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Ein Hauch von Abenteuer

Kompakte Crossover liegen im Trend. Renault bringt mit dem vielseitigen, gut ausgestatteten Kadjar Bewegung ins Segment.

«Das ist Mexiko», rief der britische Regisseur Ridley Scott, als er mit Cameron Diaz, Penélope Cruz, Javier Bardem und Brad Pitt den Kinofilm «The Counselor » drehte. In Tat und Wahrheit stand er jedoch mitten in der Bardenas Reales – jener Halbwüste nordwestlich von Saragossa, die mit ihren schroffen Felsformationen, den kargen Ebenen und dem staubtrockenen Klima tatsächlich an einen Schauplatz irgendwo in Mittelamerika erinnert.

Aber nicht nur Hollywood lässt sich von der surrealen Intensität dieser Wüste inspirieren, auch Renault wählte diesen kargen Ort,umden neuen Crossover Kadjar der Presse vorzustellen. Dieser läuft, nebenbei bemerkt, im Werk Palencia ganz in der Nähe vom Band. Der grössere Bruder des Renault Captur basiert technisch und optisch auf dem Nissan Qashqai. Da der asiatische Halbbruder schon seit Jahren vormacht, wie ein Crossover im Kompaktsegment Erfolg haben kann, liegt für Renault der zwar späte, aber beherzte Griff ins Konzernregal nahe. Chefdesigner Laurens van den Acker hat es zudem geschafft, dem Neuling ein dynamisches und eigenständiges Blechkleid zu verpassen. «Wenn wir schon nicht bei den Ersten waren, dann wollen wir wenigsten bei den Schönsten sein», liess er verlauten: Ein ausdrucksstarkes Gesicht, eine ungewöhnlich flache Silhouette und muskulöse Flanken stehen für eine in dieser Klasse tatsächlich seltene Leidenschaft. Leider bestätigt sich dieser Eindruck auf der Strasse nur teilweise.

Motoren mit 110 und 130 PS

Die drei Dieselaggregate und der einzige Benziner im Programm sind zwar allesamt kultiviert und verrichten ihre Arbeit zuverlässig, aber wirklich agil sind sie nicht. Dazu reichen die maximal 130 PS und 260 Newtonmeter Drehmoment der Autos mit Vorderradantrieb nicht. Den besten Eindruck hinterliess der 1,6-Liter-Energy-dCi 130-4WD. Er verfügt als Einziger über einen zuschaltbaren Allradantrieb und ist mit 130PS, aber 320 Newtonmeter am ehesten geeignet, die optische Dynamik auch auf die Strasse zu bringen. So oder so ist Vortrieb mit Handarbeit verbunden, denn nur gerade der kleine Diesel kann mit einem Automatikgetriebe bestellt werden. Immerhin: Renault bestätigte in Saragossa, dass die Motorenpalette später nach oben erweitert werden soll.

Punkten kann der Franzose aber mit anderen Werten. Und zwar mit inneren: Das aufgeräumte Interieur macht dank diverser gut verarbeiteter Leder- und Chromapplikationen einen sehr wertigen Eindruck, und auch die Bedienung, speziell über den frei konfigurierbaren Touchscreen, geht leicht und zügig von der Hand. So sind auch alle Einstellungen für die zahlreichen Helfer und Assistenzsysteme, wie zum Beispiel der Einparkhilfe, schnell programmiert. Sie übernimmt für den Fahrer sämtliche Lenkbewegungen – egal ob man in eine längs- quer- oder schräg zur Strasse liegende Parklücke einparken will.

Dass der Käufer auch im Kompaktsegment nicht mehr auf moderne Sicherheitssysteme verzichten muss, ist zwar nicht neu. Trotzdem überrascht der Kadjar mit Features wie dem aktiven Notbremseassistenten, dem Tempowarner mit Verkehrszeichenerkennung, einem Toter-Winkel-Warner oder dem Spurhalteassistenten. Da klingt die Erwähnung der Stopp-Start-Funktion schon beinahe banal. Doch auch sie trägt mit ein paar Prozentpunkten zu den guten Verbrauchswerten – im besten und theoretischen Fall 3,8 Liter auf 100 Kilometer beim kleinen Diesel – bei.

Segeln statt sprinten

Zwar lagen die Verbrauchswerte auf unseren Probefahrten deutlich über diesem Wert, doch ambitionierte Sparer nutzen den Eco-Modus des Kadjars, bei dem die Leistungskurve des Fahrzeugs zugunsten des Verbrauchs zusätzlich reduziert wird. So ist zwar segeln statt sprinten angesagt, doch angesichts der mässigen Dynamik dürfte das sowieso der bevorzugte und passende Fahrstil sein. Das dürfte auch die Passagiere freuen, die auf allen Sitzen grosszügig untergebracht werden. Selbst Grossgewachsene entspannen dank üpiger Knie- und Kopffreiheit auch auf den hinteren Rängen. Und wer mit Kind und Kegel in die Ferien verreisen will, hat dank der Variabilität des Kadjar sowieso leichtes Spiel. Denn die Dachreling nimmt nebst der Dachbox auch Fahrrad- oder Skiträger auf, der Kofferraumboden ist in der Höhe verstellbar, und die Rücksitze lassen sich bequem und während des Beladens vom Heck her zu einer völlig ebenen Fläche umklappen. Auf diese Weise lässt schluckt der Renault Kadjar bis zu 1478 Liter. Wem das zu wenig ist, der bestellt die optionale Anhängerkupplung und freut sich darüber, dass man mit dem französisch-japanischen Crossover eine zusätzliche Tonne Material in die Ferien transportieren kann.

Und wie stehen die Chancen des Kadjar in der Schweiz? Gut: Der Franzose fährt dank seiner modernen Optik, der Vielseitigkeit, des günstigen Einstiegspreises und seiner umfangreichen Ausstattung einer sonnigen Zukunft entgegen. Wie gewohnt dürfte bei uns der Allradler punkten. Wenn später stärkere Motoren nachgereicht werden, könnte der Teilzeit-Abenteurer für die Franzosen zum Vollzeit-Erfolg werden. Markus Cavelti fuhr den neuen Renault Kadjar auf Einladung der Renault Suisse SA am 8./9. Juni in Spanien.

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