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US-Wahl – die grosse Show der TV-Stationen

Für die Fernsehsender in den USA ist die Wahlnacht so wichtig wie der Super Bowl im Football. Da wollen sich alle in Szene setzen und ihre technischen Neuerungen zeigen.

US-Wahl auf allen Kanälen: Grosse Nacht für die Fernsehsender.
US-Wahl auf allen Kanälen: Grosse Nacht für die Fernsehsender.
Keystone

Bei NBC News wird die Karte der Vereinigten Staaten auf der Skater-Bahn am Rockefeller Center in New York präsentiert. Sobald die ersten Ergebnisse in den Einzelstaaten feststehen, werden diese blau oder rot markiert - blau für Barack Obama und rot für John McCain. Am Rockefeller Plaza zeigen dann unterschiedlich hoch aufgehängte Transparente an, wieviele Wahlmännerstimmen Barack Obama und John McCain bereits für sich entschieden haben.

Am New Yorker Times Square hat ABC News drei Grossbildleinwände aufgebaut. Moderator Bill Weir soll die Reaktionen bei diesem «Public Viewing» einsammeln. «Wir wollen, dass Ausmass und Umfang der Berichterstattung zu dem historischen Augenblick, zum Interesse und zur Begeisterung passen, die wir in der Öffentlichkeit vorfinden», erklärt David Chalian, der politische Direktor von ABC News.

Aufmerksamkeit der Nation

Die Wahlnacht ist eines der wenigen noch übrig gebliebenen Ereignisse, bei dem die Nachrichtenkanäle die Aufmerksamkeit der Nation ganz für sich haben. Dabei herrscht ein heftiger Wettbewerb zwischen den grossen Sendern ABC, CBS und NBC, der zusätzlich aufgemischt wird von den Kabelanbietern CNN, Fox News und MSNBC.

Die Idee mit der Landkarte, die im Lauf der Wahlnacht mit den Farben blau und rot markiert wird, hatte zuerst NBC im Jahr 1976. Vier Jahre später hatten alle drei grossen Sender solche Karten im Studio, und blau und rot wurden zur allgemeinen Erkennungsfarbe für die beiden Parteien.

Klarheit und Verständlichkeit am wichtigsten

Aber natürlich muss alle vier Jahre etwas Neues geboten werden. «Die Leute werden anspruchsvoller», sagt NBC-News-Produzent Phil Alongi. «Wenn man nur die traditionellen Sachen macht, wenden sie sich ab.»

Aber das denkwürdigste Fernsehereignis der vergangenen Wahlen war zugleich besonders schlicht: Die weisse Tafel, mit deren Hilfe der in diesem Jahr gestorbene NBC-Moderator Tim Russert das Rennen zwischen George W. Bush und Al Gore im Jahr 2000 auf den Punkt brachte: «Florida, Florida, Florida». Ob man nun das Studio ins Freie verlege oder sich alle möglichen Tricks einfallen lasse, am wichtigsten seien immer noch Klarheit und Verständlichkeit, sagt Paul Friedman von CBS News.

Neue Technik bei Fox

Bei Fox kommt in der Wahlnacht eine neue Technik zum Einsatz, die als «Launchpad» bezeichnet wird. Damit können die TV-Berichterstatter Informationen wie Wahlergebnisse oder Karten auf einfache Weise visuell darstellen. CNN hat seine «magische Wand» weiterentwickelt, auf der Chefkorrespondent John King die Wahlergebnisse greifbar macht. Ausserdem hat CNN ein virtuelles Modell des Kapitols entwickelt, um die neuen Mehrheitsverhältnisse im Kongress abzubilden.

Im New Yorker Studio von CNN werden sich in der Wahlnacht 14 Experten drängen, um ihre Analysen abzugeben - zusätzlich zu Reportern und den drei Moderatoren Wolf Blitzer, Anderson Cooper and Campbell Brown. Weitere Personen werden aus anderen Orten der USA virtuell ins Studio geholt - mit einer neuen Technik für Live-Interviews.

Comedy zur Abwechslung

Wem die Polit-Shows der Fernsehsender immer noch zu eintönig sind, kann zwischendurch zur Comedy Central umschalten. Auch dort gibt es ein «Special» zur Wahl - garantiert ohne «magische Wand».

AP/cpm

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