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Interview mit Aktivist Ray Wong«China zerstört gerade die letzten Reste der Demokratie in Hongkong»

«Ich fühle mich hier sicher»: Ray Wong im Hörsaal der Universität Göttingen (D).

Um Hongkong, das noch vor einem Jahr weltweit in den Schlagzeilen stand, ist es ruhig geworden. Europa ist gerade sehr mit sich selbst beschäftigt. Haben wir etwas verpasst?

Ja. Alles ist schlimmer denn je. China zerstört gerade die letzten Reste der Demokratie in Hongkong.

Aber von grossen Protestzügen mit farbigen Regenschirmen und bildstarken Zusammenstössen mit der Polizei hört man nichts mehr.

Das hat natürlich auch mit Restriktionen in Bezug auf die Pandemie zu tun. Es ist für China einfacher geworden, die Protestbewegung zu unterdrücken. Grosse Massenaufläufe wie 2019, als über 2 Millionen Menschen auf die Strasse gingen, sind nicht möglich zurzeit. Solche Bilder, die um die Welt gingen, liefern wir keine mehr. Die Repression von den aus Peking gesteuerten Lokalbehörden ist perfider, subtiler geworden. Sie verhaften viele unserer Leute: Aktivisten wie Joshua Wong, Teenager, Rentner, gewählte Parlamentarier – alle laufen Gefahr, ins Gefängnis zu kommen.

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