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"Technik und Motoren faszinieren"

Severin Burkhalter aus Mühleberg hat ein fürwahr spezielles Steckenpferd: Der 22-jährige Elektromonteur sammelt – Traktoren!

Junger Mann und alte Maschinen: Severin Burkhalter ist ein Fan von Traktoren. Sein ausgefallenes Hobby geht aber ganz schön ins Geld.
Junger Mann und alte Maschinen: Severin Burkhalter ist ein Fan von Traktoren. Sein ausgefallenes Hobby geht aber ganz schön ins Geld.
Beat Mathys

Rummpummpummpummm... Severin Burkhalter hat eben den Motor des dunkelgrauen Vevey-Traktors gestartet. Rau, aber sanftmütig blubbert das Gerät vor sich hin. Wenn «Sevu», wie den 22-Jährigen alle rufen, jedoch kräftig aufs Gaspedal tritt, dann dröhnt der Motor auf wie ein Artilleriegeschoss. Kein Wunder: Unter der Haube schlummern sagenhafte 6000 Kubikzentimeter Antriebskraft mit 85 PS. «Das Drehmoment ist gigantisch. Damit zieht man alles», grinst der gelernte Elektromonteur von seinem Sitzbock herunter. Kein Wunder: Die Vevey mit Jahrgang 1958 diente ursprünglich als Flugzeugschlepper für Hunter-Kampfflugzeuge. Gekauft hat er die Maschine vor drei Jahren in Basel für 9500 Franken. Ausgeschrieben war sie im Inserateteil der «Tierwelt». Ja, und «Sevu» nennt nicht nur diese hochmotorisierte Rarität sein Eigen. Er besitzt ausserdem einen Hürlimann-D90-Traktor von 1964, einen Hürlimann-D70 von 1963 sowie ein Haflinger- Geländefahrzeug, das ab 1963 in der Schweizer Armee im Einsatz stand. Platz für die Fahrzeuge hats neben dem Wohnhaus seiner Eltern in Mühleberg und in einer benachbarten Garage. «Das muss man halt organisieren», meint Severin Burkhalter mit einem Achselzucken.

«Schrauben, herumbasteln» Aber – die Frage sei erlaubt – wie kommt ein junger Mann dazu, sich für Traktoren zu begeistern? «Das begann schon in der Schule, als wir noch in Laupen wohnten», erzählt er. «In der Sek hatte ich einen Kollegen, der auf einem Bauernhof aufwuchs. Und bei dem stand ein alter Hürlimann-Traktor in der Garage. Ich war schlicht und einfach fasziniert von diesem Gefährt.» Da packte es ihn. Schon im ersten Lehrjahr zum Elektromonteur kratzte er den Stiftenlohn zusammen und erstand sich einen feuerroten Hürlimann. «Es musste einfach ein Hürlimann sein», betont er schmunzelnd. Ein Jahr später kam der zweite hinzu. Und so weiter. «Ja, ich bin sicher ein Motorenfreak. Technik, Motoren und Traktoren faszinieren mich einfach.» Warum das so ist? «Hm», sinniert der gross gewachsene, bodenständig und unkompliziert wirkende Severin Burkhalter. «Ich liebe es, zu schrauben herumzubasteln. Ich setze mich mit der Materie auseinander. Ja, und natürlich gefällt mir auch der Sound der Maschinen. Und dass man mit solchen Fahrzeugen wirklich arbeiten oder etwas transportieren kann», führt er aus.

«Eine eingefleischte Szene» Und zum Arbeiten kann er die Traktoren auch wirklich gebrauchen: In seinen Ferien hilft er nämlich hin und wieder auf einem Bauernhof in der Umgebung aus. «Oder ich fahre zum Holzen.» Dazu kommt, dass er regelmässig Traktorentreffen besucht. «Das ist eine eingefleischte Szene. Da lernt man immer wieder Leute kennen, die einem Tipps und Tricks zum Renovieren und Reparieren der eigenen Fahrzeuge vermitteln.» Sicher eine gute Sache, wenn man bedenkt, dass Severin Burkhalter in den letzten 7 Jahren gegen 50000 Franken für sein Traktorenhobby ausgegeben hat. Aber wie reagiert eigentlich sein persönliches Umfeld auf den Traktorentick? «Ganz gut. Mein Vater hatte – im Gegensatz zu meiner Mutter – am Anfang ein wenig Mühe mit meinem Spleen. Aber unterdessen findet er es ebenfalls toll», erklärt «Sevu». Und die Kolleginnen und Kollegen würden es wohl in erster Linie lustig finden. «Einmal vernahm ich jedoch, dass eine Kollegin meinte, ich solle mir doch gescheiter ein besseres Schlagzeug kaufen als wieder einen neuen Traktor», erzählt er lachend. Ach ja: Schlagzeug spielen tut «Sevu», der Rockfan, auch. Und Töff fahren ebenfalls. Manchmal brauchts halt Lärm im Leben! Christian Werder

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