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Für die Geschichtsbücher

Ein Kommentar von Marco Zysset zum Aus für die Mehrzweckhalle in Oberdiessbach

Wie viele Politiker sind schon der Versuchung erlegen, ein Generationenprojekt durchzudrücken, einzig, um sich einen Eintrag in den Geschichtsbüchern zu sichern? Auch in Oberdiessbach war mit Blick auf eine mögliche neue Mehrzweckhalle von den historischen Dimensionen des Projekts die Rede.

Dass der Gemeinderat jetzt zurückkrebst und die Planung beendet, ist ebenso geschichtsträchtig. Gut möglich, dass kommende Generationen dankbar an das Team zurückdenken werden, das den Mut hatte, den fehlenden Konsens zu akzeptieren und eine Anlage nicht zu bauen, die mehr als eine Generation finanziell schwer belastet hätte.

Zweifellos: Der Bau einer Mehrzweckhalle wäre machbar gewesen.Und es ist auf den ersten Blick schade, dass die verschiedenen Player keinen gemeinsamen Nenner fanden bezüglich Grösse und Ausstattung. Aber es zeugt von Weitsicht, dass der Gemeinderat das Projekt nicht «umsverrecke» durchpaukt und eine teure Abfuhr an der Urne riskiert, sondern die Notbremse zieht.

Und vielleicht wird in den Oberdiessbacher Geschichtsbüchern dereinst zu lesen sein, dass dieser Entscheid das Fundament war, auf dem ein neues, besser auf die Bedürfnisse des Dorfes zugeschnittenes Projekt entstehen konnte. Denn darum geht es bei einem Hallenprojekt letztlich: um ein Gebäude fürs Dorf. Alle infrage kommenden auswärtigen Nutzer haben von Langnau über Konolfingen, Münsingen, (bald) Heimberg bis Steffisburg oder gar Thun viele Alternativen zur Verfügung.

m.zysset@bom.ch Twitter: @_zysset

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