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EHC Biel im Pre-PlayoffDer Bremser zur Unzeit

Im Qualifikationsendspurt reihte der EHC Biel Sieg an Sieg – dann schlug das Coronavirus zu. Nun steht die Mannschaft von Lars Leuenberger gegen Rapperswil-Jona unter Druck.

Findet Biel (links Mike Künzle) nach der Enttäuschung in Zug den Tritt wieder?
Findet Biel (links Mike Künzle) nach der Enttäuschung in Zug den Tritt wieder?
Foto: Patrick Straub (Freshfocus)

Alles ausser gewöhnlich. Etwa so lassen sich die letzten Wochen des EHC Biel treffend zusammenfassen. Am 26. März wurden die Bieler wegen zweier Corona-Fälle vom Kantonsarztamt in die Quarantäne gesetzt. Just in dem Moment, als sie gerade Fahrt aufgenommen, sechs der letzten sieben Spiele gewonnen hatten.

Kaum aus der Zwangspause entlassen, sorgte die Mannschaft von Lars Leuenberger wieder für Furore: Innert 112 Sekunden drehte Biel in Genf einen 0:1-Rückstand in ein 5:1. Die direkte Playoff-Qualifikation schien nun zum Greifen nah, ein Sieg in Zug hätte dem EHCB dafür gereicht. Doch nach der 1:3-Niederlage vom Ostermontag müssen die Bieler nun den Umweg über das Pre-Playoff nehmen.

Biel ist Favorit – aber es hat gewichtige Absenzen

Das Auf und Ab der letzten Wochen ist gewissermassen sinnbildlich für den Saisonverlauf der Bieler. Unter dem neuen Trainer kamen sie zunächst nicht auf Touren, hatten nach zehn Spielen lediglich neun Punkte auf dem Konto. Es brauchte eine Weile, bis sich das Team an Leuenberger – er übernahm für den an Krebs erkrankten Antti Törmänen – gewöhnt hatte.

Letztlich erzielte Biel aber 78 Punkte. Gleich viele wie vor Jahresfrist und nur einen Zähler weniger als 2018/19, als es sich jeweils souverän für das Playoff qualifizierte – obwohl es wegen der letzten Quarantäne zwei Spiele weniger absolvierte.

Doch damit können sich die Bieler nichts kaufen. Im Gegenteil: Nun beginnt eine äusserst delikate Phase. In der Best-of-3-Serie gegen Rapperswil-Jona ist der EHCB Favorit. Und weil nach wie vor unklar ist, wer das Team nächste Saison coachen wird, geht es auch für Leuenberger darum, Argumente für eine allfällige Weiterbeschäftigung zu sammeln.

Doch fehlen ihm vor dem Auftakt am Mittwoch gerade in der Offensive wichtige Spieler. Marc-Antoine Pouliot, der den Club Ende Saison verlassen wird, befindet sich nach einem Coronafall im privaten Umfeld vorsorglich in Quarantäne, Luca Hischier wird diese erst am Mittwoch verlassen können. Und für den zuletzt an den Schulter verletzten Jason Fuchs kommt das Auftaktspiel am Mittwoch wohl zu früh.