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Grunders Zug fährt in die falsche Richtung

BDP-Präsident Hans Grunder vertritt die Meinung, dass sich die SVP gegen rechts bewegt habe.

Verleugnet Hans Grunders BDP ihre bürgerliche Herkunft?
Verleugnet Hans Grunders BDP ihre bürgerliche Herkunft?
Thomas Peter

Ausgabe vom 31.Oktober

«BDP-Präsident Hans

Grunder: ‹Rechtsrutsch in der Berner SVP›» Hans Grunder vertritt die Meinung, dass sich die SVP gegen rechts bewegt habe. Vielleicht ist es aber ganz einfach auch so, dass sich Herr Grunder und die BDP nach links bewegen. Das wäre also das Gleiche, wie wenn im Bahnhof der eigene Zug losfährt, man aber als Passagier das Gefühl hat, der Zug auf dem Nebengleis sei losgefahren. Denn die SVP ist nicht gegen rechts, sondern die BDP gegen links gerutscht, oder andersherum gesagt: Herrn Grunders Zug fährt ganz einfach in die falsche Richtung. Die BDP verleugnet beispielsweise ihre bürgerliche Herkunft immer wieder, wenn Parolen gefasst werden. Die BDP sagte Ja zur Mehrwertsteuererhöhung, die insbesondere die Familien stark belastet. Die SVP sagte hingegen Nein und forderten die Bekämpfung des IV-Missbrauchs. Jetzt sagt die BDP wieder Nein zur Minarett-Initiative. Die SVP hingegen wagt es, ein Problem zu thematisieren, das vielen Bürgern unter den Nägeln brennt. Es bleibt zu hoffen, dass die jeweils bis zu 50% der Stimmbürger, welche bei diesen Vorlagen im Kanton Bern immer wieder den SVP-Parolen gefolgt sind, bei den Grossrats- und Regierungsratswahlen im nächsten März auch SVP wählen. Denn das Original SVP ist immer noch glaubwürdiger. Andreas Sägesseralt, Grossrat SVP, Schwarzenbach

Verwirrte Fans Tatsächlich hat sich einiges verändert. Nur Hans Grunder ist immer noch der gleiche Schönredner, der alles so hindreht, wie es gerade nötig ist. Wie ein Mann aufbrach, um sich das zu erschaffen, was er bei der SVP nie erreicht hätte.Hans Grunder ist wahrlich ein Karrieretyp. Mit dem Ziel, bei der SVP einen gewissen Status und Einfluss zu erhalten, ist er gescheitert. Lösungsorientiert wie er ist, hat er also das einzig Richtige gemacht und sich eine eigene Partei gegönnt. Die BDP, im Volksmund als bäuerliche Dissidentenpartei belächelt, hat nun also die 6000er-Marke geknackt. Gratulation zu diesem bescheidenen Erfolg, welcher die SVP nicht geschwächt, sondern ihr ein noch klareres Profil ermöglicht hat. Seit dem Abgang der BDP Politiker/-innen sind zum Beispiel Delegiertenversammlungen viel angenehmer geworden, da wenig Voten nötig sind und die Meinung schnell gemacht ist. Die ewigen Nörgeleien der jetzigen BDP-Politiker/innen bleiben uns nun erspart. Hans Grunder und seine BDP ist, wie auch er erwähnt hat, auf einer ganz anderen Schiene unterwegs. Bei der BDP gibt es keine politische Meinung. Dort hat, wie er immer wieder betont, jede Gesinnung Platz. Wer die ganze Debatte nicht gründlich mitverfolgt, erhält tatsächlich den Eindruck, die BDP politisiere gemäss der aktuellen Stimmung im Volk. Doch es ist so, dass Hans Grunder und seine Mannschaft immer in das Sportteam wechselt, das die grössten Siegeschancen aufweist. Was dabei auf der Strecke bleibt, sind die verwirrten Fans respektive die Basis. Dies kann jedoch Hans Grunder, der seinem Spiegelbild am nächsten steht, egal sein. Marc-Theodor HabeggerKonolfingen

Autonomer NachvollzugAusgabe vom 4.November «Das Kreuz in der Schule. Italien läuft Sturm gegen fremde Richter» Die Freiheit, keiner Religion anzugehören, brauche besonderen Schutz, deshalb seien die Kreuze aus den Schulzimmern Italiens zu entfernen, so befindet der Menschenrechtsgerichtshof in Strassburg. Wäre nicht jetzt die Gelegenheit, der Europäischen Menschenrechtskonvention (ausnahmsweise vorauseilend) zu entsprechen und zum Schutz der Minderheit der Atheisten den Bau von Minaretten zu verbieten? Ansonsten riskieren wir, diese auf Druck von Strassburg oder Brüssel ohnehin wieder abreissen zu müssen. Die bestehenden Kirchen würden vermutlich als Kulturdenkmäler geschützt. Markus Gasser, Freiburg

Am Schluss die Scharia?Zur Abstimmung über die Minarettverbotsinitiative Das Verwerfen der Initiative dürfte für unser Land negative Folgen haben. Die fortschreitende Islamisierung der Schweiz (und Europas) ist nicht abzustreiten. Bereits im 15. und 17.Jahrhundert wurde auf kriegerischem Weg versucht, Europa zu unterwerfen. Doch heute wehrt sich kein christliches Heer dagegen, im Gegenteil, die Islamisierung wird von christlichen Funktionären noch unterstützt. Nicht einmal unser Kirchendirektor Regierungsrat Neuhaus stellt sich hinter die Initiative. Der Islam ist nie vom Ziel der Unterwerfung Andersgläubiger abgerückt. Das Minarett ist ein Machtsymbol mit politischem Charakter. Zuerst das Minarett, dann der Ruf des Muezzins, am Schluss die Scharia. Ständiges Nachgeben ist fehl am Platz. Einzelne Personen lassen sich integrieren, nicht aber ganze Völkerstämme. Deshalb wäre längst eine restriktivere Einwanderungspolitik angebracht. Walter Gerber, Oberbalm

Keine harmlosen Türme Die Polemik um die Minarettplakate ist doch absurd. Ich frage mich, ob die Gegner der Initiative damit bewusst vom eigentlichen Thema ablenken wollen. Wir müssen uns doch der Tatsache stellen, dass wir mit der jetzigen Politik immer mehr solche verschleierten Frauen sehen werden. Dass auch linke Kreise diese Initiative lauthals ablehnen, ist für mich rätselhaft: Nachdem sie nach jahrelangem Kampf die Gleichstellung von Mann und Frau erreicht haben, wollen sie diese im Namen der Toleranz und des Multikulti gleich wieder opfern. Die Minarette sind nicht bloss harmlose Türme, sondern haben eine Bedeutung. Es geht um einen eigentlichen Machtanspruch. Mit der islamischen Religion selber haben diese nichts zu tun. Die Religionsfreiheit bleibt in der Schweiz gewahrt. Deshalb geht es in der ganzen Debatte nicht um eine Religions-, sondern um eine reine Baufrage. Wir sollten die Augen nicht vor der Wahrheit verschliessen! Beat Künzli, Laupersdorf

Leere WorteAusgabe vom 3.November «Krankenkasse. Nur noch eine Kasse» All die CEOs und Verwaltungsräte, die – oh, Zufall – auch gleich noch in unseren zwei Kammern sitzen, ziehen keine Saläre mehr. Die Administration wird von aktuell einigen hundert auf gerade eine einzige geschrumpft. Alles klar – so weit? Meine Herren Salärkassierer und Leerstrohdrescher: Hört doch endlich auf, uns so schamlos anzulügen! Auch die schönsten Worte bleiben am Ende nur Gewäsch, wenn darauf keine Taten folgen! Ihr hattet Eure Chancen, das Gesundheitswesen auf Vordermann zu bringen! Ihr sollt das Volk vertreten – nicht Euch und Eure Wirtschaftsinteressen! Matthias Bürki, Hindelbank

Witz ohne Worte?Ausgabe vom 2.November «Libyen-Reise von Hans-Rudolf Merz. Den Bundesrat getäuscht?» Worte unserer Politiker und der Anwälte der Libyen-Geiseln: «Harte Töne für Libyen! Schweizer müssen die Welt aufrütteln!» Wie kann es dann sein, dass neue Tamoil-Tankstellen gebaut werden? Gesehen in Oppligen BE. Kann mir jemand eine gute Antwort darauf geben? Oder ist das ein Witz ohne Worte? Daniele Wasem, Thun

Gute InvestitionAusgabe vom 31.Oktober «Bern-Belp. Wieder Steuergeld für Flughafen» Es ist typisch: Die SP und die Grünen, die sonst den Erhalt von Arbeitsplätzen auf ihre Fahnen geschrieben haben, möchten den Flughafen Bern-Belp am liebsten eingehen lassen. Dabei spielt es offensichtlich ihrer Meinung nach keine Rolle, mit diesen Überlegungen etwa 400 Arbeitsplätze zu gefährden. Die Gegner scheinen auch vergessen zu haben, dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger vor nicht allzu langer Zeit mit einer Zweidrittelmehrheit der Verlängerung der Piste zugestimmt haben. Diese bauliche Massnahme erhöhte zweifellos die Wirtschaftlichkeit des Regionalflughafens mit zirka 1,4 Millionen potenziellen Kunden der Grossregion Bern. Es wäre Zwängerei und grenzt an Wirtschaftsfeindlichkeit, nun mit erneuter Opposition die Betriebsfähigkeit des Flughafens einschränken oder gar verunmöglichen zu wollen. Auf jeden Fall handelt es sich bei den Investitionen von 3,2 bis 5,7 Millionen Franken für die vorgesehenen Massnahmen um wesentlich besser angelegtes Geld als bei den zu erwartenden Mehrkosten von fast 10 Millionen beim Bärenpark. Hansruedi Remund, Muri bei Bern

Kein Geld ins AuslandAusgabe vom 26.Oktober Leserbrief «Der Massstab der IV muss strenger werden» Warum müssen wir jährlich 60 Millionen für Reisekosten und Hotelübernachtungen an IV-Bezüger aufwenden, die im Ausland wohnen, um die Berechtigung ihres Rentenanspruchs zu überprüfen? Warum bezahlen diese Leute ihre Reise nicht selbst? Ältere und kranke Leute fahren bei uns und auch nicht gratis. Zudem sollten überhaupt keine Renten ins Ausland überwiesen werden; das Geld sollte in dem Land ausgegeben werden, wo es ausbezahlt wurde. Man könnte die Renten auch dem entsprechenden Land (Lebenshaltungskosten) anpassen, das gäbe auch Einsparungen. Robert Stämpfli, Langenthal

EmpörendAusgabe vom 3.November «Verurteilt wegen einer Ohrfeige» Wir sind – einmal mehr – empört über das Urteil eines Gerichts. Was sich die Polizei nicht alles gefallen lassen muss! Sie dürfen beschimpft, angespuckt und getreten werden und sollen das klaglos hinnehmen. Wenn sie sich zur Wehr setzen, müssen sie Angst haben, angezeigt zu werden. Der Jugendliche geht im Vollrausch auf Kollegen los, wird verletzt und anschliessend von der Polizei ins Spital gebracht. Anstatt sich in ausgenüchtertem Zustand beim Polizisten für sein unflätiges Benehmen zu entschuldigen, zeigt er diesen an! Ist er wohl selbst auf die Idee gekommen? Die Ohrfeigen waren unter den gegebenen Umständen sicher angebracht. Aber das Unfassbare ist doch, dass der Jugendliche Recht erhält. Da wird wohl das Gesetz besonders spitzfindig ausgelegt. Vor allem wenn der Polizist erstinstanzlich freigesprochen wurde. Kein Wunder, fehlen Polizisten, wie kürzlich zu lesen war. Wer will schon Woche für Woche bei Fussball- und Eishockeyspielen gegen Hooligans und alkoholisierte, gewaltbereite Jugendliche ausrücken, wenn dann Anzeigen und Bussen drohen? Karin und Markus Zandolini, Unterseen

Weit gebracht Was sich die Gerichte auf Appellation des Schülers hin (wohl eher seines Vaters oder eines Anwalts) leisteten, übersteigt jeden gesunden Menschenverstand. Das Argument des Bundesgerichtes, der Patient habe sich in polizeilicher Obhut befunden, ist zum Schreien. Kein Wort wird darüber verloren, wie sich die Eltern verhalten haben oder wie der Jugendliche bestraft wurde. Vermutlich gar nicht, denn das würde ja eine Entwicklungsstörung bei ihm hervorrufen. Also kann er sorgenfrei wieder randalieren, die Polizei beschimpfen und vereint mit seinen Artgenossen Steine und anderes auf sie werfen. Er steht sicher auch in Zukunft unter der «Obhut» unserer Gerichte. Wahrlich, wir haben es weit gebracht! Rolf SchmidIttigen

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