Zum Hauptinhalt springen

Coronavirus weltweit +++ Grossbritannien erhält Impfstoff schon heute +++ Massentests in Österreich

Österreich startet mit Corona-Massentests und will so die hohen Infektionszahlen in den Griff bekommen. Internationale Corona-News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • In vielen Ländern grassiert Covid-19 so stark wie im Frühjahr. Fast ein Drittel aller Neuinfektionen entfällt auf Europa.

  • Die USA bleiben mit 14 Millionen Infizierten punkto Gesamtzahlen das am stärksten betroffene Land.

  • Weltweit haben sich bisher rund 65 Millionen Menschen mit Sars-CoV-2 angesteckt.

  • Etwa 1,5 Millionen Personen sind an oder mit dem Virus gestorben. Experten gehen aber von hohen Dunkelziffern aus.

LIVE TICKER

Mehr als 7000 Menschen in Schweden an Covid-19 gestorben

In Schweden ist die Zahl der Covid-19-bedingten Todesfälle auf mehr als 7000 gestiegen. Wie die Gesundheitsbehörden am Donnerstag mitteilten, wurden seit Mittwoch 34 neue Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl lag nunmehr bei 7007.

Seit Ausbruch der Pandemie wurden in dem Zehn-Millionen-Einwohner-Land mehr als 270'000 Infektionen registriert. Staatsepidemiologe Andres Tegnell erwartet, dass die Kurve in den nächsten Wochen abflachen werde. Im Vergleich zu seinen Nachbarländern bewegt sich Schweden aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Am Donnerstag lag die Infektionsrate bei 684 per 100'000 Einwohner in den letzten 14 Tagen. 13,3 Prozent der Tests waren positiv.

Aufgrund steigender Infektionszahlen, vor allem unter Jugendlichen, hat die schwedische Regierung nun beschlossen, dass die Schüler der Oberstufen von Montag an zu Hause unterrichtet werden sollen. Der Generaldirektor des schwedischen Gesundheitsamtes, Johan Carlson, sagte, Ziel sei es, Gedränge, zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln, zu vermeiden.

Schweden ist im Umgang mit der Pandemie einen anderen Weg gegangen als seine Nachbarländer. Die Gesundheitsbehörden haben sich auf Empfehlungen beschränkt. In den letzten Wochen hat sich jedoch gezeigt, dass das Land ebenso von einer zweiten Infektionswelle getroffen wurde. Die Zahl der Covid-19-bedingten Toten ist seit Ende Oktober wieder kräftig gestiegen. Von Mittwoch auf Donnerstag wurden knapp 6500 neue Fälle registriert.

In vielen Regionen des Landes gibt es inzwischen die Empfehlung, die Anzahl der Kontakte zu begrenzen und von zu Hause aus zu arbeiten. Doch weder Gesundheitsbehörden noch Regierung empfehlen ausdrücklich, einen Mundschutz zu tragen. Es sei wichtiger, Abstand zu halten, sagte Tegnell. Erst in dieser Woche wurde es erlaubt, dass die Kinder von infizierten Eltern zu Hause bleiben können, auch wenn sie keine Symptome haben.

Zahl der Anträge auf US-Arbeitslosenhilfe sinkt merklich

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA sinkt überraschend, bleibt aber inmitten der zweiten Corona-Welle auf hohem Niveau. Insgesamt stellten vorige Woche 712'000 Amerikaner einen solchen Antrag auf staatliche Stütze und damit 75'000 weniger als eine Woche zuvor, wie das Arbeitsministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang auf 775'000 gerechnet.

Mehr als 22 Millionen Jobs gingen wegen der Pandemie verloren: Hunderte Menschen stehen vor dem Kentucky Career Center, in der Hoffnung, für eine Stelle vermittelt zu werden. (18. Juni 2020)
Mehr als 22 Millionen Jobs gingen wegen der Pandemie verloren: Hunderte Menschen stehen vor dem Kentucky Career Center, in der Hoffnung, für eine Stelle vermittelt zu werden. (18. Juni 2020)
Foto: Bryan Woolston (Reuters)

Der schwächelnde Arbeitsmarkt ist eine der grössten Herausforderungen für den künftigen US-Präsidenten Joe Biden. Wegen der Corona-Pandemie gingen mehr als 22 Millionen Jobs verloren, von denen bislang nur etwa zwölf Millionen zurückgewonnen wurden. Angesichts der anhaltenden Misere am Arbeitsmarkt sieht Notenbankchef Jerome Powell akuten Handlungsbedarf des Staates – insbesondere auch, weil Programme zur Arbeitslosenversicherung zum Jahresende auslaufen. Besonders die unteren Einkommensschichten seien in dieser Lage gefährdet.

Grossbritannien erhält Impfstoff schon heute

Der Impfstoff des US-Pharmaunternehmens Pfizer und des deutschen Start-ups Biontech soll bereits am Donnerstag in Grossbritannien ankommen. Das verkündete der stellvertretende Chief Medical Officer, Jonathan Van-Tam, laut CNN in einem Interview mit dem Radiosender BBC Radio 5 Live.

Man erwarte, dass das Vakzin schon in Bälde in Grossbritannien ankomme, «und ich meine innerhalb von Stunden, nicht Tagen», sagte Van-Tam. Das britische Gesundheitsdepartement verkündete am Mittwoch, dass 800'000 Dosen des Pfizer-Vakzins ab nächster Woche zur Verfügung stehen würden. Da zwei Injektionen nötig sind, könnten damit vorerst 400'000 Personen geimpft werden.

Verkündete die baldige Ankunft des Corona-Vakzins: Der stellvertrende Chief Medical Officer von Grossbritannien, Jonathan Van-Tam.
Verkündete die baldige Ankunft des Corona-Vakzins: Der stellvertrende Chief Medical Officer von Grossbritannien, Jonathan Van-Tam.
Foto: John Sibley (Reuters)

Die britische Arzneimittelbehörde MHRA hatte am Mittwoch als erstes Land weltweit dem Impfstoff von Pfizer und Biontech die Zulassung erteilt. Es war zudem die erste Zulassung eines Corona-Impfstoffes durch ein westliches Land. Russland und China haben bereits im Sommer damit angefangen, Teile der Bevölkerung mit eigenen Vakzinen zu impfen.

Auch die Impfstoffe des Pharmariesen Moderna und Astrazeneca befinden sich in der britischen Pipeline. Sie werden derzeit von der Arzneimittelbehörde überprüft. Van-Tam sagte im Interview mit BBC Radio 5 Live, er sei «voller Hoffnung», dass der Impfstoff von Astrazeneca bis Weihnachten zur Verfügung stehe.

Grossbritannien hat sich bisher 355 Millionen Dosen Impfstoffe von sieben verschiedenen Herstellern gesichert, darunter insgesamt 40 Millionen Dosen von Pfizer/Biontech, 100 Millionen Dosen von Astrazeneca und 5 Millionen Dosen von Moderna.

Griechenland erweitert Friedhöfe

In der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki werden Friedhöfe erweitert, weil es keinen Platz mehr für die Corona-Toten gibt. Die Bilder erinnerten an Kriegszeiten, berichtete die griechische Boulevardzeitung «To Proto Thema» am Donnerstag und zeigte Fotos von Reihen frisch ausgehobener Gräber.

Auch in anderen Regionen des Landes seien Friedhöfe am Limit und würden erweitert, hiess es weiter. Es werde dabei darauf geachtet, dass die «Corona-Gräber» etwas abseits der bestehenden Grabstätten lägen, damit sich Besucher nicht infizierten.

Thessaloniki gehört zu den von Corona am stärksten betroffenen Städten und Regionen des Landes. Doch auch im Rest des Landes schnellten die Zahlen in den vergangenen Wochen in die Höhe und das Gesundheitssystem geriet an seine Grenzen. Am Mittwoch wurden laut griechischer Gesundheitsbehörde 2600 neue Infektionen binnen 24 Stunden registriert; im selben Zeitraum starben 89 Menschen an dem Virus.

Österreich setzt nach Lockdown auf Corona-Massentests vor Weihnachten

Nach der Slowakei will nun auch Österreich mit freiwilligen Corona-Massentests der Bevölkerung beginnen und damit die hohen Infektionszahlen in den Griff bekommen. Nach anfänglichen technischen Problemen bei der Online-Registrierung gebe es bisher fast 100'000 Anmeldungen. Ziel sei es, rechtzeitig vor Familientreffen zu Weihnachten möglichst viele unentdeckte Infizierte unter den rund 8,9 Millionen Einwohnern Österreichs zu finden.

Begonnen werde mit den mehrtägigen Tests am Freitag in der Hauptstadt Wien sowie in Tirol und Vorarlberg. Die restlichen Bundesländer folgen in den Tagen danach. «Jeder, der sich jetzt testen lässt, kann dazu beitragen, dass wir alle bald wieder zur Normalität zurückkehren können», sagte Innenminister Karl Nehammer. Die Tests sollen nach den Plänen der Regierung im Januar wiederholt werden.

Armeeangehörige und freiwillige Helfer bereiten sich in einem Testzentrum in Wien auf die Massentests vor. (3. Dezember 2020)
Armeeangehörige und freiwillige Helfer bereiten sich in einem Testzentrum in Wien auf die Massentests vor. (3. Dezember 2020)
Foto: Leonhard Foeger (Reuters)

Die Tests seien kostenlos und können ab einem Alter von sechs Jahren durchgeführt werden. Zum Einsatz kommen Antigen-Schnelltests mittels Nasen- oder Rachenabstrich. Das Ergebnis bekomme man in wenigen Minuten vor Ort. Bei einem positiven Testergebnis werde eine Gurgel-Probe genommen und ein PCR-Test veranlasst, da die Antigentests weniger zuverlässig seien und manchmal auch falsche positive Ergebnisse lieferten. Positiv Getestete müssen sofort in Heimquarantäne.

Österreich orientiert sich bei den Massentests am Nachbarland Slowakei, wo Ende Oktober ein Grossteil der 5,5 Millionen Einwohner getestet wurde. An den Tests gab es auch Kritik. Experten warnen davor, dass kurzfristige Rückgänge der Infektionszahlen nicht auf die Testungen zurückzuführen seien, sondern auf einen Teil-Lockdown im Oktober. Österreichs Kanzler Sebastian Kurz verteidigte die Massentests. «Das einfachste ist, das ganze Land zuzusperren, das löst aber auch den grössten volkswirtschaftlichen Schaden aus», sagte Kurz. Er stehe daher zu dem Projekt der Massentests.

Neuinfektionen in Israel nehmen zu

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus nimmt in Israel weiter zu und liegt auf dem höchsten Stand seit Wochen.

Wie das Gesundheitsministerium des Landes am Donnerstag mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 1523 neue Fälle registriert. Mehr Infektionen an einem Tag waren in dem Neun-Millionen-Einwohner-Land zuletzt am 15. Oktober mit 1612 vermeldet worden.

Nach den Zahlen des Ministeriums wurden am Mittwoch jedoch mit fast 69'000 auch sehr viele Tests gemacht. Von diesen fielen 2,2 Prozent positiv aus. Dies liegt in etwa auf dem Niveau der Vortage, allerdings auch etwas höher als in den Vorwochen.

So schränkt Rom das Reisen in Italien ein

Die italienische Regierung schränkt im Anti-Corona-Kampf die Bewegungsfreiheit über Weihnachten bis ins neue Jahr stark ein. Den Beschluss fasste das Kabinett von Ministerpräsident Giuseppe Conte in der Nacht zu Donnerstag. Mit den verschärften Reisesperren bis 6. Januar will Rom einen Wiederanstieg der Infektionszahlen verhindern. Die 60 Millionen Italiener sollen abgehalten werden, in grosser Zahl in den Weihnachtsurlaub aufzubrechen oder entfernte Verwandte zu besuchen.

Konkret beschloss das Kabinett, vom 21. Dezember an das Reisen zwischen den Regionen Italiens zu verbieten. Die Menschen dürfen dann auch nicht in ihre Ferienwohnungen an der Küste oder in den Bergen fahren. Die Sperre gilt bis 6. Januar. Ausnahmen sind für die Arbeit, aus gesundheitlichen Gründen und in anderen Notlagen möglich. Die Rückkehr an den Hauptwohnort bleibt erlaubt.

Über das Weihnachtsfest und Neujahr zieht Rom die Zügel noch fester an: Am 25. und 26. Dezember sowie am 1. Januar 2021 sollen die Menschen in ihren Städten und Gemeinden bleiben. Auch hier gibt es Ausnahmen für die Arbeit oder Notsituationen.

UN: Corona könnte massive Armut bringen

Die Langzeitfolgen der Corona-Pandemie könnten den Vereinten Nationen zufolge die Zahl der in extremer Armut lebenden Menschen bis 2030 auf mehr als eine Milliarde bringen.

Diese Entwicklung könne aber noch abgewendet werden, hiess es in einer am Donnerstag vom UN-Entwicklungsprogramm UNDP veröffentlichten Studie.

Das Papier skizziert drei mögliche Zukunfts-Szenarien: Im schlimmsten Fall würden bis 2030 mehr als 200 Millionen Menschen zusätzlich unter extremer Armut leiden – und damit weltweit mehr als eine Milliarde. Im «Basis-Szenario» wären es 44 Millionen Menschen.

Ein älterer Mann geht durch einen Slum in Palästina. (25. November 2020)
Ein älterer Mann geht durch einen Slum in Palästina. (25. November 2020)
Foto: Khalil Hamra (Keystone)

Es gebe aber auch ein positives Szenario, wonach bis 2030 über die derzeitigen Pläne hinaus zusätzlichen 146 Millionen Menschen aus der extremen Armut hinaus geholfen werden könne. Dafür müsse unter anderem in soziale Programme, Digitalisierung und den Kampf gegen den Klimawandel investiert werden, hiess es in dem Bericht. Die Pandemie sei ein «Wendepunkt», sagte UNDP-Chef Achim Steiner. «Die Entscheidungen, die die Verantwortlichen jetzt treffen, könnten die Welt in sehr unterschiedliche Richtungen tragen.»

Australien lässt trotz Impfstoff Grenzen dicht

Australien wird trotz Fortschritten bei der Impfstoffentwicklung die internationalen Grenzen weiter geschlossen halten. Die Einreise für nicht australische Staatsbürger und nicht ständige Einwohner zu ermöglichen, «davon sind wir noch einige Zeit entfernt», sagt Premierminister Scott Morrison in Canberra.

Biden warnt vor 250'000 weiteren Corona-Toten

Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat die Amerikaner vor dramatisch steigenden Todeszahlen in der Corona-Pandemie gewarnt und eindringlich zu Schutzmassnahmen aufgerufen. «Ich will niemandem Angst einjagen, aber verstehen Sie die Fakten: Wir werden bis Januar wahrscheinlich weitere 250'000 Menschen verlieren», sagte Biden am Mittwoch (Ortszeit) bei einer Online-Veranstaltung mit Mitarbeitern und Besitzern kleiner Unternehmen. «Verstehen Sie mich? Weil die Menschen nicht aufpassen.» Die Ausbreitung des Coronavirus müsse unbedingt eingedämmt werden.

Ruft eindringlich zu Schutzmassnahmen in der Pandemie auf: Joe Biden.
Ruft eindringlich zu Schutzmassnahmen in der Pandemie auf: Joe Biden.
REUTERS

Biden machte keine Angaben dazu, woher seine Einschätzung von 250 000 weiteren Toten stammt. Nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hat das Coronavirus seit Beginn der Pandemie mehr als 270'000 Menschen in den USA das Leben gekostet. Ein Modell von Forschern des Instituts IHME der Universität Washington im US-Bundesstaat Seattle rechnet im Fall gelockerter Schutzmassnahmen mit mehr als 502'000 Toten bis Ende Januar, im Fall schärferer Schutzmassnahmen mit mehr als 367'000. Dieses Modell wurde in der Vergangenheit auch mehrfach vom Weissen Haus angeführt.

Der Chef der Gesundheitsbehörde CDC, Robert Redfield, sagte bei einer Veranstaltung der US-Handelskammer am Mittwoch: «Unglücklicherweise glaube ich, dass wir vor Februar in der Nähe von 450'000 Virus-Toten sein könnten.» Das sei aber nicht ausgemacht, sondern hänge davon ab, inwiefern sich die Amerikaner an Schutzmassnahmen hielten. «Die Realität ist: Dezember und Januar und Februar werden hart sein. Ich glaube sogar, dass es die schwierigsten Zeiten in der öffentlichen Gesundheitsgeschichte dieser Nation sein werden.»

Deutschland verlängert Teil-Lockdown bis 10. Januar

Der Teil-Lockdown mit geschlossenen Restaurants, Museen, Theatern und Freizeiteinrichtungen wird bis zum 10. Januar verlängert. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihren Beratungen am Mittwoch beschlossen, wie die CDU-Politikerin im Anschluss mitteilte. «Im Grundsatz bleibt der Zustand, wie er jetzt ist», sagte Merkel.

Deutschland sei noch «sehr weit entfernt» von seinen Zielwerten in der Pandemie. Man habe eine sehr hohe Zahl von Todesopfern zu beklagen, sagte Merkel. Dies zeige, welche Verantwortung Bund und Länder hätten. Erreicht werden solle ein Wert von 50 Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, bekräftigte Merkel.

Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden 487 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet, wie das RKI am Mittwoch mitgeteilt hatte. Das ist der höchste Tageswert seit Beginn der Pandemie. Zudem stecken sich in Deutschland nach wie vor vergleichsweise viele Menschen mit dem Virus an. Es gab in den vergangenen Tagen zwar einen leichten Rückgang der Neuinfektionen, der erhoffte Effekt des Teil-Lockdowns blieb aber bislang aus.

Neuer Corona-Ausbruch bei Tönnies

Der deutsche Fleischgigant Tönnies muss einen neuen Virus-Ausbruch verkraften. Diesmal ist der Schlachthof Weissenfels im Bundesland Sachsen-Anhalt betroffen. Momentan sind 172 Mitarbeiter mit Covid-19 infiziert. Das Unternehmen wolle die Betroffenen nun in einer gesonderten Quarantäneeinrichtung unterbringen, schreiben deutsche Medien. Zudem soll es Ende der Woche erneute Tests geben.

Das Werk, indem 2200 Angestellte arbeiten, soll weiter geöffnet bleiben. (Lesen Sie dazu auch: Der Schnitzelkönig wird zum meistgehassten Mann Deutschlands).

Helferinnen bereiten in Weissenfels Corona-Tests vor.
Helferinnen bereiten in Weissenfels Corona-Tests vor.
Foto: Keystone
Wieder mehr Infektionen in Frankreich

Das Coronavirus breitet sich in Frankreich wieder schneller aus. Den Behörden zufolge infizierten sich in den vergangenen 24 Stunden rund 14'000 Personen mit dem Erreger. Am Dienstag waren es nur etwa 8000. Unterdessen stieg die Zahl der Toten um 313 auf 37'002.

Düstere Prognose von britischem Experten

Der britische Experte und Regierungsberater Jonathan Van-Tam hält es für möglich, dass das Coronavirus nie komplett ausgerottet wird. Möglicherweise könnte es zu einem jahreszeitlich wiederkehrenden Problem werden, sagt er.

Glaubt an die Standfestigkeit des Coronavirus: Experte und Regierungsberater Jonathan Van-Tam.
Glaubt an die Standfestigkeit des Coronavirus: Experte und Regierungsberater Jonathan Van-Tam.
Foto: Stefan Rousseau (AP/Keystone/16. November 2020)
Spanien verbietet zu Feiertagen Reisen zwischen Regionen

In Spanien werden die Corona-Einschränkungen für die Feiertage verschärft: Zwischen dem 23. Dezember und dem 6. Januar werden die 47 Millionen Bürger des Landes ihre jeweilige Wohnregion nur in Ausnahmefällen verlassen dürfen. Das beschlossen am Mittwoch die Zentralregierung und die 17 sogenannten Autonomen Gemeinschaften des Landes, wie Gesundheitsminister Salvador Illa nach der Videokonferenz am Abend in Madrid mitteilte.

Nach der Vereinbarung werden die Menschen in Spanien während der Abriegelungen allerdings die regionalen Grenzen für Treffen im engsten Familien- oder Freundeskreis überqueren dürfen. Daneben gelten die Ausnahmen, die bei Absperrungen gewöhnlich sind, etwa für die Fahrt zur Arbeit oder zum Arzt. Die maximal erlaubte Teilnehmerzahl wird am 24., 25. und 31. Dezember sowie am 1. Januar von sechs auf zehn erhöht, inklusive Kinder. Heiligabend und Silvester wird der Beginn der praktisch im ganzen Land geltenden nächtlichen Ausgangssperre auf 01.30 Uhr verschoben.

Streit um Pandemie-Hilfspaket in den USA

Der Präsident der amerikanischen Notenbank Fed, Jerome Powell, hat US-Parlamentarier zur Zustimmung für ein weiteres staatliches Hilfspaket im Kampf gegen die Folgen der Corona-Krise aufgerufen. Es gebe viele Bereiche der Wirtschaf,t die weitere Hilfe gebrauchen könnten, sagte Powell am Mittwoch bei einer Anhörung vor dem Finanzausschuss des US-Kongresses. Auch andere US-Notenbanker hatten immer wieder neue staatliche Hilfen angemahnt.

Verzwickte Situation in den USA: Notenbank-Chef Jerome Powell weist auf die Dringlichkeit des Hilfspakets hin.
House Financial Services Committee Oversight Hearing to Discuss the Federal Reserve and Tresuary’s Reponse to Coronavirus
Verzwickte Situation in den USA: Notenbank-Chef Jerome Powell weist auf die Dringlichkeit des Hilfspakets hin.
Foto: Greg Nash (Keystone/2. Dezember 2020)

Im Kongress ist am Mittwoch die Diskussion über zwei Entwürfe für ein weiteres Hilfspaket ohne erkennbaren Ansatz für eine Einigung geführt worden. Zwar erklärte ein Mitarbeiter des Weissen Hauses, Präsident Donald Trump würde einen Vorschlag der Republikaner im Senat mit einem Volumen von etwa 500 Milliarden Dollar unterzeichnen. Der Minderheitsführer dort, Chuck Schumer, erklärte jedoch, der Vorschlag sei ohne Beteiligung seiner Demokraten zustande gekommen und habe unter ihnen keine Mehrheit — sie kontrollieren das Repräsentantenhaus. Einen am Dienstag von Vertretern beider Parteien vorgelegten Entwurf mit einem Volumen von grob 900 Milliarden Dollar lehnt wiederum der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, ab.

US-Behörden raten von Reisen an Weihnachten ab

Angesichts weiter steigender Covid-19-Zahlen hat die US-Gesundheitsbehörde CDC nach dem Erntedankfest Thanksgiving auch von Reisen und Familienbesuchen rund um alle Feiertage im Dezember dringend abgeraten. «Der beste Weg, sich selbst und andere zu schützen, ist, Reisen zu verschieben und zu Hause zu bleiben», sagte Henry Walke von der CDC am Mittwoch bei einer telefonischen Pressekonferenz. «Wir müssen dieses exponentielle Wachstum stoppen und deswegen bitten wir die amerikanische Bevölkerung, Infektionen vorzubeugen und Reisen zu verschieben.»

Österreich macht Grenzen über Weihnachten praktisch dicht

Österreich verhängt für alle Einreisenden aus Corona-Risikogebieten vom 7. Dezember bis zum 10. Januar eine zehntägige Quarantänepflicht. Ziel sei es, den Tourismus weitgehend einzudämmen, teilte die Regierung am Mittwoch in Wien mit.

Österreich setze auf ein konsequentes Grenzregime, damit das Virus nicht durch Rückkehrer oder Touristen ins Land getragen werde, sagte Kanzler Sebastian Kurz am Mittwoch in Wien.

Der Schwellenwert seien mehr als 100 Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen. Das gelte praktisch für alle Nachbarstaaten und speziell auch für den Westbalkan, hiess es. Alle Gaststätten und Hotels müssen bis zum 7. Januar geschlossen bleiben. Es werde wirtschaftliche Entschädigungen geben, sagte Kurz. Die Lifte in den Skigebieten dürfen ab dem 24. Dezember öffnen – und können somit im Wesentlichen von Einheimischen genutzt werden.

Österreich setzt auf ein konsequentes Grenzregime, damit das Virus nicht durch Rückkehrer ins Land getragen wird. Kanzler Sebastian Kurz am Mittwoch in Wien.
Österreich setzt auf ein konsequentes Grenzregime, damit das Virus nicht durch Rückkehrer ins Land getragen wird. Kanzler Sebastian Kurz am Mittwoch in Wien.
Foto: Ronald Zak (Keystone)

Zugleich dürfen nach dem Ende des aktuellen Lockdowns am 6. Dezember die Geschäfte und die Museen wieder öffnen. Auch die Pflichtschulen werden wieder geöffnet. Ausgangsbeschränkungen bestehen dann noch zwischen 20 Uhr und 6 Uhr.

«Die sinkenden Zahlen sind ein Erfolg, aber kein Grund zur Entwarnung», sagte Kurz. Eine Überlastung des Gesundheitssystems sei bisher verhindert worden. Er rief die Bürger auf, sich an den bevorstehenden Massentests zu beteiligen. In Wien, Tirol und Vorarlberg können sich die Menschen ab Freitag testen lassen. Danach folgen weitere Bundesländer. Die Experten hoffen, dass sich mehrere Millionen Menschen beteiligen, um so die Infektionsketten zu unterbrechen.

In Österreich ist aufgrund des Lockdowns die Zahl der Neuinfektionen deutlich zurückgegangen. Allerdings ist der Abwärtstrend weniger stark als erhofft. Am Mittwoch wurden 3972 Neuinfektionen binnen eines Tages verzeichnet.

Neuinfektionszahlen trotz Lockdown weiter hoch

In Österreich flachen die Neuinfektionszahlen trotz des bereits zweiwöchigen harten Lockdowns nur langsam ab. Binnen 24 Stunden wurden 3972 neue Positiv-Tests registriert, geben das Innen- und Gesundheitsministerium bekannt. Das sind rund 650 mehr als am Vortag. 121 Menschen, die mit dem Virus infiziert waren, sind seit Dienstag gestorben. 4245 Personen befinden sich zur Behandlung im Krankenhaus, 674 davon auf Intensivstationen. Die konservativ-grüne Regierung will nach ihrer Kabinettssitzung am Mittag die Öffnungsschritte nach dem Lockdown mitteilen. Erwartet wird, dass der Handel und die Schulen wieder geöffnet werden. Andere Massnahmen dürften vorerst bestehen bleiben.

WHO empfiehlt Masken jetzt auch zu Hause

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Empfehlungen zum Maskentragen als Schutz vor Coronavirus-Infektionen ausgeweitet. Neu empfiehlt sie, dass Menschen auch in der eigenen Wohnung bei Besuch von Aussenstehenden Masken tragen sollen, wenn die Lüftung dort nicht gut ist oder nicht richtig beurteilt werden kann. Das gelte «unabhängig davon, ob ein Abstand von mindestens einem Meter eingehalten werden kann», heisst es in den am Mittwoch aktualisierten Empfehlungen.

Höchstwert bei Corona-Todesfällen in Deutschland

Die Zahl der neuen Corona-Todesfälle hat in Deutschland einen Höchststand erreicht. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden 487 Fälle, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht.

Der bisherige Höchstwert seit Beginn der Pandemie war am Freitag (426) erreicht worden. Dabei geht es um Menschen, die an oder unter Beteiligung einer Sars-CoV-2-Infektion sterben.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen im Oktober erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 in Deutschland gestorben sind, stieg am Mittwoch auf 17 123.

sda/reuters/red

2745 Kommentare
    Rüdiger Meier

    Die "Zielwerte" sind reine Willkür. Das Virus hält sich nicht daran.