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Witali Klitschko holt zum Schlag aus

Inmitten internationaler Kritik an der Inhaftierung von Julija Timoschenko hat in der Ukraine die Parlamentswahl begonnen. Auch ein Box-Weltmeister fordert Präsident Wiktor Janukowitsch heraus.

Auch Dr. Eisenfaust will ins Parlament: Witali Klitschko und seine Frau Natalia werfen ihre Wahlzettel ein. (28. Oktober 2012)
Auch Dr. Eisenfaust will ins Parlament: Witali Klitschko und seine Frau Natalia werfen ihre Wahlzettel ein. (28. Oktober 2012)
Keystone

Inmitten internationaler Kritik an der Inhaftierung von Oppositionsführerin Julija Timoschenko hat heute in der Ukraine die Parlamentswahl begonnen. Die Regierungspartei von Präsident Wiktor Janukowitsch dürfte stärkste Kraft bleiben, obwohl die Unzufriedenheit unter den Wählern gross ist. Es wurde erwartet, dass fünf Parteien in das neue Parlament einziehen, unter ihnen auch die Partei des Boxweltmeisters Witali Klitschko. Beobachter befürchten massiven Wahlbetrug.

Klitschko und sein Bündnis Udar konkurrieren mit der Vaterlandspartei der früheren Ministerpräsidentin Timoschenko um die Führung in der Opposition. Die oppositionelle Partei Udar (Schlag) von Box-Weltmeister Witali Klitschko hat sich dem Kampf gegen die Korruption verschrieben. Sollte sie einige Direktkandidaten auf ihre Seite ziehen können, könnte sie mit der Allianz der inhaftierten Ex-Ministerpräsidentin Julija Timoschenko eine Koalition bilden.

Die prowestlichen Oppositionsparteien hoffen vor allem darauf, genügend Parlamentssitze zu erringen, um die aus ihrer Sicht undemokratische Politik der Regierung von Janukowitsch wieder rückgängig zu machen. Neben der Inhaftierung Timoschenkos und deren Verbündeten sind ihnen unter anderem die grosse Machtfülle des Präsidenten, die Aufwertung der russischen Sprache sowie die zunehmende Einschränkung der Pressefreiheit ein Dorn im Auge.

Grosse Anspannung

In der Hoffnung, das Machtmonopol Janukowitschs zu brechen, habe er für die Vaterlandspartei von Timoschenko gestimmt, sagte der Wähler Dmitri Kowalenko. «Ich bin gegen Unterdrückung. Es ist leicht, zu gewinnen, wenn deine Gegner im Gefängnis sitzen.»

Der Westen verfolgt das Wahlverfahren in der Ukraine mit grosser Anspannung. Zuletzt hatte die Inhaftierung Timoschenkos, die wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt wurde, das Verhältnis zwischen dem osteuropäischen Land und der Europäischen Union schwer belastet. Sollte die Partei der Regionen (PR) von Präsident Janukowitsch bei der Wahl stark abschneiden, dürfte die Ukraine noch weiter auf Distanz zum Westen gehen. Beobachter fürchten dann, dass im Gegenzug Moskau in Kiew um eine Verstärkung der wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit werben könnte.

Nach einer Wahlrechtsänderung werden die 450 Parlamentssitze jeweils zur Hälfte über Parteilisten und Direktmandate besetzt. Die grosse Anzahl parteiloser Bewerber bereitet der Opposition Sorgen. Sie befürchtet nach der Wahl am Sonntag den Wechsel zahlreicher vorgeblich Parteiloser ins Janukowitsch-Lager.

(dapd)

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