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Mercedes GLK: Vier Studien für ein «Hallelujah»

Showtime: In Las Vegas steht der Mercedes GLK als Rallyestar, als Cabriolet und als Skatepark auf Rädern im Rampenlicht.

So etwas geht nur in Amerika: Während in Europa Haustuner AMG eine gewisse Zurückhaltung übt und externe Veredler wie Brabus bei ihrer Arbeit die Grenzen des guten Geschmacks im Blick haben, lässt es Mercedes jetzt im Land der unbegrenzten Möglichkeiten krachen. Um dem neuen GLK, der im Januar auf den US-Markt kommt, einen starken Einstand zu bereiten, hat Mercedes zur grössten Tuningmesse der Welt in Las Vegas einen Wettbewerb ausgerufen und vor der Premiere nächste Woche die vier Finalisten ins Rampenlicht gerückt.

Mit dem kantigen Charakterkopf aus Stuttgart haben diese Entwürfe nur noch entfernte Ähnlichkeit. Völlig befreit von den Fesseln des Strassenverkehrsgesetzes oder des Budgets wurde der kleine Kraxler in der Hand der Tuner zum Bergrennwagen für den Gipfelsturm in Pikes Peak, zum lustvollen Cabrio, das jedem Bentley Continental die Schau im nächsten Rap-Video stehlen würde oder zu einem Trendmobil für Surfer und Skater.

Brabus Widestar fast schon dezent

Nur der deutsche Tuner Brabus gibt sich mit seinem Widestar fast schon bescheiden. Doch hat der einzige deutsche Entwurf, der im Gegensatz zu den US-Studien einen Diesel statt eines Benziners nutzt, die grössten Chancen, in Serie zu gehen. Schliesslich gibt es die Kotflügelverbreiterungen, die grossen Räder und die LED-Zusatzscheinwerfer bei Brabus schon für andere Mercedes-Modelle.

Weniger gut sind die Aussichten für den Rallye Racer von Renntech. Zwar wird sich in einem Land, in dem schon ein Zungenkuss unter Strafe stehen kann, kein Sheriff am riesigen Heckflügel, den üppigen Kotflügeln und dem rasiermesserscharfen Frontspoiler stören. Doch gehört in der Vision des Tuners zum V6-Benziner auch ein Hybrid-Modul, das erst noch entwickelt werden müsste.

Ebenfalls nur für Show & Shine taugt der Rock Crawler, den Legendary Motors aus dem kanadischen Ontario auf die Räder gestellt hat. Als Trendmobil für Surfer und Skater schafft es der kleine Kraxler mit seinen überdimensionalen Ballonreifen nicht nur bis ganz hinunter an den Strand. Denn um Wakeboarder in Schwung zu bringen, hat er eine eigene Seilwinde an Bord. Und wer seine Show lieber in der Stadt abzieht, kann für ein paar künstlerische Einlagen auf dem Skateboard eine Reihe von Rails aus den Flanken klappen.

Die spektakulärste Studie stammt von Boulevard Customs aus Florida, die den GLK zum Urban Whip umgebaut haben. Dabei wurde der SUV nicht nur auf 26-Zoll-Räder gestellt und mit so viel Chrom im Grill geschmückt, dass man das Foto nur mit Sonnenbrille anschauen kann, sondern auch gleich das Dach entfernt.

«Den Charakter unterstreichen»

Ganz egal, welcher der vier Tuner die Abstimmung auf der Messe und im Internet (www.mbusa.com) gewinnt, der Sieger steht schon fest: der Mercedes GLK. Denn die Zeiten für kleine und vergleichsweise sparsame SUV waren auch im Mutterland der Offroad-Dinosaurier nie günstiger als heute.

Dass bei diesen Showcars von seiner Arbeit nicht mehr viel übrig bleibt, nimmt Mercedes-Designchef Gorden Wagener gelassen: «Mit dem GLK bieten wir ein kompaktes Modell in einem jungen Marktsegment an. Mit diesem Wettbewerb wollen wir den Show-Aspekt der Messe mitnehmen und damit den Charakter des GLK unterstreichen. Ein SUV, das so erfrischend anders ist wie der GLK, benötigt auch eine etwas andere Bühne.»

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