Comedy Night: Daumen hoch

Grindelwald

Zehn Jahre Just Smile Comedy Night:Mit Stéphanie Berger, Claudio Zuccolini und ModeratorMichel Gammenthaler waren Schweizer Stars der Szeneim Gletscherdorf.

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Es könnte sein, dass man nach dem vergangenen Freitag Grindelwalderinnen und Grindelwalder sieht, die heimlich üben, schnell Zeigfinger und Daumen hochzustrecken und einzuziehen, links und rechts versetzt. So einfach ist das gar nicht, und es gehört zu den Trainingsübungen für beide Gehirnhälften, mit denen Comedian, Zauberer und Moderator Michel Gammenthaler jeweils das Publikum aktiviert.

30 Gäste beim ersten Mal

Gammentaler moderierte die 10. Just Smile Comedy Night von Grindelwald. Er interviewte auch Hanspeter Kaufmann, den Gründer und Organisator dieser Comedy Night. Kaufmann erlebte im Landgasthof Hirschen in Kaltacker eine Comedyshow und entschied, dass es genau so etwas war, das Grindelwald noch fehlte. «An der ersten Nacht hatten wir 30 Leute im Publikum, wovon rund 10 zahlten», erinnerte er sich.

Jetzt war der Grindelwalder Gemeindesaal gut besetzt. Den Reigen der Comedians eröffneten wie vor zehn Jahren Mir zwe, die Emmentaler Bruno Widmer und Martin Eggimann, ein starkes Männerduo. Sie geisterten als erfolglose Einbrecher auf der Bühne herum und gaben Helene Fischers Übersong «Atemlos durch die Nacht» eine neue Wende: Ihre Nacht war «beutelos».

Alles von Mann und Frau

Dank Stéphanie Berger wird das Comedythema Nummer eins, der Unterschied zwischen Mann und Frau, sehr weiblich. Die blonde Miss Schweiz von 1995 ist schön, schön beweglich und schön komisch. Auch etwas böse. Etwa, wenn sie ihre Gesichtszüge für einen Auftritt in der Cüpli-Gesellschaft botoxmässig erstarren lässt. Oder wenn die Fort­setzung eines heissen Flirts nicht zum ­romantischen Liebesrausch, sondern für die Frau in ein peinlich realistisches Desaster führt.

Das Thema Mann und Frau hat sich das Kabarett Klischee zum Programm gemacht. Linda Deubelbeiss und Raphael Oldani rumpeln tanzend und singend in einer Alltagsbeziehungskiste herum, in die natürlich auch Schuhe gehören, die in einer Mann-Frau-Comedy nie fehlen.

Bissiger Zuccolini

Claudio Zuccolini legte sich thematisch nicht fest. Schön bissig war seine Parodie einer SRF-Doku über Auswanderer in Afrika und gut nachvollziehbar die witzige Beschwerde über glatte Böden in Berghäusern, die mit Skischuhen kaum zu begehen sind.

Die weisse Schnur, die Gammentaler zu Beginn des Programms als roten Faden zerschnitt und – ganz Zauberer – wieder zusammenwachsen liess, war dünn: Das Publikum bekam Einblick in verschiedene Arten der Schweizer Comedy. Das soll sich in Zukunft ändern: Just Smile wird über das Jahr verteilt einzelne Künstler präsentieren: 2016 sind dies Lisa Catena, Anet Corti, Hazel Brugger und Michael Elsener.

Berner Zeitung

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