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Coronavirus in der Schweiz+++ 782 Ansteckungen innert drei Tagen +++ Covid-19-Ausbruch in Neuenburger Pflegeheim

Neun von 33 Bewohnern eines Pflegeheims haben sich mit dem Coronavirus angesteckt. Schweizer Corona-News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Bundesrat lässt ab Oktober Grossanlässe mit mehr als 1000 Menschen zu, allerdings mit strengen Massnahmen und unter der Obhut der Kantone.
  • Mehrere Kantone haben die Schutzmassnahmen wieder verschärft. So wurde die Maskenpflicht in Läden eingeführt.

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Bund meldet 782 Neuinfektionen innert 72-Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag 782 Coronavirus-Ansteckungen innerhalb von drei Tagen gemeldet worden. Zudem registrierte das Amt zwei neue Todesfälle. 26 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

In der vergangenen Woche hatte das BAG am Freitag 372 und am Donnerstag 391 Fälle registriert. Am Mittwoch waren es 437 Fälle und am Dienstag 286.

Gegenüber Freitag wurden dem BAG 22'869 neue Tests gemeldet. Bei 4,6 Prozent aller Tests fiel das Resultat über die vergangenen Monate gesehen positiv aus. Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung waren am Montag nach Angaben des BAG 3740 Personen in Isolation und 8896 Menschen standen unter Quarantäne. Zusätzlich sassen 12'589 Heimkehrerinnen und Heimkehrer aus Risikoländern in Quarantäne.

Lesen Sie unser Interview mit Epidemiologe Marcel Salathé: «Es sieht gerade wirklich, wirklich gut aus»

Corona-Ausbruch in einem Neuenburger Pflegeheim

In einem Alters- und Pflegeheim im neuenburgischen Couvet haben sich neun von 33 Bewohnern mit dem Coronavirus angesteckt. Sechs Mitarbeitende des Pflegepersonals wurden ebenfalls positiv getestet.

Nachdem ein am Freitag durchgeführter Corona-Test bei einem Bewohner positiv ausgefallen war, unterzogen sich alle Bewohner der Einrichtung sowie alle Mitarbeiter im Laufe des Samstags einer Untersuchung, wie das Heim am Sonntagabend mitteilte.

Die Verantwortlichen sprachen von einer «ernsten Situation». Besuche im Alter- und Pflegeheim wurden bis auf weiteres verboten. Der Präsident des Stiftungsrates, Claude-Alain Kleiner, sagte gegenüber dem Newsportal arcinfo.ch, dass es den infizierten Bewohnern im Moment gut gehe und dass ihr Zustand stabil sei.

Ikea verweigert Kundin ohne Maske trotz Arztzeugnis Zutritt

Wer keine Maske trägt, kommt bei Ikea in Dietlikon ZH nicht rein. Der Möbelriese macht dabei keine Ausnahme. Das musste nun auch eine 34-Jährige feststellen. Die Frau wollte zusammen mit ihrem Vater (63) einen Esstisch kaufen. Doch sie mussten ohne Tisch wieder nach Hause, wie der «Blick» schreibt.

«Kein Zutritt ohne Maske», heisst es beim Eingang. «Das gilt auch für alle Personen mit Arztzeugnis.» So wurde auch für 34-Jährige keine Ausnahme gemacht. Die Frau hatte sich gerade erst von einer Lungenentzündung, die nicht durch Corona verursacht wurde, erholt. Mit Mundschutz kann sie kaum atmen. Ihr Arzt hat ihr deswegen ein Attest ausgestellt, das sie zwei Monate vom Maskentragen befreit.

Bei Ikea habe der Schutz der Mitarbeiter und der Besucher «oberste Priorität», heisst es bei Ikea auf Anfrage von «Blick». «Wir haben nicht die nötige Fachkompetenz, zwischen einem ärztlich verschriebenem und einem im Internet gekauften Attest zu unterscheiden.» Die Regel gilt für alle Standorte, wo eine Maskenpflicht von den Behörden verordnet wird. Also in Dietlikon ZH, Aubonne VD und Vernier GE.

Kein Eintritt: Ein Mann mit Kinderwagen steht vor dem verschlossenen Eingang einer IKEA-Filiale.
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Kein Eintritt: Ein Mann mit Kinderwagen steht vor dem verschlossenen Eingang einer IKEA-Filiale.
Foto: Georgios Kefalas (Keystone)
Senioren meiden das Heim

Das Coronavirus hat die Nachfrage nach Plätzen in Alters- und Pflegeheimen gedämpft. Keinen Bereich der Gesellschaft habe die erste Infektionswelle mit dem Virus härter getroffen, schreibt der «SonntagsBlick».

Wer nicht zwingend in ein Alters- oder Pflegeheim wechseln müsse, tue dies derzeit nicht. Viele bereits angemeldete Seniorinnen und Senioren seien aufgrund der Coronakrise nicht eingetreten oder hätten den Eintritt verschoben.

Das wirke sich auf die Belegung der Heime aus, die im ersten Halbjahr 2020 landesweit um 3 Prozent gesunken sei, wie eine Umfrage bei 400 Heimen zeige. Die Branche denke über Alternativen wie betreutes Wohnen oder individuelle Tagesangebote nach.

Corona-App fand 65 Infizierte

Die digitale Warn-App zur Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten funktioniert zwar seit der Inbetriebnahme am 25. Juni tadellos. Ihr Nutzen liesse sich jedoch noch steigern, wenn mehr Nutzer die App installierten und der Zeitraum vom positiven Test bis zum Warnhinweis weiter verkürzt werden könnte, sagte der Epidemiologe Marcel Salathé gegenüber der «NZZ am Sonntag».

19 Prozent der Bevölkerung nutzt die App aktiv: Eine Frau öffnet die SwissCovid Contact Tracing App des Bundes auf ihrem Smartphone. (Symbolbild)
19 Prozent der Bevölkerung nutzt die App aktiv: Eine Frau öffnet die SwissCovid Contact Tracing App des Bundes auf ihrem Smartphone. (Symbolbild)
Foto: Gaetan Bally (Keystone)

Vorbild sei Singapur, wo die Behörden dafür weniger als zwei Tage benötigten. Die Warn-App wurde bisher in der Schweiz 2,4 Millionen Mal installiert. Total 1,6 Millionen Personen oder 19 Prozent der Bevölkerung nutzten sie aktiv. Beim Tracing wurden jedoch nur etwa 65 Infizierte gefunden, die ohne die App nicht oder erst später erkannt worden wären.

BAG hält an Quarantäne-Entscheid für Ligurien fest

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hält an seinem Entscheid fest, die italienische Region Ligurien auf die Liste der Coronavirus-Risikogebiete zu setzen. Die ligurischen Behörden hatten sich am Freitagabend gegen den Entscheid gewehrt.

Das BAG beurteile die epidemiologische Lage bei den Nachbarstaaten auf Ebene Regionen, teilte das Bundesamt auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Samstag mit. Dabei falle Ligurien mit einer 14-Tages-Inzidenz von rund 80 Fällen auf 100'000 Einwohner unter die Regionen mit erhöhtem Risiko. Eine weitere Differenzierung innerhalb einer Region sei nicht möglich, so das BAG.

Monterosso im Gebiet des bei Touristen beliebten Cinque Terre in Ligurien.
Monterosso im Gebiet des bei Touristen beliebten Cinque Terre in Ligurien.
Keystone

Die Region Ligurien stehe deshalb ab dem 28. September auf der Quarantäneliste. Das BAG überprüfe die Liste regelmässig und werde sie wie bisher bei Änderungen der Lage anpassen.

Die ligurischen Behörden argumentieren, dass der Ausbruch des Virus auf den Ort La Spezia zurückzuführen ist. Die Region hat deswegen beim Schweizer Generalkonsul in Italien interveniert, wie die italienische Agentur Ansa am Freitagabend berichtete. Sie informierten auch den italienischen Aussenminister Luigi Di Maio.

Die ligurischen Behörden sind der Ansicht, dass die Schweizer Entscheidung durch die «inhomogene» Situation in dieser Region verzerrt ist. Der Bund müsse seine Entscheidung rückgängig machen oder diese nur auf die von der Epidemie am stärksten betroffenen Gebiete anwenden.

Die 70 Fälle pro 100'000 Einwohner seien auf den lokalen Ausbruch in La Spezia zurückzuführen, eine Hafenstadt, die etwa 100 Kilometer östlich von Genua liegt. Laut regionalen Behörden sinken dort die Neuinfektionen. Der Rest der Region Ligurien bleibe unter dem Grenzwert.

Der Bund hat in einer Verordnung die Kriterien für Risikoländer verankert: Als solche gelten Länder, in welchen die Zahl der Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner in den letzten 14 Tagen mehr als 60 betrug. Am Freitag wurde die neue Länderliste vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) veröffentlicht.

Die aktualisierte Liste enthält neu auch die Region Bretagne in Frankreich und verschiedene österreichische Bundesländer. Auf der Grundlage der vom BAG erstellten und regelmässig angepassten Liste ist die Quarantäne nach einem Aufenthalt in 59 Ländern nun obligatorisch.

Lesetipp: In welche Länder Schweizer noch ohne Einschränkungen reisen können

Ligurien ficht BAG-Bescheid an

Die italienische Region Ligurien ist nicht damit einverstanden, dass die Region von der Schweiz auf die Liste der Coronavirus-Risikogebiete gesetzt wurde. Die dortigen Behörden argumentieren, dass der Ausbruch des Virus auf den Ort La Spezia zurückzuführen ist.

Die Region hat deswegen beim Schweizer Generalkonsul in Italien interveniert, wie die italienische Agentur Ansa am Freitagabend berichtete. Sie informierten auch den italienischen Aussenminister Luigi Di Maio.

Die ligurischen Behörden sind der Ansicht, dass die Schweizer Entscheidung durch die «inhomogene» Situation in dieser Region verzerrt ist. Der Bund müsse seine Entscheidung rückgängig machen oder diese nur auf die von der Epidemie am stärksten betroffenen Gebiete anwenden.

In Genua haben Mitte August die ersten Kreuzfahrtschiffe den Betrieb wieder aufgenommen.
In Genua haben Mitte August die ersten Kreuzfahrtschiffe den Betrieb wieder aufgenommen.
Keystone

Die 70 Fälle pro 100'000 Einwohner seien auf den lokalen Ausbruch in La Spezia zurückzuführen, eine Hafenstadt, die etwa 100 Kilometer östlich von Genua liegt. Laut regionalen Behörden sinken dort die Neuinfektionen. Der Rest der Region Ligurien bleibe unter dem Grenzwert.

Der Bund hat in einer Verordnung die Kriterien für Risikoländer verankert: Als solche gelten Länder, in welchen die Zahl der Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner in den letzten 14 Tagen mehr als 60 betrug. Am Freitag wurde die neue Länderliste vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) veröffentlicht.

Die aktualisierte Liste enthält neu auch die Region Bretagne in Frankreich und verschiedene österreichische Bundesländer. Auf der Grundlage der vom BAG erstellten und regelmässig angepassten Liste ist die Quarantäne nach einem Aufenthalt in 59 Ländern nun obligatorisch.

Elefantenrunde ohne Levrat?

SP-Chef Christian Levrat wartet derzeit auf die Resultate eines Corona-Tests. Dies berichtet der «Blick» in Berufung auf den Basler SP-Präsidenten Pascal Pfister. Weil es im familiären Umfeld von Levrat einen Corona-Fall gegeben habe, sei der SP-Mann in Selbstisolation.

Levrat selbst bestreitet dies jedoch auf Twitter. Er sei weder krank, noch in Quarantäne, schreibt er. «Ich musste heute Mittag getestet werden und warte auf das Ergebnis.» Bis dahin habe er vorsichtshalber seine Verpflichtungen anuliert.

Die Meldung kommt ausgerechnet vor dem Abstimmungssonntag. Das könnte bedeuten, dass Levrat bei der traditionellen Elefantenrunde von SRF nicht teilnehmen könnte, wo die Abstimmungsresultate mit den Chefs der grossen Parteien diskutiert werden.

BAG passt Empfehlungen für Schul- und Kleinkinder an

Lesen Sie hier die neuen Empfehlungen für Kinder: Das rät das BAG bei Erkältungssymptomen

In der Schule oder einer Betreuungseinrichtung ist die Ansteckungsgefahr geringer als Zuhause, sagt das BAG: Mutter bringt Kind in Krippe.
In der Schule oder einer Betreuungseinrichtung ist die Ansteckungsgefahr geringer als Zuhause, sagt das BAG: Mutter bringt Kind in Krippe.
Foto: Keystone

Darf mein Kind mit Schnupfen in die Schule? Wann muss ich es testen lassen? Das Bundesamt für Gesundheit hat Empfehlungen für die kommende Wintersaison herausgegeben.

Bund aktualisiert Liste der Risikostaaten

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat am Freitag die Liste der Länder mit erhöhtem Corona-Infektionsrisiko aktualisiert. Quarantänepflicht gilt damit für 58 Staaten und 23 Regionen. Neu aufgenommen wurden folgende Länder und Gebiete:

  • Belgien
  • Dänemark
  • Ecuador
  • Irland
  • Island
  • Jamaika
  • Luxemburg
  • Marokko
  • Nepal
  • Niederlande
  • Oman
  • Portugal
  • Region Bretagne, Frankreich
  • Region Ligurien, Italien
  • Region Niederösterreich
  • Region Oberösterreich
  • Slowenien
  • Ungarn
  • Vereinigtes Königreich

Nicht mehr als Risikostaaten gelten:

  • Kosovo
  • San Marino

Die neue Liste tritt am Montag, 28. September, in Kraft, wie das BAG mitteilte. Wer aus einem der Risikoländer einreist, muss zehn Tage in Quarantäne. Am Freitag war das bei insgesamt 10'148 Heimgekehrten der Fall. Bei der letzten Anpassung vom 11. September hatte das BAG 55 Staaten als Risikogebiete eingestuft.

Ebenfalls gestrichen hat das Bundesamt Aruba, die Britischen Jungferninseln, Gibraltar, Sint Maarten, die Turks- und Caicos-Inseln, dies weil diese zu den Niederlanden respektive dem Vereinigten Königreich zählen und bisher darunter subsummiert worden sind. Bei den USA wurde die Klammerbemerkung «inklusive Puerto Rico, Amerikanische Jungferninseln und Guam» gestrichen.

BAG meldet 372 Neuinfektionen

Aus der Schweiz und Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag 372 Coronavirus-Ansteckungen innerhalb eines Tages gemeldet worden. Bei 12'346 Tests entspricht dies einer Positivitätsrate von 3 Prozent. Zudem registrierte das Amt zwei neue Todesfälle. Zehn Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

Am Freitag vor einer Woche waren es noch 488 Neuinfektionen. Das entsprach einer Positivitätsrate von 3,5 Prozent.

Ex-SNB-Chef Hildebrand rechnet nicht mit Krise bei Firmenkrediten

Die Reaktion der Schweizer Behörden auf die Coronapandemie waren nach Ansicht von Ex-Nationalbank-Chef Philipp Hildebrand angemessen. Der heutige Vizechef der weltgrössten Fondsgesellschaft Blackrock meint, dass die auf Geldpolitik, Corona-Notkrediten und Kurzarbeit ruhende Strategie «notwendig war und funktionierte».

Trotz der Unsicherheiten wegen der Coronapandemie droht keine Kreditkrise am Horizont. «Ich sehe nicht, inwieweit wir eine riesige Konkurswelle erleben sollten, welche die Stärke der Bankbilanzen gefährden könnte», sagt Hildebrand in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AWP.

Seine «vorsichtige, aber optimistische Haltung» beruhe auf der wirtschaftlichen Erholung nach dem Ende der Einschränkungsmassnahmen in der Schweiz. «Die Konjunktur hat wieder angezogen. Wir nähern uns dem Niveau des Bruttoinlandprodukts (BIP) von vor der Krise», sagte Hildebrand.

Der ehemalige Nationalbankchef nannte die geldpolitischen Massnahmen der Zentralbanken zur Bekämpfung der Coronafolgen «historisch». Im April habe die US-Notenbank Fed Massnahmen angekündigt, die doppelt so umfangreich seien wie die zwischen 2008 und 2013 ergriffenen Anti-Krisenmassnahmen.

Solothurn verlängert Corona-Auflagen für Clubs und Bars

Der Kanton Solothurn hat die Regelungen für Bars und Clubs im Kampf gegen die Corona-Pandemie bis Ende Jahr verlängert. Es dürfen weiterhin höchstens 100 Gäste anwesend sein, wenn die Konsumation nicht ausschliesslich an einem fest zugewiesenen Platz erfolgt.

Bars und Clubs können jedoch mehrere, räumlich klar getrennte Gästebereiche mit je maximal 100 Personen betreiben, wie die Staatskanzlei Solothurn am Freitag mitteilte. Die Betriebe müssen zudem die Kontaktdaten der Gäste erheben. Dazu gehören auch die Ankunfts- und Weggangszeiten.

Ausserhalb der betreffenden Gästebereiche muss, sofern die Möglichkeit einer Durchmischung besteht, entweder der Mindestabstand eingehalten oder eine Schutzmaske getragen werden.

Situation ist «sehr labil»

Der Kanton begründet die Verlängerung der entsprechenden Allgemeinverfügung damit, dass die epidemiologische Gesamtsituation «sehr labil» bleibe. Während den kommenden Herbst- und Wintermonaten würden sich die Menschen zudem wieder vermehrt in Innenräumen aufhalten, was die Verbreitung des Coronavirus begünstigen werde.

In drei Bereichen sieht der Kanton jedoch kleine Lockerungen vor. So wurden Restaurants von der Pflicht ausgenommen, die Zahl der Gäste auf 100 Personen zu beschränken.

Das Gleiche gilt für private, nicht in öffentlich zugänglichen Einrichtungen oder in Betrieben stattfindenden Veranstaltungen, bei denen die anwesenden Personen den Organisierenden bekannt sind. Messen und Gewerbeausstellungen gelten nicht mehr als Veranstaltungen.

Für Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen ist im Kanton in jedem Fall eine Bewilligung des Departements des Innern notwendig. Solche Anlässe sind ab dem 1. Oktober wieder möglich.

Hoher Zuspruch für Maskenpflicht in öffentlichen Räumen

Sieben von zehn Personen befürworten laut einer neuen Umfrage eine Maskenpflicht in geschlossenen öffentlichen Räumen und wünschen sich einheitliche Regeln für die ganze Schweiz. Jeder Fünfte findet, die Behörden hätten überreagiert. Impfen wird es schwer haben.

Die Mitte September im Auftrag des «Migros-Magazin» durchgeführte Studie ist am Freitag veröffentlicht worden. Demnach befürworten 68 Prozent der 1031 repräsentativ befragten Personen eine Maskenpflicht in geschlossenen öffentlichen Räumen. 67 Prozent sind verwirrt über die unterschiedlichen Bestimmungen von Kanton zu Kanton.

Eine Frau mit Atemschutzmaske kauft Lebensmittel ein.
Eine Frau mit Atemschutzmaske kauft Lebensmittel ein.
Foto: Ennio Leanza (Keystone)

Auffällig ist der hohe Anteil an Impfskeptikern. Lediglich 41 Prozent gaben an, sich impfen zu lassen, sobald das Bundesamt für Gesundheit einen Impfstoff freigibt.

Nur jeder und jede zweite hat Vertrauen in die Behörden, dass diese in der Coronakrise richtig und mit Augenmass handeln. 20 Prozent sind der Ansicht, dass die Behörden überreagiert haben, wobei dies namentlich Männer finden. 28 Prozent gaben an, die demokratischen Rechte seien in Gefahr. Nur jeder fünfte ist zuversichtlich, dass die Krise bald ausgestanden ist.

Angst vor einer Ansteckung und ihren Folgen haben 37 Prozent der Befragten. In der Westschweiz und im Tessin ist diese Angst deutlich ausgeprägter als in der Deutschschweiz. Frauen haben diesbezüglich grössere Ängste als Männer, Städter mehr als Menschen, die auf dem Land wohnen.

28 Prozent sind von den wirtschaftlichen Folgen der Krise betroffen oder haben entsprechende Ängste, wobei auch hier die lateinische Schweiz durch ein höheres Sorgenpotenzial auffällt. 36 Prozent haben die Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten, insbesondere mit hoher Bildung.

Schüler in Visp positiv getestet

Vier Schüler der dritten Orientierungs-Klasse in Visp sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die 18 Schülerinnen und Schüler der Klasse stehen seit Mittwoch unter Quarantäne.

Die Ansteckung dürften ausserhalb der Schule, also im privaten Rahmen erfolgt sein, zitiert der «Walliser Bote» (Freitagausgabe) den stellvertretenden Kantonsarzt Frank Bally. Es gebe Verbindungen zu einem Ausbruch in Visperterminen.

Der Kantonsarzt setze seine Untersuchungen und das Contact Tracing fort, teilte der Kanton Wallis seinerseits auf seinem Portal im Internet mit. Das Verfahren befolge die Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG).

Schüler aus Visperterminen seien wohl in dieser Klasse positiv getestet worden. Alle 18 Schülerinnen und Schüler werden nun auf das Coronavirus getestet. Die Lehrpersonen in Visp sind zunehmend besorgt. Sie fordern eine Maskenpflicht für alle Schüler.

Neue BAG-Direktorin übernimmt interimistisch die Task-Force

Die neue Direktorin des Bundesamtes für Gesundheit, Anne Lévy, wird interimistisch die Corona-Taskforce leiten. Dabei handelt es sich nicht um die Task-Force, die der Bund eingerichtet hatte, um die Wissenschaft besser in die Bewältigung der Pandemie einbinden zu können.

Lévy wird dabei ab Oktober von Christine Kopp unterstützt, die vom Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) zum BAG stösst.

Anne Lévy.
Anne Lévy.
Foto: Anthony Anex (Keystone)

Mit der Leitung der Abteilung übertragbare Krankheiten, die bisher Stefan Kuster innehatte, wird in den kommenden Monaten Andrea Arz de Falco betraut, wie das BAG zu Berichten des Onlineportals Nau.ch bekannt gab. Die neue Direktorin werde in der ersten Oktoberhälfte über die neue Organisation detailliert informieren, heisst es

Erst am Mittwoch war bekannt geworden, dass Kuster, der die Leitung der Abteilung übertragbare Krankheiten von dem als «Mister Corona» bekannt gewordenen und inzwischen pensionierten Daniel Koch Ende März übernommen hatte, zurücktreten wird. Kuster will aber weiterhin auf Mandatsbasis für die Behörde arbeiten.Christine Kopp, die derzeitige stellvertretende Direktorin beim Schweizerischen Roten Kreuz (SRK), soll Leiterin des Corona-Krisenmanagements beim BAG werden. Dies berichtet das Newsportal nau.ch.

Christine Kopp
Christine Kopp
Foto: Peter Schneider (Keystone)

Unispital Basel: Mehr Lohn fürs Pflegepersonal

Am Universitätsspital Basel (USB) kommt ein Teil des von der Corona-Pandemie besonders geforderten Pflegepersonals im kommenden Jahr in den Genuss einer Lohnerhöhung. Im Budget 2021 des USB werden dafür 1,2 Millionen eingestellt.

Das Universitätsspital Basel
Das Universitätsspital Basel
Foto: Georgios Kefalas (Keystone)

Erhöht werden die Löhne der Pflegenden auf der Intensivstation und der Intermediate Care Unit, der Intensiv-Überwachungsstation, wie es in der Mitteilung heisst. Profitieren können rund 200 Mitarbeitende, wie es beim USB auf Anfrage hiess.

Erhöht werden auch die Ausbildungslöhne jener rund 80 Mitarbeitenden, welche die zweijährige höhere Fachausbildung zur Pflegefachperson HF absolvieren. Mit dieser Lohnerhöhung will das Spital gemäss Communiqué ein «klares Zeichen» setzten, um für diesen Teil des Pflegepersonals längerfristig die Attraktivität im Arbeitsmarkt zu erhalten und zu steigern.

Weiter haben der Verwaltungsrat des USB und die Spitalleitung beschlossen, 2021 für das gesamte dem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unterstellten Personal 1,4 Millionen Franken für individuelle Lohnanpassungen zur Verfügung zu stellen. Das entspricht 0,3 Prozent der Lohnsumme von rund 425 Millionen Franken. Am USB fallen rund 4500 von insgesamt 7500 Mitarbeitenden unter den GAV.

Mit dieser Massnahme will das USB unter dem Eindruck der Covid-19-Pandemie aussergewöhnliche Leistungen der Beschäftigten im Gesundheitswesen honorieren, wie es in der Mitteilung heisst. Zugleich verweist das Unispital auf seine coronabedingt schwierige Ertragssituation. Gerechnet wird für das laufende Jahr laut einem USB-Sprecher mit einem Defizit in der Grössenordnung von 25 Millionen.

Flughafen Genf rechnet mit 100-Millionen-Franken-Verlust

Der Flughafen Genf befindet sich wegen der Coronapandemie weiterhin in einer schweren Krise. Nach dem Einbruch im Frühling sei es in den Monaten Juli und Anfang August zu einer Belebung gekommen, die jedoch Mitte August wieder abgeflacht sei, teilte der Flughafenbetreiber am Donnerstag mit.

Im September sei die Zahl der Passagiere um 75 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Angesichts dieser jüngsten Entwicklung rechnet der Flughafen Genf im laufenden Jahr mit einem Verlust von mindestens 100 Millionen Franken.

Durch Krise 56 Stellen weniger

Noch immer würden wegen der Krise mit Blick auf dieses und nächstes Jahr Sparmassnahmen umgesetzt, hiess es weiter. Im März hatte der Flughafen Kurzarbeit eingeführt. Es gab einen Einstellungsstopp und Abgänge werden nur noch streng begrenzt ersetzt. Zudem werden befristete Verträge nicht verlängert und Angestellte frühpensioniert. Insgesamt werde es im nächsten Jahr 56 Stellen weniger Vollzeitstellen geben, hiess es im Communiqué vom Donnerstag.

Zudem habe man Temporärbeschäftigte abgebaut und Ausbildungskosten gekürzt, Prämien reduziert oder abgeschafft sowie Lohnerhöhungen eingefroren. Diese Massnahmen führten im nächsten Jahr zu einer Verringerung der Lohnsumme um 10 Prozent oder 14 Millionen Franken.

75 Prozent weniger Passagiere im September: Ein Mann geht durch den Flughafen Genf.
75 Prozent weniger Passagiere im September: Ein Mann geht durch den Flughafen Genf.
Foto: Salvatore Di Nolfi/Keystone

Auch bei den Betriebsausgaben setzte der Flughafen die Schere an. Diese wurden mit einer Reihe von Massnahmen gar um 20 Prozent reduziert. Das sind 30 Millionen Franken.

Investitionen zusammengestrichen

Darüber hinaus hat der Flughafen Projekte eingefroren. Dies führt zu einer Verringerung der Investitionen um 71 Millionen Franken für die Jahre 2020 und 2021 und um 199 Millionen Franken für die Jahre 2022 bis 2024.

Mit all diesen Massnahmen könne man das derzeitige Einsparungsziel erreichen, ohne dass derzeit Massenentlassungen ins Auge gefasst werden müssten, hiess es. Damit wolle man «die Fähigkeit des Genfer Flughafens erhalten, den Aufschwung zu bewältigen, sobald er eintritt».

Sollte die Verkehrsentwicklung ungünstiger ausfallen als erwartet, wären aber zusätzliche Einsparungen notwendig, was sich unweigerlich auf den Personalbestand des Flughafens Genf auswirken würde. Die Situation werde Ende Jahr neu analysiert, hiess es weiter.

BAG meldet 391 Neuinfektionen

Aus der Schweiz und Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag 391 Coronavirus-Ansteckungen innerhalb eines Tages gemeldet worden. Bei 13'851 Tests entspricht dies einer Positivitätsrate von 2,8 Prozent. Neue Todesfälle registrierte das Amt drei. 11 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

Am Donnerstag vor einer Woche waren es noch 530 Neuinfektionen. Das entsprach einer Positivitätsrate von 3,6 Prozent.

Am Mittwoch meldete das BAG 437 neue Ansteckungen. Am Dienstag waren es 286. Am Montag hatte das Amt erstmals die Zahlen für das ganze Wochenende und den Freitag bekannt gegeben. Insgesamt waren für die drei Tage 1095 neue Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Virus in der Schweiz und in Liechtenstein gemeldet worden. Am Freitag der vergangenen Woche waren 488 Fälle registriert worden und am Donnerstag 530.

In Isolation und Quarantäne befanden sich 11'315 Personen, dazu kommen 13'497 Reiserückkehrerinnen und Reiserückkehrer. Insgesamt sind somit 24'813 Personen in der Schweiz in Quarantäne.

Stefan Kuster erklärt seinen Abgang als «Mister Corona»

«Es zeichnet sich ab, dass dieser Marathon noch eine Weile dauern wird», sagt Stefan Kuster zu seinem überraschenden Rücktritt als Leiter übertragebare Krankheiten. Deshalb werde die Arbeit innerhalb des BAG aufgeteilt. «Damit kann ich mich wieder meiner Stärke widmen — der Infektiologie», so Kuster.

Der 43-Jährige trat die Nachfolge von «Mister Corona» Daniel Koch Ende März an. Weitere Fragen zu seinem Abgang beantwortete Kuster bei der Pressekonferenz nicht.

sda/reuters/red