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BSV-Sportchef hört aufDer Beruf geht vor

David Staudenmann tritt per Ende Oktober als Sportchef des BSV Bern zurück. Führungslos wird der Verein im sportlichen Bereich dadurch jedoch nicht.

David Staudenmann kann die sportliche Verantwortung beim BSV nicht länger tragen.
David Staudenmann kann die sportliche Verantwortung beim BSV nicht länger tragen.
Foto: Iris Andermatt

Sein sportliches Herz gehört dem BSV Bern. David Staudenmann stieg aus dem Nachwuchs zur Stammkraft am rechten Flügel und zum Nationalspieler auf. Nach dem Karrierenende als Spieler wechselte er auf die Position des Assistenztrainers, und im Frühsommer stieg er zusätzlich in die Führungsetage des Vereins auf. Der 37-Jährige übernahm von Daniel Weber den Posten des Sportchefs. Aber nicht für lange. Ende Oktober ist bereits wieder Schluss.

Dies aus beruflichen Gründen. Staudenmann ist CEO einer Kommunikationsagentur, die vor allem im Gesundheitswesen tätig ist. Die Corona-Pandemie hat auch in diesem Unternehmen zu Turbulenzen geführt. Viele Kunden haben ihre Projekte auf Eis gelegt oder hinausgeschoben. «Um die Firma auf Kurs zu halten, muss ich dort viel investieren», sagt Staudenmann. Er ist zudem auch Familienvater.

«Alles zusammen geht nicht mehr», sagt er, zumal der Aufgabenbereich des Sportchefs beim BSV Bern derzeit sehr breit definiert ist. Administrative Arbeiten gehören dazu, aber auch die Koordination mit der medizinischen Abteilung. Selbst wenn diese Dinge wegfallen würden, könnte Staudenmann die Position nicht so ausfüllen, wie er sich das vorstellt. «Ich will überall Arbeit von hoher Qualität leisten, und das geht derzeit nicht», sagt er. «Ich musste schweren Herzens entscheiden, dass ich mich voll meiner Firma widmen muss.»

Breit aufgestellt

Erleichtert wurde ihm der Schritt dadurch, dass die Verantwortung bei den Bernern nicht nur auf einer Schulter ruht. Seit einigen Jahren ist der Sportchef als operativer Leiter Teil einer aktuell fünfköpfigen Sportkommission. Dieser gehören zudem Lukas Magnaguagno, Benjamin Echaud, Matthias Reverdin (Nachwuchs) und als Präsident Martin Bürki an, der als Aktiver beim TV Länggasse im Tor stand.

Staudenmann wird vorerst in dieser Kommission bleiben; auch wird er weiter als Assistenztrainer Aleksandar Stevic zur Seite stehen. Und er kann sich auch vorstellen, ab dem nächsten Sommer dem Stab des neuen Coachs Martin Rubin anzugehören.

«Bis Ende Jahr wollen wir klären, wie wir uns in der sportlichen Leitung neu aufstellen», sagt Bürki, Verschiedene Modelle seien denkbar. Er tendiert jedoch dazu, wieder einen Sportchef zu ernennen. «Die Spieler und auch Aussenstehende brauchen eine Person, an die sie sich wenden können», sagt er. In der Zwischenzeit werde man die anstehenden Aufgaben unter den Mitgliedern der Sportkommission verteilen. Einiges sei schon aufgegleist, viele Gespräche bereits geführt worden mit Spielern, deren Verträge auslaufen.