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Bern gewinnt das Derby in BielBrithén sorgt für die doppelte Premiere

Der Schwede erzielt seine ersten Tore für den SC Bern, und Goalie Philip Wüthrich hält bei seinem Einstand den Sieg fest: Der SCB reüssiert im Seeland 4:3.

Ted Brithén (rechts) jubelt mit SCB-Captain Simon Moser.
Ted Brithén (rechts) jubelt mit SCB-Captain Simon Moser.
Foto: Peter Schneider (Keystone)

Darf ich bitten? Biel und Bern luden am Dienstag zum Debütantenball zwischen den Pfosten. Bei den Seeländern stand Elien Paupe zum ersten Mal in dieser Saison im Tor. Beim SCB kam Philip Wüthrich zu seiner Premiere. Aus der Reihe aber tanzte keiner der jungen Goalies: Sie machten ihre Sache gut, verzeichneten je eine herausragende Parade, zeigten die eine oder andere Unsicherheit. Was sie ebenfalls vereinte: Sie wurden von den Mitspielern nicht immer genügend unterstützt. Letzteres dürfte Wüthrich im Nachgang besser verkraften: Der 22 Jahre alte Berner fiel selbst im wilden Finale nicht aus dem Takt. Er war mit ein Grund, weshalb der SCB nach drei Niederlagen de suite wieder einmal als Sieger vom Eis ging: Die Gäste gewannen das Derby 4:3.

Kein Debütant mehr ist Ted Brithén. Und doch passte auch die Darbietung des schwedischen Centers ins Bild des Debütantenballs. Brithén gab im hiesigen Eishockey seinen Einstand als Torschütze. Er reüssierte gleich doppelt. Sein Treffer zum 1:0 war zugleich das erste Powerplay-Tor des SC Bern in dieser Spielzeit – nach stolzen 24 Minuten und 39 Sekunden numerischer Überlegenheit ohne Ertrag.

Noch eine Premiere gefällig? Voilà. Nach 35 Sekunden im Schlussdrittel strahlte Mika Henauer wie ein Maikäfer im Oktober: Soeben hatte der hoch veranlagte Verteidiger seinen ersten Treffer in der National League erzielt. Henauers 4:2 sollte zugleich das spielentscheidende Tor sein.

Biel fehlt die Balance

Wenig Neues gab es derweil von den Bielern zu vermelden. Schon gar nicht, dass sie mittlerweile in ihrem Spiel die Balance gefunden hätten. Im Vorjahr waren die Seeländer ligaweit bei den erzielten Toren ebenso die Nummer 3 wie bei den kassierten. Entsprechend gleicht die Aufgabe des neuen Trainers Lars Leuenberger einem Vabanquespiel: Er möchte die Defensive stabilisieren, den offensiven Zauber aber weiterhin begünstigen. Gestern erhielt Leuenberger beim ersten Vergleich mit seinem langjährigen Arbeitgeber den Beleg, dass den Bielern die Stabilität nach wie vor abgeht. Zweimal glichen sie einen Führungstreffer aus. Doch nach dem 1:1 verging eine knappe, nach dem 2:2 eine gute Minute, und schon lag der EHCB wieder im Hintertreffen.

Das dürfte den Trainer geärgert haben. Der Unterhaltungswert aber war vorab im Mitteldrittel gegeben. Bedauerlicherweise fehlte in der spärlich besetzten Tissot Arena die Resonanz auf Checks, Spielzüge, Chancen. Emotionen in Form von Pfiffen gab es, als die Zuschauerzahl von 1000 durchgegeben wurde – und als Thomas Rüfenacht nach einem Ellbogenschlag gegen Yannick Rathgeb mit einem Restausschluss sanktioniert wurde. Zu mehr als dem Anschlusstor durch Mike Künzle reichte es dem Heimteam aber nicht mehr.

Diese Umfrage zeigt: Das Unverständnis der Hockeyfans für das Verbot von Veranstaltungen mit über 1000 Personen ist gross.
Video: Keystone-SDA