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Immunität gegen Covid-19Berner Forscher stellen schnellen Corona-Antikörpertest vor

Schweizer Wissenschaftler haben zusammen mit deutschen Kollegen ein Verfahren entwickelt, das die Wartezeit auf das Testresultat mehr als halbiert.

Das neue Testverfahren soll nur noch 18 Stunden anstatt drei Tage dauern und in allen Arten von Laboren durchgeführt werden können.
Das neue Testverfahren soll nur noch 18 Stunden anstatt drei Tage dauern und in allen Arten von Laboren durchgeführt werden können.
Foto: Keystone
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Ein schweizerisch-deutsches Forscherteam aus Bern und Bochum hat einen schnellen Antikörpertest gegen Sars-Cov-2 entwickelt. Bis ein Testresultat vorliegt dauert es nicht mehr bis zu drei Tage, sondern noch 18 Stunden. Zudem braucht es keine aufwendigen Sicherheitsvorkehrungen.

Mit Antikörpertests kann die Immunität gegen das Coronavirus nachgewiesen werden. Dies ist unter anderem auch wichtig, um die Wirksamkeit von möglichen Impfstoffen zu bestimmen.

Dazu muss die Menge der gegen das Virus gerichteten neutralisierenden Antikörper im Blut gemessen werden. Bisher dauerte ein Test in der Regel zwei bis drei Tage. Er musste in einem Hochsicherheitslabor mit infektiösen Coronaviren vorgenommen werden.

Die Forscherinnen und Forscher aus Bern und Bochum stellten in der Fachzeitschrift «Vaccines» vom 15. Juli 2020 nun einen Test vor, der lediglich 18 Stunden dauert und in fast allen medizinischen Labors durchgeführt werden kann.

Virus «verkleidet»

Statt infektiöser Coronaviren bedienten sich die Forschenden eines anderen, nicht vermehrungsfähigen Virus. Sie tauschten Proteine aus dessen Hülle gegen das «Spike»-Protein des Coronavirus aus, wie die Universität Bern in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt.

Damit schafften es die Forscher ein harmloses Virus als Sars-CoV-2 zu «verkleiden», auf das die Antikörper anspringen. Da sich das veränderte Virus nicht in Wirtszellen vermehren kann, sind in den Labors keine aufwendigen Sicherheitsvorkehrungen notwendig.

Leuchtende Zellen

Weiter veränderten die Forscher das Virus genetisch so, dass es sowohl grün-fluoreszierendes Protein als auch eine sogenannte Luziferase bilden kann, ein leuchtendes Glühwürmchenenzym.

«Nach dem Ablauf einer Infektionsrunde in der Zellkultur können wir dann bestimmen, wie viele Zellen grün fluoreszieren», wird Ferdinand Zettl vom Institut für Virologie und Immunologie in Bern in der Mitteilung zitiert.

Die grüne Fluoreszenz ist laut Zettl ein Indikator für die Infektion mit dem «verkleideten» Virus. Je weniger grüne Zellen die Forschenden vorfinden, desto besser haben Antikörper die Viren blockiert. Mit speziellen Messgeräten lässt sich auch das Leuchten der Luziferase erkennen – eine weitere Möglichkeit, den Test auszuwerten.

Der Test wurde am Institut für Virologie und Immunologie (IVI) der Universität Bern und des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV entwickelt und in Zusammenarbeit mit der Ruhr-Universität Bochum an Serumproben von Covid-19-Erkrankten evaluiert.

SDA/step

10 Kommentare
    Bruno Muster

    Mit einem Lungen-CT unter LowDose liesse sich das Virus mit eta 98%iger Sicherheit bereits am Tag der Ansteckung diagnostizieren und das Ergebnis liegt innert 10 Sekunden vor. Bevor der Radiologie die Bilder angeschaut hat. Im Ausland schon längst im Einsatz.