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Corona-Ticker international+++ Australien isoliert Tausende Heimkehrer in Hotels +++ Über 80-Jährige werden im Elsass nicht beatmet +++

Ältere Patienten sollen in Frankreichs Zentrum der Krise durch den Rettungsdienst eine «schnelle Sterbebegleitung» erhalten. Internationale Corona-News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Immer mehr Länder rufen den Notstand aus und schliessen ihre Grenzen.
  • In einigen Ländern gelten Ausgangssperren, darunter in Frankreich.
  • Der Flugverkehr geht enorm zurück, die europäische Autoproduktion steht weitgehend still.
  • Positive Nachrichten: Unter anderem in China und den USA haben erste Tests mit möglichen Coronavirus-Impfstoffen begonnen.
  • Hier sehen sie, wie die Massnahmen in der Schweiz wirken: Der Ausbruch im Vergleich mit anderen Ländern

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Trump: Arbeitsmarktdaten nur vorübergehend schlecht

US-Präsident Donald Trump hat den Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten infolge der Coronavirus-Epidemie als nur vorübergehend beschrieben. Sobald der «unsichtbaren Feind» besiegt sei, werde sich die Wirtschaft «sehr schnell» wieder erholen.

Dies sagte Trump im Zusammenhang mit dem Coronavirus am Donnerstag (Ortszeit) im Weissen Haus. «Wir werden sehr stark wieder zurückkommen», betonte Trump.

Historischer Anstieg der Arbeitslosenzahlen in den USA: Titelseite der «New York Times» vom Freitagmorgen, 27. März 2020.
Historischer Anstieg der Arbeitslosenzahlen in den USA: Titelseite der «New York Times» vom Freitagmorgen, 27. März 2020.

Das US-Arbeitsministerium hatte zuvor am Donnerstag mitgeteilt, dass die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche bis 21. März von 282'000 auf rund 3,3 Millionen angestiegen war. Es war der grösste Anstieg seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Erstanträge gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der grössten Volkswirtschaft der Welt.

Staatsbeteiligung an Airlines

Die rasante Ausbreitung des Coronavirus hat das öffentliche Leben in weiten Teilen der USA zum Erliegen gebracht. Fast die Hälfte der rund 330 Millionen Amerikaner unterliegen nun von Bundesstaaten verhängten Ausgangsbeschränkungen. Viele Geschäfte sind geschlossen, Restaurants und Hotels bleiben leer, Reisen wurden abgesagt. Viele Mitarbeiter geschlossener Unternehmen müssen daher Arbeitslosenhilfe beantragen.

Die US-Regierung könnte sich nach Meinung von Trump daher im Zuge eines Rettungsprogramms auch an strauchelnden Fluggesellschaften beteiligen. Die USA könnten es nicht zulassen, dass die Airlines wegen der Coronavirus-Epidemie sogar gänzlich Pleite gingen, sagte Trump am Donnerstag im Weissen Haus weiter. Falls die Regierung Fluggesellschaften mit Krediten oder Direkthilfen unterstütze, könne sie sich auch an ihnen beteiligen, sagte er. «Wenn wir das nicht machen, hätten wir keine Airlines mehr», meinte US-Präsident Trump.

Er habe auch mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping über die Pandemie gesprochen. «Wir arbeiten eng zusammen», erklärte Trump diesbezüglich per Twitter. Das chinesische Staatsfernsehen berichtete von einem Telefonat der beiden Staatschefs – jedoch ohne Details zu nennen.

Trump lobt Zusammenarbeit mit China im Kampf gegen Corona

US-Präsident Donald Trump hat mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping telefoniert und die gute Zusammenarbeit im Kampf gegen die Corona-Pandemie hervorgehoben.

«China ist schon weit vorangekommen und hat ein grosses Verständnis des Virus entwickelt. Wir arbeiten eng zusammen. Grosser Respekt!», schrieb Trump auf Twitter.

In der zentralchinesischen Provinz Hubei war das neue Virus Sars-CoV-2 Ende vorigen Jahres zuerst aufgetreten. Inzwischen gibt es in China kaum noch Neuerkrankungen. In den USA hat deren Zahl zuletzt dagegen stark zugenommen.

Heimkehrer in Australien

Australien stellt Tausende aus dem Ausland heimkehrenden Bürger unter Quarantäne. Premierminister Scott Morrison erklärt, die Menschen sollten in Hotels untergebracht werden. Es werde überwacht, dass angeordnete Isolierung auch eingehalten werde. In Australien sind bis Freitag 3000 Coronavirus-Erkrankungen bekanntgeworden. Anfang März waren es noch weniger als 100. Der Anstieg schürt Ängste, dass es zu einem größeren Ausbruch kommen könnte.

Hunde sollen Covid-19 erschnüffeln

Britische Forscher wollen Hunde trainieren, damit sie das neue Coronavirus erschnüffeln und so infizierte Menschen rasch identifizieren können. Dafür will die Organisation «Medical Detection Dogs» den Geruchssinn der Vierbeiner innerhalb von sechs Wochen auf subtile Veränderungen beim Geruch von Covid-19-Patienten sensibilisieren.

Der Verband setzt bereits Hunde zur Entdeckung anderer Krankheiten wie Krebs oder Diabetes erfolgreich ein.

6000 Festnahmen in Argentinien


Die argentinischen Sicherheitskräfte haben seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie mehr als 6000 Menschen wegen Verstösse vorübergehend festgenommen. Gegen die 6191 Verdächtigen im ganzen Land sei Strafanzeige erstattet worden. Dies teilte das Präsidialamt am Donnerstag mit.

Zudem beschlagnahmte die Polizei 938 Fahrzeuge. Über 200'000 Menschen seien bei Kontrollen nach Hause geschickt worden, da sie nicht berechtigt gewesen seien, sich im Freien zu bewegen, hiess es in der Mitteilung weiter.

Bisher infizierten sich in Argentinien 503 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus. Neun Patienten starben. Um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, hatte die Regierung Ende vergangener Woche weitreichende Ausgangsbeschränkungen verfügt. Bis zum 31. März dürfen die Menschen landesweit ihre Häuser und Wohnungen nicht mehr verlassen.

Erlaubt sind nur Besorgungen in nahe gelegenen Lebensmittelgeschäften und Apotheken. Einige Berufsgruppen sind von der Ausgangssperre ausgenommen: Ärzte, Pfleger und Polizisten, Mitarbeiter in der Lebensmittel-, Pharma- und Petroindustrie, Angestellte von Supermärkten und Apotheken sowie Beschäftigte von Logistikfirmen.

EU-Finanzminister sollen in zwei Wochen Hilfsplan präsentieren

Um die Wirtschaftsfolgen der Coronavirus-Krise zu bewältigen, wollen die EU-Staaten binnen zwei Wochen ein neues Modell für einen gemeinsamen Rettungsschirm ausarbeiten. Das ist das Ergebnis eines Videogipfels der EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstagabend.

Diese Vorschläge sollten dem beispiellosen Charakter des Covid-19-Schocks Rechnung tragen, der alle unsere Länder trifft», hiess es in der gemeinsamen Gipfelerklärung.

Italien und Spanien sind in Europa am schlimmsten von der Coronavirus-Krise betroffen. Die Wirtschaft steht praktisch still, vor allem in Italien, das schon vor der Krise kaum noch Wachstum und riesige Schuldenberge hatte.

In einer Pressekonferenz am späten Abend sagte EU-Ratschef Charles Michel, man habe alle Möglichkeiten für eine Reaktion auf die Krise debattiert. «Wir tun alles, was nötig ist, um eine Lösung zu finden», sagte der Ratschef. Bei vielen Fragen sei man durchaus einig. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen sagte, man sei offen dafür, «alle anderen Möglichkeiten zu diskutieren, die auf dem Tisch liegen könnten».

Eine Gruppe von neun EU-Staaten - darunter Italien - hatte bereits ein gemeinsames Schuldeninstrument gefordert, bekannt als Corona-Bonds. Doch sind Deutschland und andere Staaten derzeit strikt dagegen. Die Debatte darüber dürfte nun aber weiter gehen.

USA registriert meiste bestätigte Coronavirus-Fälle

Die Vereinigten Staaten haben nach Angaben von US-Experten inzwischen mehr bekannte Coronavirus-Infektionen als jedes andere Land. In den USA gab es bis Donnerstagnachmittag (Ortszeit) 82'400 bekannte Infektionen, in China rund 81'800 und etwa 80'600 in Italien.

Dies geht aus einer aktuellen Übersicht der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität hervor. Weltweit gibt es nun mehr als eine halbe Million bestätigte Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2.

US-Präsident Donald Trump sagte vor Journalisten im Weissen Haus, die hohe Zahl bestätigter Infektionen in den USA liege daran, dass im Land so viele Tests durchgeführt würden. In anderen Ländern wie China wisse man zudem nicht, was die wirklichen Zahlen seien, sagte Trump weiter. Experten gehen davon aus, dass es vielerorts wesentlich mehr Infektionen gibt, als bisher durch Tests bestätigt wurden. Während es zunächst in den Vereinigten Staaten an Coronavirus-Tests fehlte, wird inzwischen aber umfassend getestet.

Unterschiedliche Daten

In den USA wurden laut der Johns-Hopkins-Universität bisher infolge der Lungenerkrankung Covid-19 mehr als 1100 Todesfälle gemeldet. In Italien wurden zudem mehr als 8000 Todesopfer verzeichnet. China bestätigte bisher etwas mehr als 3000 Coronavirus-Todesopfer. Die Webseite der US-Forscher wird regelmässig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher in der Regel einen höheren Stand bestätigter Infektionen als etwa die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Bericht aus dem Elsass: Patienten über 80 werden nicht mehr beatmet


Deutsche Katastrophenmediziner berichten angesichts der Corona-Pandemie über dramatische Zustände aus dem Elsass. Demnach arbeiten Mediziner an der Universitätsklinik Strassburg weiter mit Corona-Patienten, auch wenn sie selbst infiziert sind.

Über 80-Jährige werden nicht länger beatmet. Stattdessen erfolge «Sterbebegleitung mit Opiaten und Schlafmitteln», schreiben die Mitarbeiter des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin in Tübingen in einem Bericht an die baden-württembergische Landesregierung, der der Nachrichtenagentur DPA vorliegt. Mehrere Medien haben darüber berichtet.


Das Elsass gilt als Frankreichs Zentrum der Krise. Die deutschen Katastrophenmediziner besuchten die Universitätsklinik Strassburg am Montag – und schlagen angesichts der Zustände Alarm.


Nadelöhr seien die zu beatmenden Patienten, heisst es in dem Papier. Seit dem Wochenende würden Patienten, die älter sind als 80 Jahre, an der Strassburger Klinik nicht mehr beatmet. So werde auch verfahren mit Patienten in Pflegeheimen in jenem Alter, die beatmet werden müssten. Sie sollen durch den Rettungsdienst eine «schnelle Sterbebegleitung» erhalten. Die Ethikkommission gebe diese Vorgehensweise vor.

«Alter darf keine Rolle spielen»

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisiert das französische Vorgehen nach Alter scharf. Lebensalter oder Herkunft dürften für die medizinische Hilfe keine Rolle spielen, sagte Vorstand Eugen Brysch. «Vielmehr stehen der Patientenwille und die medizinische Prognose im Mittelpunkt.» Für die Patienten sei wichtig, ihren Willen rechtzeitig zu bekunden, etwa mit einer Patientenverfügung.


Das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) hatte die an Deutschland grenzenden ostfranzösischen Gebiete Elsass und Lothringen bereits vor rund zwei Wochen als Coronavirus-Risikogebiet eingestuft. Auch die Region Champagne-Ardenne, die eine Grenze mit Belgien teilt, gilt als Risikogebiet. Die drei Gebiete bilden zusammen die Region Grand Est.


Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte bei einem Besuch einer neuen mobilen Armeeklinik am Mittwochabend im elsässischen Mülhausen (Mulhouse) eine Militäroperation zur Unterstützung der Bevölkerung an.


Nach Angaben der regionalen Gesundheitsbehörde waren bis Mittwoch 3068 Menschen mit einer Sars-CoV-2-Infektion in Spitälern untergebracht. Fast 651 davon waren auf Intensivstationen. Seit Beginn der Pandemie wurden in der gesamten Region mehr als 500 Todesfälle verzeichnet. Ein Sonderzug mit 20 Corona-Patienten an Bord verliess am Donnerstag Strassburg Richtung Westfrankreich, um die Intensivstationen in der betroffenen Region zu entlasten.

China schliesst Grenzen für Ausländer


Das bei der Bekämpfung des Coronavirus fortgeschrittene China hat die Schliessung seiner Grenzen für Ausländer angekündigt. Die Massnahme trete ab Samstag in Kraft, teilte das Aussenministerium in Peking am Donnerstag auf seiner Internetseite mit. Ein Grund für die Schliessung wurde zunächst nicht genannt.


Beobachter in Peking gingen aber davon aus, dass eine von Ausländern ausgelöste zweite Infektionswelle mit dem Erreger Sars-CoV-2, dem Auslöser der neuartigen Lungenkrankheit Covid-19, verhindert werden solle. Nur für Diplomaten sowie für als besonders notwendig erachtete Fachkräfte und Geschäftsleute sowie in humanitären Notfällen blieben die Grenzen offen, hiess es in der Mitteilung.


China, wo die Coronavirus-Krise Ende vergangenen Jahres ihren Ausgang nahm, kämpft nach eigenen Angaben inzwischen mehr mit «importierten» Infektionen. So hatte die Pekinger Gesundheitskommission am Montag mitgeteilt, es seien 39 weitere Infektionen bei aus dem Ausland eingereisten Personen nachgewiesen worden.


Innerhalb des Landes gab es dagegen nach offiziellen Angaben keine neuen Infektionen mehr. China ist mit knapp 82'000 Infizierten bisher das am stärksten betroffene Land, allerdings dicht gefolgt von Italien mit über 80'500 Infizierten.

Mehr als 41'300 Corona-Nachweise in Deutschland


In Deutschland sind bislang mehr als 41'300 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.


Die höchsten Zahlen haben die bevölkerungsreichsten Bundesländer Nordrhein-Westfalen mit mehr als 10'800 nachgewiesenen Fällen sowie Bayern mit mehr als 8800 Fällen und Baden-Württemberg mit mehr als 7200 Fällen. Gerechnet auf 100'000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit 87,7 die meisten Infektionen.


Mehr als 230 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang deutschlandweit gestorben. Zwei weitere Deutsche starben nach Auskunft des Robert Koch-Instituts während einer Reise in Ägypten.

Einschränkungen in Grossbritannien können bis zu sechs Monaten dauern

Die Briten müssen sich darauf einstellen, dass bestimmte Einschränkungen des öffentlichen Lebens bis zu sechs Monate in Kraft bleiben. Die Massnahmen zeigten bereits Wirkung im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus, sagt die stellvertretende Chefin der britischen Gesundheitsbehörde, Jenny Harries. «Wir dürfen aber nicht den Fuss vom Pedal nehmen.» Allerdings ist die Zahl der Todesopfer nach Angaben der Regierung um 115 auf insgesamt 578 gestiegen. Bei 11.658 Menschen wurde das Virus nachgewiesen, am Mittwoch waren es noch 9529.

Mehr als 8000 Tote und über 80'500 Infizierte in Italien

In Italien steigt die Zahl der Todesopfer und Infizierten erneut deutlich an. Binnen 24 Stunden seien 662 Menschen der Lungenkrankheit Covid-19 erlegen, teilen die Behörden mit. Die Gesamtzahl sei damit auf 8165 gestiegen. Zudem sei bei inzwischen 80.539 Menschen das Coronavirus nachgewiesen worden, am Mittwoch seien es noch 74.386 landesweit gewesen.

Adidas zahlt ab April keine Shop-Mieten mehr

Der Sportartikelkonzern will für seine derzeit geschlossenen Shops von April an keine Miete mehr zahlen. Eine Sprecherin bestätigte einen entsprechenden Bericht der «Bild»-Zeitung. Das sei im Handel aber nicht ungewöhnlich. «Es ist richtig, dass Adidas, wie viele andere Unternehmen auch, vorsorglich Mietzahlungen temporär aussetzt, wo unsere Läden geschlossen sind. Wir sind dazu mit den betreffenden Vermietern in engem Austausch.»

Viele Länder, wie auch Deutschland, haben die Schliessung von Einzelhandelsgeschäften angeordnet, um die Ausbreitung des Coronavirus zu dämpfen. Adidas hält seine Läden in Nordamerika und Europa zunächst bis 29. März geschlossen.

Adidas schliesst alle Läden in Nordamerika und Europa bis zum 29. März.
Adidas schliesst alle Läden in Nordamerika und Europa bis zum 29. März.
Foto: Simon Dawson/Reuters

Breitete sich das Virus schon Ende 2019 in Italien aus?

In Italien untersuchen Wissenschaftler, ob das Coronavirus möglicherweise schon früher ausgebrochen ist. Im dritten Quartal 2019 habe es eine signifikant höhere Zahl von Grippeerkrankungen und Lungenentzündungen in der Lombardei gegeben, sagt der Epidemiologe Adriano Decarli an der Universität Mailand. Er spricht von Hunderten Fällen mehr als üblicherweise, teilweise seien Patienten gestorben. Besonders die Umgebung von Mailand und Lodi sei betroffen gewesen.

Die Lombardei im Norden Italiens leidet am stärksten unter der Epidemie. Bislang gilt der 21. Februar 2020 als der Tag, an dem erstmals eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen wurde.

G20 investieren fünf Billionen Dollar in Weltwirtschaft

Die G20-Staaten sind bereit, die Folgen der Corona-Pandemie zu abzufedern. «Im Zuge unserer gezielten finanzpolitischen und wirtschaftlichen Massnahmen und Bürgschaften investieren wir mehr als fünf Billionen Dollar in die Weltwirtschaft, um den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen der Pandemie zu begegnen», erklärten sie am Donnerstag nach einer Videokonferenz. Auch die Schweiz nahm an der Konferenz teil.

Die 20 grössten Industrie- und Schwellenländer sagten zu, mit internationalen Organisation (WHO) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zusammenzuarbeiten, um ein «robustes» Finanzpaket auf den Weg zu bringen.

In der gemeinsamen Erklärung heisst es weiter, Leben müssten geschützt und die Jobs und der Wohlstand gesichert werden. Alle seien entschlossen, wieder Vertrauen herzustellen, finanzielle Stabilität zu sicher und die Wirtschaft wieder anzukurbeln.

Allen Ländern müsse geholfen werden, vor allem den schwächsten. Hintergrund ist die Sorge, dass sich das Virus in den kommenden Wochen auch in den ärmeren Staaten der Welt ohne funktionierendes Gesundheitssystem ausbreitet.

Der saudische König Salman als Gastgeber der Videokonferenz hatte zu Beginn einen Kraftakt auch bei der Forschung nach einem Impfstoff gefordert.

Über Hundertjähriger nach Corona-Infektion aus Spital entlassen

In Italien ist ein über Hundertjähriger nach einer Coronavirus-Infektion geheilt aus dem Krankenhaus entlassen worden. Der 1919 geborene Mann sei am Mittwochabend aus dem Spital von Rimini entlassen worden, sagte die Vize-Bürgermeisterin der Stadt, Gloria Lisi, am Donnerstag.

«In der jetzigen Zeit ist es immer gut, ein bisschen Hoffnung zu geben», fügte sie hinzu. Italien ist mit mehr als 7500 Todesfällen aufgrund der Coronavirus-Pandemie das in Europa am härtesten getroffene Land. Die Sterblichkeitsrate ist unter über 80-Jährigen besonders hoch. Insgesamt gibt es in dem Land fast 75'000 Infektionsfälle.

Video: Weltweit leere Strassen

Da nun weltweit die Leute wegen des Coronavirus zu Hause bleiben, zeigen sich die Städte in einem anderen Bild. Video: Tamedia

Weltweit rufen Regierungen ihre Bürger dazu auf, daheim zu bleiben. Dies führt zu leeren Strassen, Plätzen, Promenaden, wie dieses Video zeigt.

Australien erlaubt Coiffeur

Ein Haarschnitt in maximal 30 Minuten – gegen diese Vorgabe der australischen Regierung im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hat sich die Coiffeurbranche erfolgreich gewehrt.

Nach einem Sturm der Entrüstung kündigte Premierminister Scott Morrison am Donnerstag an, dass das erst am Dienstag verhängte Zeitlimit mit sofortiger Wirkung gekippt werde. Coiffeure müssten aber dennoch neue Regeln einhalten, etwa nur einen Kunden je vier Quadratmeter Ladenfläche zuzulassen.

Hat ein Herz für Coiffeure und Leute, die einen Haarschnitt nötig haben: Australiens Premier Scott Morrison. (24. März 2020) Bild: Lukas Coch/Getty Images

In Australien gibt es mehr als 2500 Infizierte, bislang starben nach Angaben des australischen Gesundheitsministeriums elf Menschen an der vom Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

In Australien ist bei weitem nicht alles geschlossen. Die Behörden hielten Menschen jedoch an, ihr Zuhause nur für die Arbeit oder wichtige Gänge zu Geschäften zu verlassen. Restaurants und Pubs bieten nur Lieferservice oder Essen zum Mitnehmen an.

Die Zeitvorgabe für Coiffeure hätte dazu beitragen sollen, dass die soziale Distanz gewahrt und damit die Ansteckungsgefahr reduziert werde. Der australische Berufsverband der Friseure bezeichnete die Massnahme als «empörend» und sagte, die Vorgabe gefährde die Existenz von etwa 40'000 Coiffeure. Haarschnitte für Männer seien unter 30 Minuten machbar, aber die Mehrheit der Salons könne das Zeitlimit nicht einhalten.

USA: Verbreiten von Virus könnte nach Terrorgesetzen bestraft werden

In einem Supermarkt im US-Bundesstaat New Jersey soll ein Mann eine Angestellte der Supermarktkette Wegmans angehustet und im Anschluss erklärt haben, er sei Träger des Coronavirus. Die Staatsanwaltschaft von New Jersey hat gegen den 50-Jährigen deshalb eine Klage wegen Terrordrohung eingereicht, schreibt diese in einer Mitteilung.

Der Mann sei zu nahe an einer Angestellten und einer offenen Auslage von Lebensmitteln gestanden, weswegen die Mitarbeiterin ihn aufgefordert habe, etwas zurückzutreten. Dieser Aufforderung sei der 50-Jährige jedoch nicht nachgekommen, sondern soll sich der Angestellten sogar noch genähert und sie dann angehustet haben. Er soll gelacht und gesagt haben, er habe das Coronavirus. Zwei weiteren Mitarbeitern im Laden habe er gesagt, sie könnten sich glücklich schätzen, noch einen Job zu haben.

Heute würde mehr Abstand verlangt: Dichtes Gedränge in einem Wegmans Supermarkt in New York City am 27. Oktober 2019. Foto: Getty Images
Heute würde mehr Abstand verlangt: Dichtes Gedränge in einem Wegmans Supermarkt in New York City am 27. Oktober 2019. Foto: Getty Images

Gegenüber der Polizei weigerte er sich sodann, seine Personalien anzugeben, tat dies nach geschlagenen 40 Minuten dann aber doch, schreibt die Staatsanwaltschaft. Nach weiteren Untersuchungen wurde dem Mann eine Vorladung geschickt. Er wird sich zu einem späteren Zeitpunkt vor Gericht verantworten müssen. Ihm droht im Extremfall eine drei- bis fünfjährige Gefängnisstrafe und eine Busse von bis zu 15'000 Dollar.

Da das Virus «die gesetzliche Definition eines ‹biologischen Kampfstoffes›» zu erfüllen scheine, könnten solche Handlungen möglicherweise nach den mit Terrorismus zusammenhängenden Gesetzen bestraft werden, teilte das US-amerikanische Verteidigungsministerium nach Angaben mehrerer US-Medien am Donnerstag mit.

«Drohungen oder Versuche, Covid-19 als Waffe gegen Amerikaner zu benutzen, werden nicht toleriert», sagte der stellvertretende Generalstaatsanwalt Jeffrey Rosen. Und US-Justizminister William Barr meinte, die Pandemie sei gefährlich genug, ohne dass Übeltäter versuchten, von der Panik zu profitieren. «Es ist wichtig, dass das Justizministerium bei der Aufdeckung, Untersuchung und Verfolgung von Fehlverhalten im Zusammenhang mit der Krise wachsam bleibt.»

Zahl importierter Fälle in China steigt weiter

In China ist die Zahl «importierten Fälle» mit dem Coronavirus erneut gestiegen. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Donnerstag mitteilte, wurden 67 weitere Erkrankungen bei Menschen nachgewiesen, die nach China eingereist sind.

Insgesamt zählt China damit bereits 541 solcher Fälle. Wie aus den offiziellen Zahlen weiter hervorging, gab es jedoch erneut keine lokalen Coronavirus-Neuinfektionen. In der zentralchinesischen Provinz Hubei, von wo das Virus Sars-CoV-2 sich ab Ende 2019 weltweit auszubreiten begann, starben weitere sechs Menschen.

Nach offiziellen Angaben sind damit bisher 3287 Menschen in China dem Virus zum Opfer gefallen. Insgesamt wurden auf dem chinesischen Festland 81'285 Infizierte registriert, von denen sich mehr als 74'000 bereits wieder erholt haben.