Zum Hauptinhalt springen

Schöpfungen (3)

86 Prozent unserer Online-User haben dafür gestimmt, dass Elsi Reimann aus Bärau weiterschreiben soll.

Gott, so wurde uns in der Sonntagsschule erzählt, hat in sieben Tagen die Welt erschaffen. Daher sind wir seine Geschöpfe. In der Physik hörten wir, das Universum sei nach dem Urknall mit dem Zufallsprinzip aus verschiedenen Gasen in einem Zeitraum von Milliarden Jahren entstanden. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht mehr, was ich glauben sollte. Dies forderte mich heraus, eine eigene Meinung zu entwickeln.

Um die Geldschöpfung herrscht eine ähnliche nebelhafte Verwirrung. Wer sind denn die Geldschöpfer? Muss ich auch an sie glauben, wenn ich Gläubiger bin? Bin ich schuldig, wenn ich Schuldner bin? Das Wort Kredit leitet sich ab von credo. Ich glaube. Das Vertrauen in unser Neoliberales Wirtschaftssystem muss wieder hergestellt werden, sonst kann die Wirtschaft nicht wachsen, lesen wir in der Zeitung. Mit anderen Worten, wir müssen glauben und konsumieren.

Wenn ich einen Kredit aufnehme, will die Bank wissen, ob ich glaubwürdig bin. Sie will einen Sachwert als Pfand und es wird überprüft, ob ich Zinsen bezahlen kann. Wenn ich die Zinsen nicht mehr bezahle, nimmt sie mein Haus und ich verliere mein Dach über dem Kopf. Bringe ich mein Geld zur Bank, muss ich glauben, dass sie verantwortungsvoll damit umgeht. Wenn die Bank Konkurs geht, verliere ich Geld.

Wie soll ich glauben, wenn ich weiss, dass die kleinen und mittleren Anleger alle 70 Jahre ihr Geld verloren haben? Unser Währungssystem ist 65 Jahre alt. Wie lange glauben wir noch?

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch