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Punto. Punkt!

Nicht mehr Grande Punto, nicht mehr Punto Evo, sondern nur noch Punto. Fiats neue Bescheidenheit mit einem Erfolgsmodell.

Erfolgsmodell:
Erfolgsmodell:
Fiat
8,5 Millionen Punto hat Fiat in 18 Jahren verkauft.
8,5 Millionen Punto hat Fiat in 18 Jahren verkauft.
Wer sich mit dem 2-Zylinder nicht anfreunden kann, muss die Marke keinesfalls wechseln: Fiat bietet insgesamt zehn verschiedene Motoren an.
Wer sich mit dem 2-Zylinder nicht anfreunden kann, muss die Marke keinesfalls wechseln: Fiat bietet insgesamt zehn verschiedene Motoren an.
Fiat
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Erst ist er vom Punto zum Grande Punto gereift. Das war 2005. Dann zum Punto Evo mutiert, 2009. Jetzt, da der kompakte Kleinwagen für Fiat alle denk- und auch realisierbaren Entwicklungsstufen durchlaufen hat – und das mit anhaltendem Erfolg –, wird der Punto wieder schlicht zum Punto. Punkt!

Ein Schlusspunkt ist es allerdings nicht. Wäre auch zu schade. Denn mit dem Punto ist der Fiat-Konzern zum zweiten Mal in seiner jüngeren Vergangenheit mit einem Kleinwagen aus einer wirtschaftlichen Krise gefahren. War der Erfolg des 1983 lancierten UNO für die Turiner Autobauer fast schon existenziell, so gelang ihnen mit seinem Nachfolger das gleiche Kunststück ein zweites Mal. Dank dem Punto als neuem Hoffnungsträger konnte ein Loch von über acht Milliarden Franken zu Beginn des neuen Jahrtausends gestopft werden. Luca de Meo, damals Markenchef, sprach in diesem Zusammenhang gar von einem «historischen Wendepunkt».

500 000 Punto pro Jahr

Den Nimbus des UNO hat der Punto allerdings (noch) nicht erreicht. Bis zu 675 000 Mal haben die Italiener ihn damals pro Jahr verkauft. Sein Nachfolger brachte es bislang auf einen Schnitt von 500000 Einheiten, allerdings in einem ganz anderen Konkurrenzumfeld. Sah sich der UNO in den 80ern und zu Beginn der 90ern Jahre in seinem Segment bestenfalls fünf, sechs ernsthaften Konkurrenten gegenüber, so sind es heute mindestens 20. Vom VW Polo über den Opel Corsa und den Ford Fiesta bis hin zum Peugeot 207. Und anderen.

Dennoch hat es der Punto bis heute auf 8,5 Millionen Einheiten gebracht, er war fünfmal das meisterverkaufte Auto Europas und ist in Italien in den 18 Jahren, in denen es ihn nun schon gibt, unangefochten die Nummer 1 geblieben. Auch und weil es Fiat immer wieder verstanden hat, mit Innovationen, entsprechend plakatiert, neues Interesse und neue Begehrlichkeiten zu wecken.

Einen wichtigen Schritt in dieser Ausbau-Strategie spielte der Grande Punto. Den stellte Fiat 2005 auf eine völlig neu entwickelte Plattform, verlängerte die Karosserie um üppige 17 Zentimeter, den Radstand um 5 Zentimeter und machte den grossen Kleinen damit gleich wieder zum Klassenbesten.

Die nächste Stufe lancierten die Italiener vier Jahre später mit dem Punto Evo. Dabei bezog sich die Evolution, die auch in der Namensgebung ihren Niederschlag fand, in erster Linie auf den Fortschritt unter der Haube. Und damit auf die Multi-Air-Technik bei den Benzinmotoren. Diese, konzernweit erstmals beim Alfa Romeo Mito eingesetzt, bewirkte beim Punto neben einer erfreulichen Leistungssteigerung eine noch erfreulichere Reduktion des Verbrauchs und damit auch der CO2-Werte. «Mindestens 10 Prozent Einsparung», kündigte Fiat damals an. Und hielt das Versprechen ein.

Mit dem neusten Punto, der inzwischen auf respektable 4,06 Meter angewachsen ist (und doch nicht mehr Grande heisst), findet auch eine weitere Evolution statt, ohne dass sie bei der Typenbezeichnung noch in Erscheinung tritt. Auch der Punto Evo ist somit passé.

City-Flitzer mit zwei Zylindern

Die Rede ist vom kleinen 2-Zylinder-Turbo, dem Twin-Air, der respektable 85 PS leistet, eine Spitze von 172 km/h erreicht und als Benziner dennoch nur 4,2 Liter verbraucht und vor allem weniger als 100 Gramm CO2 ausstösst. Zwar inszeniert sich das «Motörchen» mit seinen 0,9 Liter Hubraum im 1. und 2. Gang eher rau und vor allem laut, aber dann gleitet man im City-Flitzer selbst auf der Autobahn fast erhaben dahin. Und wer sich mit dem 2-Zylinder nicht anfreunden kann, muss die Marke keinesfalls wechseln: Denn Fiat bietet insgesamt zehn verschiedene Motoren an, darunter als Top-Sparvariante für einen 5-türigen 5-Plätzer mit respektablem Kofferraum den 1,3-Liter-Multijet-Diesel, der sich mit 3,8 Liter auf 100 Kilometer begnügt – das entspricht 90 Gramm CO2 pro Kilometer.

Auch die Preise bringen die Italiener auf den Punkt: Der Punto ist in respektabler Serien-Ausstattung ab 17 200 Franken (1,2-Liter-Benziner mit 69 PS) zu haben. Den Twin-Air gibt es ab 21200 Franken, die 135 PS starke Top-Version, der 1.4 Sport, kostet 25 200 Franken.

Peter Hegetschweiler fuhr den neuen Punto auf Einladung von Fiat Schweiz am 10. Februar in Italien.

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