Zum Hauptinhalt springen

«Ähri zämeläse»

Ich erinnere mich noch, als ob es gestern gewesen wäre. Ich habe Jahrgang 1942 und war damals etwa 8 Jahre alt.

Wir wohnten in Worb. Während der Getreideernte sammelten wir drei Schwestern bei zwei benachbarten Bauern Ähren, welche am Boden liegen geblieben waren. Vergnügt und mit Eifer füllten wir unsere Körbchen. Unser Vater nähte uns aus Matratzenstoff (er war Sattler-Tapezierer) extra einen Sack. Mit diesem gefüllten Sack zogen wir zu Fuss los Richtung Vechigen-Mühle. Stolz gaben wir unser Sammelgut ab. Nach einiger Zeit durften wir unser Produkt abholen: Mehl! Nicht etwa verpackt in einen Papiersack. Nein, fein säuberlich abgefüllt in einem Zweikilogramm-Stoffsäcklein, welches aufgetrennt später meinem Vater als Taschentuch diente. Die Krönung aber war, als der Müller uns noch 30 Rappen in die Hand drückte, damit wir im Bäckerladen vis-à-vis ein «Riesen- Zähnergüezi» kaufen konnten. Stolz, glücklich und zufrieden war der Fussweg Vechigen– Worb nur noch halb so lang. PS: Die Lebensmittelrationierung war halt noch ziemlich präsent und ein Säcklein Mehl eine Kostbarkeit – und der Lohn in Form eines Güezi enorm! Erika Jost Zollikofen

Erinnern Sie sich ebenfalls an eine Anekdote aus der Vergangenheit? Schreiben Sie einen kurzen Text an redaktion@bernerzeitung.choder per Brief an die Berner Zeitung, «Forum», Dammweg 9, 3001 Bern (Vermerk: «Weisst du noch?»).

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch