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«Das ist ein Dummschwätzer»: Obama beleidigt Romney

Barack Obama hat nach einem Interview das Wort «Bullshitter» fallen lassen. Mitt Romney ist beleidigt, die US-Medien diskutieren über Inhalt und Intention der Aussage.

Seine Wortwahl hat Folgen: Barack Obama spricht an einem Kampagnenevent in Cleveland. (25. Oktober 2012)
Seine Wortwahl hat Folgen: Barack Obama spricht an einem Kampagnenevent in Cleveland. (25. Oktober 2012)
Keystone

Im US-Wahlkampf sorgt derzeit eine Aussage für Aufsehen, die Präsident Barack Obama nach einem Interview mit der US-Musikzeitschrift «Rolling Stone» gemacht hatte. Er verwendete darin das Wort «Bullshitter», übersetzt Dummschwätzer. Ein Journalist hatte ihn auf seine Popularität bei Kindern angesprochen und gefragt, ob er schon mal daran gedacht habe, das Wahlalter zu senken. «Wissen Sie, Kinder haben gute Instinkte», sagte darauf Obama. «Sie schauen sich den andern Typen an und sagen: Das ist ein Dummschwätzer.»

Das Lager seines Konkurrenten Romney fasste dies als direkte Beleidigung auf. Obama habe nichts zu bieten als Attacken und Beleidigungen, zitierte der TV-Sender CNN einen Romney-Sprecher. Präsidentensprecher Dan Pfeiffer antwortete, Obama habe deutlich machen wollen, dass die Wähler Romney nicht vertrauen könnten. Die Menschen sollten sich «nicht von dem Wort ablenken lassen», sondern sich «auf dieses Thema konzentrieren».

Kein Wort für Kinder

Die US-Medien griffen das Wort trotzdem umgehend auf. Das britische Nachrichtenportal Guardian.co.uk schreibt, mit dieser Bemerkung sei der US-Wahlkampf noch mal eine Stufe rauer geworden. Eine Bloggerin der «Washington Post» fragt sich, ob man so ein Wort wirklich einem Kind in den Mund legen könne und befindet: Nein.

Das US-Magazin «The American Prospect» hingegen versteht die Aufregung nicht ganz: Alles in allem handle es sich um ein «unüberlegtes Wort, das einem Kandidaten herausgerutscht ist». Leider sei es aber so, dass einmal ausgesprochene, aufsehenerregende Worte mittlerweile im Wahlkampf mehr bedeuten würden als die Aussagen, die durchdacht und wohlüberlegt seien. Dies sei, in einem Wort, «bullshit».

Es ist bereits das zweite Mal innerhalb kurzer Zeit, dass die Wortwahl von Obama hohe Wellen wirft. Letzte Woche hatte er seinem konservativen Gegenspieler vorgeworfen, dieser leide an «Romnesia» – eine eigene Wortschöpfung aus Romney und Amnesia (Amnesie). So könne sich Romney angeblich nicht mehr an seine frühere Haltung zu Themen wie Energie oder Gesundheitsversorgung erinnern.

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