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Aufstieg, Erfolge und tiefer FallDas waren die Meilensteine in Ospels Karriere

Marcel Ospel hat den Schweizer Bankenplatz geprägt wie kaum ein zweiter. Das waren die wichtigsten Stationen seines Wirkens.

Marcel Ospel, damaliger VR-Präsident bei der ausserordentlichen Generalversammlung der UBS in der Basler St.-Jakobs-Halle am Mittwoch, 27. Februar 2008: Der Top-Banker ist in der Nacht auf den 26. April 2020 verstorben.
Marcel Ospel, damaliger VR-Präsident bei der ausserordentlichen Generalversammlung der UBS in der Basler St.-Jakobs-Halle am Mittwoch, 27. Februar 2008: Der Top-Banker ist in der Nacht auf den 26. April 2020 verstorben.
Foto: Eddy Risch (Keystone)
Die Karriere des in einfachen Verhältnissen geborenen Baslers begann in den 90er-Jahren beim Schweizerischen Bankverein (SBV).
Die Karriere des in einfachen Verhältnissen geborenen Baslers begann in den 90er-Jahren beim Schweizerischen Bankverein (SBV).
Foto: Toini Lindroos (Getty Images)
Denn unter seine Führung muss die UBS 2007 und 2008 Verluste in Milliardenhöhe hinnehmen. Die Finanzkrise trifft die Bank hart. Am Ende verzichtet Ospel im Frühjahr 2008 auf seine Wiederwahl als Verwaltungsratspräsident.
Denn unter seine Führung muss die UBS 2007 und 2008 Verluste in Milliardenhöhe hinnehmen. Die Finanzkrise trifft die Bank hart. Am Ende verzichtet Ospel im Frühjahr 2008 auf seine Wiederwahl als Verwaltungsratspräsident.
Foto: Getty Images
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In der Nacht auf Sonntag ist mit Marcel Ospel einer der bekanntesten Manager der jüngeren Schweizer Wirtschaftsgeschichte gestorben. Seine Karriere ist genauso beeindruckend wie umstritten. Der Basler wurde 70 Jahre alt. Seine Höhepunkte und Niederlagen im Überblick.

1977: Beim Bankverein fängt alles an

Im Alter von 17 Jahren tritt Marcel Ospel seine erste richtige Stelle an: Er wird Angestellter des Schweizerischen Bankvereins, der 1998 mit der Schweizerischen Bankgesellschaft zur UBS fusioniert. Ospel hat den Zusammenschluss der Geldhäuser massgeblich vorangetrieben.

1992: Beförderung um Beförderung

Im Alter von 42 Jahren steigt Marcel Ospel zum Generaldirektor des Bankvereins auf. Nach vier Jahren in diesem Amt ernennt ihn der Verwaltungsrat zum Konzernchef. Aber seine erfolgreichste Zeit ist erst gerade angebrochen.

1998: Vordenker der UBS

Marcel Ospel gleist die Fusion seines Bankvereins mit der Bankgesellschaft auf. Schon im Februar 1998 ist der Zusammenschluss zu einem der heute grössten Vermögensverwalter der Welt vollzogen. Ospel amtete als CEO der neu gegründeten Firma, Mathis Cabiallavetta wurde Präsident des Verwaltungsrats. Dieser musste aber nach nicht einmal einem Jahr wegen Verlusten im dreistelligen Millionenbereich seinen Hut nehmen.

1999: Ein erster Dämpfer

Kaum hat die junge UBS ihr Geschäft aufgenommen, denkt Ospel bereits an den nächsten Wachstumsschub des Unternehmens: Er liebäugelt damit, die amerikanische Investmentbank Merrill Lynch und die UBS zu vereinen und damit eines der mächtigsten Geldhäuser überhaupt ins Leben zu rufen. Aber die Verhandlungen führen zu keinem Ergebnis.

2001: Der Konkurs der Swissair ist sein Imageschaden

Was seine Karriere betrifft, so geht der Steigflug für den 51-jährigen Marcel Ospel noch weiter: Er wird zum Verwaltungsratspräsident der UBS gewählt. In der Öffentlichkeit allerdings nimmt sein Image wegen des «Groundings» der Swissair ernsthaften Schaden. Angeblich hätte seine Bank die Fluggesellschaft vor der Pleite bewahren können. Gerüchten zufolge soll der Bankchef zum entscheidenden Zeitpunkt nicht erreichbar gewesen sein.

2002: Die Bank macht ihren einstigen Lehrling zum Millionär

Als Verwaltungsratspräsident verdient Marcel Ospel im Jahr 2002 mehr als zwölf Millionen Franken. In den nächsten fünf Jahren wird sich sein Gehalt mehr als verdoppeln: Ospel wird 2007 mit schätzungsweise 26,6 Millionen für seine Dienste an der Bank entlöhnt.

2007: Der tiefe Fall setzt ein

«Ich bin Teil der Lösung»: Marcel Ospel in einem Fernsehinterview am 10. Dezember 2007.
Video: Tamedia

Im August 2007 teilt die Grossbank einen Rekordgewinn von 5,6 Milliarden Franken allein für das zweite Quartal mit. Dies, nachdem bereits das erste Jahresviertel mit einem Gewinn von 3,2 Milliarden zu Buche geschlagen hatte. Der Ausblick auf die zweite Jahreshälfte lässt aber bereits vermuten, dass es nicht im gleichen Stil weitergehen wird. Und so ist es dann auch. Für das vierte Kapital weist die UBS Abschreibungen in der Höhe von 12,5 Milliarden aus. Der Jahresverlust für 2007 beträgt total 4,4 Milliarden.

2008: Nach fast drei Jahrzehnten muss er gehen

Die internationale Finanzkrise überrollt die Weltwirtschaft und zieht auch die Schweizer Grossbanken arg in Mitleidenschaft. Schon im ersten Quartal 2008 verliert die UBS zwölf Milliarden. Das kostet Ospel seinen Posten: Er tritt an der Generalversammlung des 23. Aprils 2008 als VR-Präsident zurück. Insgesamt verliert die UBS während der Krise etwas über 80 Milliarden. Sie ist deshalb auf staatliche Unterstützung angewiesen.

1 Kommentar
    Gian Porzarama

    Marcel Ospel war der Retter der damals zum Konkurs kandidierten Schweizerische

    Bankgesellschaft. Auf Grund strategischer Ueberlegungen wurde diese Rettung

    zu einer Fusion genannt. In der Tat war diese Operation eine reine Rettung des

    Schweizerischen Bankvereins zugusten der Schweizerischen Bankgesellschaft,

    unter der neuen Zeichen: drei Schlüssel vom SBV und UBS.