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Finanzielle SchieflageDem FC Basel könnte Ende Juni das Geld ausgehen

Präsident Bernhard Burgener schlägt Alarm. Ohne Zuschauer geht dem FCB bald das Geld aus. Geisterspiele sind für ihn keine Option.

Bernhard Burgener im Interview
FCB-Präsident Burgener erklärt, wie stark Corona den Club trifft.
Video: SRF

Lange hat er geschwiegen. Aber jetzt hat Bernhard Burgener mit SRF gesprochen. Und was der Präsident und Mehrheitsaktionär des FC Basel zur Lage des Clubs in Zeiten des Coronavirus zu sagen hat, birgt Sprengstoff. «Wir sind bei den liquiden Mittel gut bis und mit Juni.

Was positiv formuliert ist, bedeutet im Umkehrschluss: Bereits Ende Juni könnten dem FCB die flüssigen Mittel ausgehen. Hätte sich der Club nicht letzte Woche mit seinen Spielern über eine Lohnreduktion geeinigt, wären die Kassen wohl schon im Mai leer gewesen.

Danach müssen die Basler darauf hoffen, dass andere Clubs noch Geld auf dem Konto haben. Denn ab dann ist der FCB darauf angewiesen, dass ausstehende Zahlungen für bereits wegtransferierte Spieler einbezahlt werden. Fliesst das Geld auf die Basler Konten, reichen die Mittel aber auch nur bis Oktober.

Allerspätestens dann sind die Basler darauf angewiesen, dass wieder Fussballspiele mit Zuschauern stattfinden können. Sonst geht dem Club das Geld aus.

Auf der Suche nach Investoren

Eine Fortsetzung der Liga mit Spielen vor leeren Rängen ist für Burgener keine Option: «Wir leben nicht von den Mediengeldern, das sind bloss sieben bis zehn Prozent unserer Einnahmen.» Bei Geisterspielen aber bliebe der FCB auf allen Kosten sitzen – bei praktisch keinen Einnahmen: «Wir müssten davon ausgehen, dass wir pro Spiel ohne Zuschauer 300’000 Franken minus machen würden.»

Spiele mit Zuschauern im Herbst scheinen allerdings in der aktuellen Lage Wunschdenken zu sein. Und so ist Burgener derzeit auf der Suche nach Investoren, die Geld in seinen FCB einschiessen wollen.

Auch wenn es momentan schwierig um seinen Club steht, den FC Basel will Präsident Bernhard Burgener nicht verkaufen.
Auch wenn es momentan schwierig um seinen Club steht, den FC Basel will Präsident Bernhard Burgener nicht verkaufen.
Foto: Georgios Kefalas/Keystone

Auch ausländische Geldgeber könnten eine Option sein. Auch wenn Burgener erklärt, die Aktienmehrheit des FCB müsse in Basler Händen bleiben.

Eines aber schliesst Bernhard Burgener derzeit kategorisch aus: einen Verkauf des FCB. «Ich bin nicht der Kapitän, der der in der grössten Not davonläuft», sagt er. Und fügt zwei Sätze an, die seinen Ruf als Mann der Zahlen unterstreichen: «Wenn man etwas verkaufen wollte, wäre das sicher der dümmste Moment. Da würde ich mir ja selbst ins Knie schiessen.»

49 Kommentare
    michael thomas

    Sollten alle Stricke reissen, werden die Profis von der RAV üppig unterstützt. Davon können die zu erwartenden zusätzlichen 500000 Arbeitslosen, Bankrotten und Ruinierten in Zukunft nur träumen. Die werden schikaniert, sanktioniert und gedemütigt, um denen zu zeigen, dass ihre Zukunft bei Gassenküchen und in Obdachlosenlager ist.