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Das Rätsel um die toten Fische

Im Chräbsbach gab es in den letzten Tagen ein grosses Fischsterben mit gegen 700 toten Tieren, das dritte innerhalb von vier ­Jahren. Die Aufbauarbeit der Krebsbach-Vereinigung der letzten Jahre ist zunichte­gemacht.

Richard Müller sucht den Chräbsbach ab, in dem in den letzten Tagen nach einer Verschmutzung hunderte Forellen verendet sind.
Richard Müller sucht den Chräbsbach ab, in dem in den letzten Tagen nach einer Verschmutzung hunderte Forellen verendet sind.
Christian Pfander

Es ist ein Déjà-vu für die Krebsbach-Vereinigung, ein trauriges Déjà-vu. In den letzten beiden Tagen mussten deren Mitglieder gegen 700 tote Forellen aus dem Chräbsbach holen. Mathias Wittwer geht davon aus, dass der gesamte Forellenbestand auf dem Gemeindegebiet von Meikirch praktisch ausgelöscht ist.

Es ist das dritte derartige Ereignis seit 2015. Und auch das Datum war jedes Mal praktisch identisch: Ende September.

Der Zeitpunkt lässt die Mitglieder der Vereinigung, die den Chräbsbach als Fischereige­wässer von einer Privatperson gepachtet hat, spekulieren. Hat jemand seinen Swimmingpool geleert und nicht daran gedacht, dass das Wasser nicht in eine ARA, sondern direkt in ein Gewässer führt?

Empfindliche Forellen

Die Ursache des neuerlichen Fischsterbens ist aber noch nicht bekannt. Die Kantonspolizei hat Wasserproben entnommen, tote Tiere werden untersucht. Die Ermittlungen laufen in Zusammenarbeit mit dem Fischereiinspektorat und dem Amt für Wasser und Abfall. Bei dieser Gewässerverschmutzung handelt es sich um ein Offizialdelikt und wird von Amtes wegen verfolgt.

Während die Ursache noch unbekannt ist, scheint klar zu sein, an welcher Stelle die für die Forellen tödliche Substanz in den Bach gelangt ist: über eine Leitung an der Moosgasse südlich von Meikirch, an der Strasse in Richtung Uettligen.

«Von hier aus bachabwärts bis etwa zum Bad Heimenhaus lagen die Forellen haufenweise im Wasser», erzählt Richard Müller von der Krebsbach-Vereinigung. Äusserlich habe man den toten Tieren nichts angesehen. Weil sie alle in einem ähnlichen Zustand gewesen seien, geht Zürcher davon aus, dass alle fast zeitgleich verendet sind.

Erstaunlich sei, dass beim Ausfischen Groppen entdeckt wurden. Dieser Fischart hat die Substanz nichts angehabt – gegenüber den empfindlichen Forellen. Dort haben selbst die über 40 Zentimeter langen Fische nicht überlebt, was auf eine höhere Konzentration zurückzuführen sein könnte.

Kommt dazu, dass der Bach aktuell wenig Wasser führt. Müller steigt in den Bach und sucht das Bett ab. Bis auf einen toten Fisch, der an einer tiefen Stelle hinter einem Biberdamm liegt, ist vom Vorfall nichts mehr zu sehen.

Zurück auf Feld eins

Für die Vereinigung ist das erneute Fischsterben ein schwerer Rückschlag. Seit dem letzten Vorfall hatte sich der Forellenbestand im Chräbsbach langsam erholt. «Die erneute Aufbauarbeit dauert drei bis vier Jahre», sagt Richard Müller. Wie teuer das sein werde, kann er nicht sagen.

Er hofft, dass einige Forellen in den betroffenen Abschnitt hochwandern und im November und Dezember dort laichen. Diese müssen aber ein paar Biberdämme überwinden. Mit gezielten Aussetzungen von sogenannten Jährlingen werde der Natur etwas nachgeholfen, aber: «Wir können nicht auf einmal gleich viele Forellen aussetzen, wie jetzt verendet sind.»

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