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Längst kein Angeber mehr

Chevrolet Camaro – bei dem Namen werden Autofans schwach. Der legendäre Muscle Car ist in seiner neuesten Auflage schärfer denn je – und tatsächlich auch richtig gut.

Er sieht aus wie ein Muscle Car aus dem Bilderbuch. Doch der neueste Camaro ist auch ein fahragiles, erstaunlich handliches Sportcoupé zu einem verblüffenden Preis.
Er sieht aus wie ein Muscle Car aus dem Bilderbuch. Doch der neueste Camaro ist auch ein fahragiles, erstaunlich handliches Sportcoupé zu einem verblüffenden Preis.
zvg
Der Innenraum verblüfft mit einer sehr umfangreichen, modernen Ausstattung und hochwertigen Materialien.
Der Innenraum verblüfft mit einer sehr umfangreichen, modernen Ausstattung und hochwertigen Materialien.
zvg
Ein V8-Konzert vom Feinsten: Was der Camaro zu den vier Endrohren hinausposaunt, verursacht bei Autofans Gänsehaut.
Ein V8-Konzert vom Feinsten: Was der Camaro zu den vier Endrohren hinausposaunt, verursacht bei Autofans Gänsehaut.
zvg
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Mustang, Camaro, Charger – freilich gibt es noch viele mehr, doch dieses Dreigestirn ist der Inbegriff der Muscle Cars aus den 60er-Jahren. Sie alle wurden vor einiger Zeit im Retro-Look neu aufgelegt, und sie alle sind nun in einer nochmals neueren Generation erhältlich – und so scharf wie nie.

Wir fahren den Camaro, der auf eine 50-jährige Geschichte mit Höhen und Tiefen zurückblickt – und auf dieses Jubiläum nimmt unser Testwagen in der Spezialversion 50th Anniversary Bezug, die mit einigen schicken Details das Fahrzeug aufwertet. Das wäre aber nicht einmal nötig, denn die neueste, sechste Generation des legendären Muscle Car sieht auch so unverschämt gut aus.

Die Scheinwerfer blicken überlegen cool in die Gegend, das flache Greenhouse und die sehr breite Karosse sorgen für einen bulligen Look. Wie es die Fahrzeugkategorie vorwegnimmt, hat der Camaro dicke Muskeln – und zeigt diese auch ganz unverhohlen.

Wie der Mustang ist auch der Camaro mit einem sparsamen Vierzylindermotor erhältlich, doch dieser Stilbruch geht bei einem so geschichtsträchtigen Modell kaum. Nein, der dicke V8 muss es sein, und das ist ein alter Bekannter: Der 6,2-Liter-Sauger wird in diversen GM-Modellen verbaut, man spricht aber gerne vom Corvette-Motor.

Im Camaro leistet er 453 PS und generiert bis 617 Newtonmeter Drehmoment. In unserem Testwagen wird der V8 über ein knackiges Sechsganggetriebe geschaltet – eine Kombination, die schlicht und einfach wunderbar ist. Die Fahrleistungen sind es auch: 4,4 Sekunden braucht der Ami für den Spurt auf Tempo 100 – wow!

Wer den Camaro aus früheren Dekaden kennt oder auch nur den unmittelbaren Vorgänger gefahren ist, der wird der neuesten Version viel weniger zutrauen, als sie tatsächlich draufhat. Als technische Basis für die sechste Generation diente nämlich der Cadillac ATS, und dessen Plattform ist äusserst gut gelungen.

So erhielt nun auch der Camaro ein souveränes Chassis und liegt damit sehr gut auf der Strasse, wankt dank Magnetic Ride Control kaum in der Kurve, schaukelt nicht auf bei schnellen Lastwechseln, lenkt willig und exakt ein und bremst auch stets zuverlässig – da ist man sich von einem ­Muscle Car eigentlich ganz anderes gewohnt.

Tatsächlich ist der neue Camaro längst kein Angeber mehr, sondern ein feines, leichtfüssiges und präzis zu fahrendes Sportcoupé, mit dem man sehr gerne auch Schweizer Bergpässe oder die Rennstrecken der Welt in Angriff nimmt.

Auch im Innenraum und bezüglich der Ausstattung hat sich einiges getan. Okay, hier und da sind kleinere Verarbeitungsschwächen zu erkennen, die man in einem Audi so niemals entdecken wird.

Doch da sind auch schöne Ledersitze, ein modernes Infotainmentsystem, eine hochwertige Soundanlage, schickes Ambientlicht und freilich auch die wichtigsten Fahrassistenzsysteme – da braucht der Amerikaner keinen Vergleich zu scheuen. Entsprechend erstaunlich ist der Preis: Ab 53 490 Franken ist die von uns gefahrene V8-Version zu haben – ein ungeheures Schnäppchen.

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