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Coronavirus in der Schweiz+++ 3008 Neuinfektionen +++ Walliser Arzt über Situation in Spitälern: «Bin nicht sehr optimistisch»

Das Spital Wallis musste wegen dem Anstieg an Hospitalisierungen die Bettkapazitäten erhöhen. Nationale Corona-News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach einer kurzen Verschnaufpause Ende September steigt die Zahl der Corona-Ansteckungen in der Schweiz explosionsartig an.

  • Der Bundesrat empfiehlt deshalb Homeoffice für die ganze Schweiz soweit möglich.

  • Zusätzlich erliess er eine Maskenpflicht für Innenräume.

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BAG meldet 3008 Neuansteckungen

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag 3008 Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Die Positivitätsrate beträgt 21,1 Prozent bei 14'224 neu gemeldeten Tests.

Die Schweiz im Vergleich:

Zudem registrierte das BAG gemäss Mitteilung 8 Todesfälle und 53 Spital-Einweisungen. Allein im Kanton St.Gallen haben sich die Hospitalisierten innerhalb von 7 Tagen verdreifacht — von 20 auf 60.

Am Freitag und für das Wochenende waren beim BAG pro Tag rund 2912 bestätigte Fälle von Neuansteckungen gemeldet worden. Gleichzeitig steigt auch die Positivitätsrate an: Über die vergangenen zwei Wochen gesehen fiel das Resultat nach Angaben des BAG bei 14,3 Prozent aller Tests positiv aus.

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden bisher 1'646'512 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19. Seit Beginn der Pandemie gab es insgesamt 86'167 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung waren am Dienstag nach Angaben des BAG 7407 Personen in Isolation und 12'933 Menschen standen unter Quarantäne. Zusätzlich sassen 11'942 Heimkehrerinnen und Heimkehrer aus Risikoländern in Quarantäne.

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Über 100 Basler Schülerinnen und Schüler in Quarantäne

Im Kanton Basel-Stadt haben zum Wochenstart über hundert Schülerinnen und Schüler wegen positiv getesteten Lehrpersonen in Quarantäne geschickt werden müssen. Die Gesamtzahl der registrierten Neuinfektion stieg am Dienstag um 19 auf 1686 Fälle an.

Betroffen sind die Sekundarschule Vogesen sowie mehrere Primarschulen, wie das Basler Gesundheitsdepartement am Dienstag in seinem Corona-Bulletin bekanntgab. In der Sekundarschule gab eine positiv getestete Lehrperson und eine in der Folge erkrankte Schülerin den Ausschlag für die Quarantäne für 60 Betroffene.

In den nicht namentlich genannten Primarschulen hätten rund 50 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen in Quarantäne geschickt werden müssen. Bei weiteren positiven Fällen in anderen Schulen hätten keine Klassenquarantänen verfügt werden müssen, weil die Schutzkonzepte der Schulen eingehalten worden seien.

Walliser Arzt über Situation in Spitälern: «Bin nicht sehr optimistisch»

Im Wallis steigen die Infektionszahlen so schnell an wie in keinem anderen Kanton in der Schweiz, was sich auch in den Hospitalisationen niederschlägt. Die Zahl der Spitalaufenthalte hat sich gemäss einer Mitteilung des Spital Wallis seit dem 16. Oktober täglich verdoppelt. Vier von insgesamt 13 Operationssälen im französischsprachigen Spitalzentrum wurden geschlossen, um die Bettkapazitäten zu erhöhen.

Der dortige Leiter Infektionskrankheiten und stellvertretende Kantonsarzt Nicolas Troillet sieht dieser Entwicklung mit Sorge entgegen. Eine Überforderung des Spitals scheint realistisch: «Wenn ich sehe, wie sich die Zahlen ausserhalb der Spitäler entwickeln, bin ich nicht gerade optimistisch», sagte Troillet im Interview mit «watson».

Die vom Bundesrat beschlossenen Massnahmen müssten nun umgesetzt werden. Ob sie nützen, sehe man jedoch erst in zwei Wochen, meinte der Walliser. «Bis dahin gehe ich davon aus, dass die Hospitalisierungszahlen weiter ansteigen werden. Darauf müssen wir und die Spitäler in anderen Kantonen vorbereitet sein.»

Lesen Sie hier, wie sich die Spitäler schweizweit für den Ansturm an neuen Covid-19-Patienten rüsten

Die Intensivstationen der Spitäler wie hier am Centre hospitalier universitaire vaudois (Chuv) beginnen sich wieder zu füllen.
Die Intensivstationen der Spitäler wie hier am Centre hospitalier universitaire vaudois (Chuv) beginnen sich wieder zu füllen.
Foto: Laurent Gillieron (Keystone)

Mit der prekären Lage im Frühling lasse sich die momentane Situation jedoch nicht vergleichen, meinte Troillet. «Inzwischen wissen wir mehr über das Virus und wir haben bessere Behandlungsmöglichkeiten.»

Zudem verfüge man im Unterschied zum Frühjahr über genügend Schutzmaterial und eine nationale Koordination der Intensivstationen. Gehe der Platz in einem Spital aus, könnten Patienten an einem anderen Ort behandelt werden. «Wir sind also insgesamt besser aufgestellt als noch vor einigen Monaten.»

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Armeechef Thomas Süssli in Isolation

Der Chef der Armee, Korpskommandant Thomas Süssli, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er befindet sich seit Montag in Isolation, wie die Gruppe Verteidigung am Montagabend mitteilte.

Armeechef Thomas Süssli.
Armeechef Thomas Süssli.
Foto: Anthony Anex (Keystone)

Aufgrund des Kontakts mit einer positiv auf das Coronavirus getesteten Person habe sich Süssli am Montag einem Test unterzogen. Das Resultat sei positiv ausgefallen, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Der Chef der Armee habe zurzeit keine Symptome und führe die Geschäfte von zu Hause aus fort. Sein Stellvertreter, Korpskommandant Aldo Schellenberg, sei bereit, allfällige Aufgaben zu übernehmen.

Schärfere Massnahmen im Kanton Aargau

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus beschränkt der Kanton Aargau die Zahl der Anwesenden in Bars und Clubs auf 50 Personen. Die Maskenpflicht gilt in den Lokalen auch für sitzende Personen.

Die Veranstalter von privaten Anlässen müssen im Aargau auch bei weniger als 15 Personen die Kontaktdaten der Anwesenden erheben, wie das kantonale Departement Gesundheit und Soziales (DGS) am Montag mitteilte. Diese Regeln gelten am Dienstag, 18.00 Uhr.

An den Volksschulen und sämtlichen Bildungseinrichtungen der Sekundarstufe II gilt ab Mittwoch eine erweiterte Maskentragpflicht für Erwachsene in Schulgebäuden.

Die zusätzlichen Massnahmen hätten das Ziel, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen oder zu verlangsamen, hält das DGS fest.

Yvonne Hummel, Kantonsärztin des Kantons Aargau.
Yvonne Hummel, Kantonsärztin des Kantons Aargau.
Foto: Keystone
8737 Neuansteckungen innert drei Tagen

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) für Freitag bis Sonntag 8737 Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Die Positivitätsrate beträgt 16,1 Prozent bei 54'185 neu gemeldeten Tests. Am Freitag wurden 3105 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet. Zudem registrierte das BAG gemäss Mitteilung vom Montag innerhalb der drei Tage 14 Todesfälle und 171 Spital-Einweisungen.

Am vergangenen Montag waren für das Wochenende 4068 neue Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Virus gemeldet worden und vor zwei Wochen deren 1548.

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Seit Beginn der Pandemie gab es insgesamt 83'159 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus, wie das BAG am Montag weiter mitteilte. Insgesamt 5447 Personen mussten wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stieg auf 1837.

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden bisher 1'632'288 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19. Gegenüber Freitag wurden dem BAG 54'185 neue Tests gemeldet.

Über die vergangenen zwei Wochen gesehen, fiel das Resultat bei 13,4 Prozent aller Tests positiv aus. Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung waren am Montag nach Angaben des BAG 7367 Personen in Isolation und 13'039 Menschen standen unter Quarantäne. Zusätzlich sassen 12'015 Heimkehrerinnen und Heimkehrer aus Risikoländern in Quarantäne.

Die Schweiz im Vergleich:

Maskenverweigerer wird in Luzern in Handschellen abgeführt

Am vergangenen Samstag wurde ein Maskenverweigerer im Luzerner Emmen Center festgenommen. Wie der «Blick» berichtet, weigerte sich der Mann, beim Betreten eines Restaurants eine Schutzmaske anzuziehen.

Nachdem er mehrere Minuten lang mit Sicherheitsleuten des Einkaufszentrums diskutierte, kamen zwei Polizeibeamte hinzu. «Nach weiteren 20 Minuten haben ihn die Polizisten auf dem Boden fixiert und Handschellen angelegt. Anschliessend wurde er mit einem Rollstuhl aus dem Gebäude gefahren», wird ein Augenzeuge zitiert.

Laut Polizei wollte der Mann eine ihm angebotene Maske nicht tragen und zeigte sich unkooperativ. Als ihn die Beamten aus dem Gebäude führen wollten, liess er sich auf den Boden fallen. Anschliessend soll er auch den Amtsarzt beschimpft haben. «Der Mann wurde jedoch nicht festgenommen, weil er keine Maske trug, sondern weil er das Gebäude trotz Hausverbot nicht verlassen wollte», sagt der Polizeisprecher gegenüber dem «Blick».

Corona-Skeptiker strafen Spital Schwyz mit schlechten Bewertungen

Das Video der Spitaldirektorin Schwyz verbreitete sich vergange Woche wie ein Lauffeuer. Innert Minuten erfuhr das ganze Land, dass die Corona-Lage im zentralschweizer Kanton ernst ist. Die 25 Betten auf der Isolationsstation waren am Mittwoch fast alle belegt – doch laufend wurden weitere Covid-19-Patienten eingeliefert. Die Botschaft der Spitaldirektion: Halten Sie sich an die Regeln. Helfen Sie mit!

Das Video polarisiert noch heute im Kanton. Die Direktorin erhielt neben Zuspruch auch viele negative Reaktionen. Nun strafen Corona-Skeptiker das Spital mit schlechten Google Bewertungen. Wie Screenshots auf Twitter zeigen, stellen einige Personen dem Spital wegen des «Lügenberichts» oder der «Angstmacherei» eine Ein-Sterne-Rezension aus — die schlechteste im Bewertungstool.

Google scheint mittlerweile reagiert zu haben. Die meisten der negativen Bewertungen wurden wieder gelöscht.

Lesen Sie dazu: Ein Musical, Jodler und die Stubete – so wurde Schwyz zum Corona-Hotspot

Zürich startet Pilotversuch mit Corona-Tests in der Apotheke

Die Zürcher Gesundheitsdirektion startet einen Pilotversuch: Vier Apotheken im Kanton führen neu Corona-Tests durch. Zum Testen in die Apotheke sollte jedoch nur, wer keine oder nur leichte Symptome hat.

Vorsteherin Natalie Rickli (SVP) kündigte den Pilotversuch in der Kantonsratsdebatte vom Montag an.

Aktuelle News rundum das Coronavirus in Zürich finden Sie hier.

Oberster Kantonsarzt: Massnahmen sind «etwas spät gekommen»

Die vom Bundesrat verschärften Massnahmen sind für den Präsidenten der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte, Rudolf Hauri, «etwas spät gekommen» – es sei zwölf Uhr, wenn nicht sogar fünf nach zwölf gewesen, um zu handeln.

Hauri hofft, dass damit die Situation wieder in den Griff bekommen werden kann, wie er am Montag in der Sendung «HeuteMorgen» von Radio SRF sagte. Dies hänge davon ab, wie die Massnahmen angenommen und umgesetzt würden und wie die Bevölkerung diese mittrage. Hauri ist diesbezüglich zuversichtlich: «Wir gehen davon aus, dass der Grossteil der Bevölkerung durchaus den Sinn den Massnahmen einsieht, auch den Sinn der Bekämpfung des Virus versteht und deshalb die Massnahmen einhält und befolgt.»

Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärzte spricht während einer Medienkonferenz des Bundesrates zur aktuellen Lage im Zusammenhang mit dem Coronavirus. (16. Oktober 2020)
Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärzte spricht während einer Medienkonferenz des Bundesrates zur aktuellen Lage im Zusammenhang mit dem Coronavirus. (16. Oktober 2020)
Foto: Anthony Anex (Keystone)

Die am Sonntag vom Bundesrat angekündigten Massnahmen, die seit Montag gelten, seien nötig, denn eine schweizweite Vereinheitlichung habe sich angezeigt. Das Virus habe sich weitgehend über die Schweiz verbreitet. Die Massnahmen seien aber «sicher etwas spät» gekommen, die Zahl der Ansteckungsfälle sei sehr schnell explodiert. Aus Sicht der Kantonsärzte habe der Bundesrat die Kantone damit entlastet und nicht entmachtet.

Betreffend Grossveranstaltungen sagte Hauri, dass die Schutzkonzepte von vielen Vereinen sehr gut umgesetzt und eingehalten würden. «Ich kann nachvollziehen, dass Grossveranstaltungen im Moment noch nicht auf Bundesebene eingeschränkt werden, aber das kann kommen.» Doch es könne unterschiedliche Situationen in den Kantonen geben.

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Weniger Firmenpleiten im September

Noch schlägt sich die Corona-Krise dank den Hilfsmassnahmen der Schweizer Regierung nicht in den Zahlen zu Firmenpleiten und Neugründungen nieder. Die Zahl der Konkurse war im September erneut rückläufig.

Im September 2020 meldeten schweizweit 381 Firmen Insolvenz an, was gegenüber dem Vergleichsmonat im Vorjahr einem Minus von 16 Prozent entspricht, wie der Wirtschaftsinformationsdienst Bisnode D&B am Montag mitteilte. Zählt man die Konkurse aus organisatorischen Gründen (OR 731b) hinzu, ergibt sich eine Gesamtzahl an Firmenkonkursen von 520, was ebenfalls einem Minus von 16 Prozent gleichkommt.

Betrachtet man die Zeitspanne seit Jahresbeginn, so zählt Bisnode D&B 2'760 Eröffnungen von Konkursverfahren aufgrund einer betrieblichen Insolvenz. Über die ersten neun Monate des Jahres sind diese damit um 21 Prozent zurückgegangen. Eine Zunahme gab es lediglich in den vier Kantonen Nidwalden, Appenzell Innerhoden, Schaffhausen und Thurgau. Inklusive der organisatorischen Konkurse traf es 4'156 Unternehmen oder 16 Prozent weniger als im Vorjahr.

Unterschiede bei den Branchen

Bei der Betrachtung nach Branchen zeigen sich indes Unterschiede. Besonders hoch war die Gefahr einer Zahlungsunfähigkeit in der Holz- und Möbelindustrie, im Baugewerbe, im Gastgewerbe und bei den Handwerksbetrieben; besonders gering dagegen in den Bereichen Sozialdienst und Gesundheitsdienst.

Auf der anderen Seite kam es im September zu 3'791 Neugründungen von Unternehmen oder 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Trotz des Lockdowns im Frühjahr wurden damit über die ersten neun Monate mit 33'573 etwa 2 Prozent mehr Neuunternehmen ins Leben gerufen als im Vorjahr.

Kanton Bern verbietet Grossevents

Im Kanton Bern werden Grossveranstaltungen ab Montag verboten. Die Behörden haben die entsprechende Ampel auf Rot gestellt. Damit sind wieder erneut maximal 1000 Personen in den Fussball- und Hockeystadien in Bern und Biel erlaubt.

Die Fallzahlen im Kanton Bern verdoppelten sich derzeit in weniger als einer Woche, teilten die Behörden am Sonntag mit. Stark angestiegen seien zudem die Positivitätsraten durchgeführter Tests wie auch die Zahl der Hospitalisierten.

Das Ampelsystem berücksichtigt die Entwicklung der Fallzahlen, die Auslastung der Intensivplätze mit Covid-19-Patienten in den Spitälern sowie die Auslastung des Contact Tracing. Angesichts der neusten Entwicklung werde die Ampel ab Montag auf Rot gestellt. Damit können vorerst keine Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen mehr durchgeführt werden.

Ab nächster Woche sind im Stadion Wankdorf wieder nur maximal 1000 Zuschauer zugelassen.
Ab nächster Woche sind im Stadion Wankdorf wieder nur maximal 1000 Zuschauer zugelassen.
Foto: Peter Schneider (Keystone/Archiv)
Walliser Spitäler warnen

Die Walliser Spitäler kämpfen mit einer neuen Welle von Einweisungen. Die Zahl verdopple sich seit Freitag täglich, teilte Spital Wallis am Sonntag in einer Medienmitteilung mit. 60 Patienten befänden sich zur Zeit wegen Komplikation im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung in ihren Spitälern, vier seien auf der Intensivstation. Ausserdem seien im Spital in Saint-Maurice am Samstagabend sieben Corona-Fällen aufgetreten, sodass die Direktion eine Quarantäne aussprechen und bis auf Weiteres jegliche Besuche verbieten musste.

Weil im Durchschnitt 25 Prozent der hospitalisierten Person auf den Intenivstationen betreut werden müssten, befürchteten sie eine «dramatische» Überbelastung. Das Spitalzentrum des französischsprachigen Wallis (CHVR) sei deshalb auf die zweite von vier Alarmstufen seines Notfallplans übergegangen. Die Konsequenz davon sei, dass das CHVR seine Bettenkapazitäten für Covid-19-Fälle erhöhen müsse. Dadurch müssten Ressourcen für geplante Eingriffe reduziert und vier von 13 Operationssälen geschlossen werden. Im Oberwallis bleibe die Alarmstufe vorerst unverändert, «trotz einer deutlichen Zunahme» der Einweisungen in die beiden Spitäler des Spitalzentrums Oberwallis (SZO).

«Mahnwache» der Corona-Skeptiker in Bern

Auf dem Berner Bundesplatz haben sich am Sonntagmittag mehrere hundert Gegner der Corona-Massnahmen zu einer «Mahnwache» versammelt. Die Polizei führte einzelne Demonstranten ab.

Es kam zu tumultartigen Szenen, und es herrschte eine aggressive Stimmung, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur berichtete. Mehrere Demonstrierende wurden von der Polizei abgeführt, begleitet von einem Pfeifkonzert. Auf Transparenten hiess es unter anderem an die Adresse der Bundesräte «Wie lange wollt Ihr die Lüge noch aufrecht erhalten?»

Tumultartige Szenen an «Mahnwache» gegen Corona-Massnahmen
Auf dem Berner Bundesplatz haben sich am Sonntagmittag mehrere hundert Gegner der Corona-Massnahmen zu einer «Mahnwache» versammelt. Die Polizei führte einzelne Demonstranten ab. Es kam zu tumultartigen Szenen, und es herrschte eine aggressive Stimmung. Mehrere Demonstrierende wurden von der Polizei abgeführt, begleitet von einem Pfeifkonzert.
Bundesrat informiert um 14.15 Uhr

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und Gesundheitsminister Alain Berset werden die Öffentlichkeit um 14.15 Uhr über die an der morgendlichen Krisensitzung gefällten Corona-Entscheide informieren.

Rega übernimmt Verteilung

Sollten Spitäler künftig an ihre Belastungsgrenze kommen, keine Betten mehr frei haben und Intensivstation-Patienten auf andere Spitäler verteilt werden, springt nun die Rega ein, berichtet die «NZZ am Sonntag». Die Gesellschaft für Intensivmedizin und der Koordinierte Sanitätsdienst des Bundes haben demnach die Rega damit beauftragt. Damit könnten lokale Überbelastungen verhindert werden.

12 Millionen für Kampagne

Seit Ausbrechen der Pandemie haben die Kampagnen des Bundesamts für Gesundheit rund 12 Millionen Franken gekostet, berichtet die «NZZ am Sonntag». Über die Kampagnen - Inserate, Plakate und Spots in den Medien - wurde die Bevölkerung über Schutzmassnahmen und Verhaltensregeln informiert und instruiert.

Passanten werden am Bahnhof Bern über die Verhaltensregeln des Bundes informiert.
Passanten werden am Bahnhof Bern über die Verhaltensregeln des Bundes informiert.
Keystone
Genug Masken vorrätig

In der Schweiz gibt es derzeit genügend Masken. Sowohl Spitäler als auch Detailhändler und das VBS verfügen über einen Vorrat, der mindestens bis Ende Jahr reicht, berichtet SRF. «Die Kantone haben die Spitäler nach der Beschaffungsproblematik im März angewiesen, Maskenreserven von mindestens 12 Wochen zu garantieren», sagt Michael Jordi, Generalsekretär der kantonalen Gesundheitsdirektoren und -direktorinnen (GDK) zu SRF. Dies sei getan worden.

Falls die schweizweite Maskenpflicht kommt, sind genügend Vorräte vorhanden: Verkäuferin in Bern.
Falls die schweizweite Maskenpflicht kommt, sind genügend Vorräte vorhanden: Verkäuferin in Bern.
Foto: Adrian Moser

Beim VBS heisst es, man habe seine Hausaufgaben gemacht. Das Pflichtlager sei «übervoll»: «Derzeit decken unsere Kapazitäten 130 Prozent der vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) definierten Menge», sagt Mediensprecher Daniel Reist. Auch beim Pflichtlager der Armee gebe es keine Engpässe, man sei vorbereitet.

Am Sonntag wird der Bundesrat voraussichtlich die nationale Maskenpflicht beschliessen.

Schwyzer Polizeikommandant gibt Tarif durch

Im Kanton Schwyz polarisierte der Hilferuf des Spitals Schwyz, der diese Woche das ganze Land auf die Gefahr durch die zunehmenden Hospitalisierungen infolge der ansteigenden Corona-Fallzahlen aufmerksam machte. Dem Spital wurde Panikmache vorgeworfen. Spitaldirektorin Franziska Föllmi sagte: «Viele Leute hier empfinden eine Maskenpflicht als Einschnitt in ihre Freiheit».

Nun hat sich auch der Schwyzer Polizeikommandant zu Wort gemeldet und er gibt seinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern den Tarif ganz klar durch. «Wir müssen jetzt handeln: Distanz wahren, Maske tragen. Es gibt keine Alternative dazu», schreibt Damian Meier auf Twitter in aller Deutlichkeit.

An den Tweet hängte Meier, der früher für die FDP Luzern politisierte, ein Bild, welches Corona-Skeptiker mit Schafen vergleicht, welche die Gefahr des vor ihnen stehenden Wolfes verharmlosen.

Notfallmedizin fordert unverzügliche Massnahmen gegen zweite Welle

Drei Organisationen der Notfall- und Rettungsmedizin fordern von Bund und Kantonen «koordinierte und unverzügliche Massnahmen zur Eindämmung der zweiten Welle». Die Verzögerung sei aus notfallmedizinischer Sicht «absolut unverständlich».

Die Schweizerische Gesellschaft für Notfall- und Rettungsmedizin (SGNOR), die Notfallpflege Schweiz und die Vereinigung Rettungssanitäter Schweiz (VRS) beobachteten «mit grösster Sorge die unkoordinierten und teils zögerlichen Bemühungen der Politik und deren Berater zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie in der Schweiz», heisst es in einer Mitteilung der drei Organisationen vom Samstag.

Die Notfallorganisationen und Rettungsdienste der Schweiz stünden seit Beginn des Jahres ununterbrochen im Einsatz und betrieben gleichzeitig an den meisten Standorten Testzentren. Die wenig zielführende Politik von Bund und Kantonen belaste das Personal der Notfallstationen körperlich und seelisch aufs Äusserste.

Die Behörden müssten verhindern, «dass sich unser Personal komplett erschöpft». Deshalb brauche es sofort wirksame einheitliche Massnahmen gegen Covid-19 und für die Notfallstationen und Rettungsdienste.

Die drei Organisationen vertreten laut eigenen Angaben den Grossteil aller in den Notfallstationen und Rettungsdiensten tätigen Ärztinnen und Ärzte, Pflegenden sowie Rettungssanitäter.

sda/reuters/red

6183 Kommentare
    Peter Slada

    Eine Positivitätsrate von 21% das hatten wir das letzte mal im März. Das deutet auf eien riesige Dunkelziffer hin. Es sieht so aus, als bekämen die Befürworter einer Durchseuchungsstrategie was sie wollten. Mit allen bekannten Begleiterscheinungen, die das haben wird. Man kann jetzt nur Allen raten, auf keinen Fall krank zu werden. Es wird in den Spitälern nicht mehr lange viel platz haben.