ausbruch steht unmittelbar bevor

«Es ist Regenzeit in Bali und deswegen wird die kalte Lava durch den heftigen Regen mehr werden», hiess es weiter. Die Menschen sollten deswegen auch unbedingt von Flüssen Abstand halten. In einer Erklärung, welche die Behörde auf Facebook veröffentlichte, schrieb BNPB, ein grösserer Ausbruch könnte unmittelbar bevorstehen.

Flughafen wurde geschlossen

Der Agung rumort bereits seit Monaten. Tausende Anwohner wurden deswegen schon im September in Notunterkünften untergebracht. Augenblicklich sind alle Menschen im Umkreis von zehn Kilometern um den Vulkan dazu aufgerufen, zu evakuieren. Diese Zone betrifft nicht die touristischen Zentren der Insel, Kuta und Seminyak, die etwa 70 Kilometer vom Vulkan entfernt sind.

Urlauber sind trotzdem von den derzeitigen Launen des Vulkans betroffen, da der Flughafen auf der indonesischen Ferieninsel am Montag geschlossen werden musste und alle Flüge bis auf weiteres gestrichen wurden.

Indonesien ist an Katastrophen gewöhnt

Der Vulkan Agung hält Bali immer wieder in Atem. Der schlimmste Ausbruch liegt inzwischen fast 55 Jahre zurück, aber ältere Inselbewohner erinnern sich noch immer an die Schrecken von damals, als 1000 Menschen bei einer Eruption ums Leben kamen.

Neben Japan leidet kein anderes Land der Erde mehr unter den Folgen von Erdbeben und Vulkanausbrüchen als Indonesien. Die Menschen in Indonesien sind es gewohnt, den Launen der Natur ausgesetzt zu sein. Irgendwo bebt es immer, irgendwo brodelt immer ein Vulkan.

Die rund 17'000 Inseln Indonesiens mit ihren 260 Millionen Einwohnern befinden sich in der geologisch aktivsten Zone der Erde – dem Pazifischen Feuerring. Hier treffen mehrere Kontinentalplatten aufeinander, die immer wieder die Erdkruste in Bewegung halten.

Versuchen mit einer Zeremonie den Vulkan zu beruhigen: Hindus auf Bali beten. (26. November 2017)
Versuchen mit einer Zeremonie den Vulkan zu beruhigen: Hindus auf Bali beten. (26. November 2017)
Sonny Tumbelaka, AFP
Zweithöchste Alarmstufe: Der Mount Agung bleibt aktiv. (26. November 2017)
Zweithöchste Alarmstufe: Der Mount Agung bleibt aktiv. (26. November 2017)
Firdia Lisnawati, Keystone
Rettungskräfte helfen Bewohnern eines Dorfes, die evakuiert werden. (22. September 2017)
Rettungskräfte helfen Bewohnern eines Dorfes, die evakuiert werden. (22. September 2017)
Firdia Lisnawati, AFP
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Fast 130 Vulkane sind in Indonesien aktiv. Die Menschen, die um den Mount Agung auf Bali leben, kamen seit September nicht mehr zur Ruhe. Evakuierte Dörfer, brachliegende Plantagen, geräumte Schulen, geschlossene Geschäfte – ein Vulkanausbruch ist nicht nur humanitär, sondern auch wirtschaftlich eine Katastrophe.

Der Wiederaufbau oder die Umsiedlung der zerstörten Dörfer ist teuer. Offiziellen Angaben zu Folge belaufen sich die Verluste auf Bali schon jetzt auf rund 92 Millionen Euro (107 Millionen Franken).

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