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Obama hält McCain auf Distanz

Bei den US-Wahlen wird am Dienstag eine Rekordwahlbeteiligung erwartet. Letzte Umfragen zeigen den Demokraten Barack Obama weiterhin vorne.

An Halloween stehen John McCain und Barack Obama harmonisch lächelnd nebeneinander.
An Halloween stehen John McCain und Barack Obama harmonisch lächelnd nebeneinander.
Keystone
Normalerweise unterstreichen die beiden ihre Unterschiede. Hoffnungsträger und Visionär der eine, Patriot und Routinier der andere.
Normalerweise unterstreichen die beiden ihre Unterschiede. Hoffnungsträger und Visionär der eine, Patriot und Routinier der andere.
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Junge Frauen gegen McCain.
Junge Frauen gegen McCain.
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Einen Tag vor den historischen Präsidentschaftswahlen in den USA, die dem Land entweder den ersten afroamerikanischen Präsidenten oder die erste Vizepräsidentin bescheren werden, hetzten beide Kandidaten von Bundesstaat zu Bundesstaat, um sich in letzter Minute zusätzliche Wahlmännerstimmen zu sichern. Zur Wahl des Präsidenten sind 270 von insgesamt 538 Elektorenstimmen nötig, die je nach Bevölkerungszahl auf die 50 Staaten sowie den District of Columbia mit der Hauptstadt Washington verteilt sind.

Das Rennen hat sich stabilisert

Letzte Umfragen zeigten eine Stabilisierung des Rennens zwischen dem Republikaner John McCain und dem Demokraten Barack Obama an, wobei Obama laut landesweiten Erhebungen vier bis elf Punkte mehr aufweist. Allerdings wollen einige Demoskopen nicht ausschliessen, dass es in einzelnen Bundesstaaten noch in letzter Minute zu Verschiebungen zugunsten des republikanischen Lagers kommen könnte. Dennoch bekannte der republikanische Meinungsbefrager Frank Luntz in einem Interview mit der BBC, er könne sich «kein Szenario vorstellen, wonach McCain zum Präsidenten gewählt wird». Bundesstaaten wie Colorado oder North Carolina, wo Frühwähler bereits ihre Stimmen abgeben konnten, vermeldeten eine Rekordwahlbeteiligung, die laut Experten den Demokraten nützen dürfte.

John McCain und Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin planen am Montag Wahlkampfauftritte in traditionell republikanischen Hochburgen wie Virginia, North Carolina und Florida, in denen Barack Obama laut Umfragen unerwartet stark ist. McCains Veranstaltungen in diesen Staaten liessen vermuten, dass er «signifikant» zurückliege, so Matthew Dowd, Präsident Bushs Chefstratege 2004.

Obama hingegen verbrachte den Sonntag in Ohio, wo der Demokrat in Cleveland mit Rocker Bruce Springsteen auftrat. Am Montag wird Obama einmal mehr Florida, North Carolina und Virginia bereisen, ehe er zum Wahltag heim nach Chicago fliegen wird. Sein Stab zeigte sich auch am Wochenende zuversichtlich: Man werde sämtliche Bundesstaaten gewinnen, die 2004 an die Demokraten gegangen waren, und daneben kräftig in tradionell republikanischen Bastionen wildern. Unter anderem erwartet das demokratische Lager, dass Obama dank hispanischer Wähler sowohl in Colorado als auch in New Mexico und Nevada siegen wird – allesamt Bundesstaaten, die 2004 für Bush stimmten.

Nachdem sich Bushs extrem unpopulärer Vize Dick Cheney am Samstag für John McCain ausgesprochen hatte, erklärte Barack Obama, mit McCain erhalte man «zwei zum Preis von einem - Bushs Wirtschaftspolitik und Dick Cheneys Aussenpolitik». Politische Schmierfinken versuchten indes, noch in letzter Minute Einfluss auf das Wahlergebnis zu nehmen. So offenbarte ein Leck aus der Bundesbürokratie, dass eine kenianische Tante Obamas nach der Ablehnung ihres Asylgesuchs seit 2004 illegal in Boston lebt.

Überdies bot der Schwager des republikanischen Kongressabgeordneten Chris Cannon einem Bericht der Londoner «Times» zufolge einem Oxford-Professor 10'000 Dollar an, um nachzuweisen, dass der wirkliche Autor von Obamas Autobiografie der Linksradikale Bill Ayers sei. Ayers war in den Sechzigerjahren Mitglied des militanten «Weather Underground» und wurde wegen seiner Bekanntschaft zu Obama zu einem Wahlkampfthema. Metereologen vermeldeten im Übrigen, das Wetter am morgigen Wahltag werde überwiegend gut ausfallen – was die Wahlbeteiligung weiter nach oben treiben könnte.

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