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Samstagsverkauf in ThunDer grosse Run blieb aus

Nach der Absage des Sonntagsverkaufes hielt sich der Ansturm auf die Thuner Innenstadtgeschäfte am Samstag in Grenzen. Die Ladenbesitzer sind dennoch guter Dinge.

Auf dem Weihnachtsmarkt in Thun herrschte am Samstag kein Gedränge.
Auf dem Weihnachtsmarkt in Thun herrschte am Samstag kein Gedränge.
Stefan Kammermann

«Jetzt dürfen sechs Personen eintreten». Die Dame am Eingang begrüsst die Wartenden freundlich und steckt Frauen, Männern und Kindern eine Wäscheklammer aus Holz an Regenjacke und Mantel. Die nicht all zu grosse Anstehschlange vor der Ladentüre im Thuner Bälliz wird etwas kleiner.

Dann kann es am Samstag losgehen: die Suche nach dem schönsten Götti- oder Gotte-Geschenk im Spielwarengeschäft Franz Carl Weber. «Gemäss Corona-Regeln dürfen sich maximal 20 Leute im Geschäft aufhalten», erklärt Verkäuferin Michelle Mezene die Eingangskontrolle mit Wäscheklammern.

Länge der Schlange hält sich in Grenzen

Trotz dem vom Bundesrat am vergangenen Freitag kurzfristig verfügten Verbot von Sonntagsverkäufen geht es am Samstag in der Thuner Innenstadt keineswegs hektisch zu und her. «Wir stellen eine sehr gute Stimmung fest», sagt die Spielwarenverkäuferin. Die Warteschlange am Eingang jedenfalls hält sich in Grenzen.

«Es hat mehr Menschen im Bälliz als an einem vergleichbaren Samstag vor Weihnachten.»

Manfred Lang, Leiter Warenhaus Loeb AG

Auch wer im Bälliz auf und ab flaniert, muss sich nicht, wie sonst an einem Sonntagsverkauf, durch Menschenmassen drängen. Es herrscht Platz. Aber eben, es ist Samstag und erst noch regnerisch. Also nicht unbedingt Flanierwetter.

Die Läden wurden nicht überrannt.
Die Läden wurden nicht überrannt.
Stefan Kammermann

«Mehr Menschen»

Und doch: «Ich glaube, es hat mehr Menschen im Bälliz als an einem vergleichbaren Samstag vor Weihnachten», sagt Manfred Lang, Leiter des Warenhauses Loeb AG, und fügt an. «Gerade überrannt werden wir nicht, obwohl der Sonntagsverkauf nicht stattfindet.» Er findet es schade, dass er die Ladentüre am Sonntag geschlossen halten muss. «Die Leute konnten am Sonntag jeweils ohne Hektik einkaufen, es war ein Event», so der Warenhausleiter. Er glaubt nicht, dass diese Massnahme bezüglich Eindämmung des Virus etwas bringen wird, weil die Leute ja so oder so einkaufen, aber jetzt eben dazu die Sonntage nicht zur Verfügung haben.

«Die Leute gönnen sich etwas»

Manfred Lang hat indes am Samstag eine gute Konsumentenstimmung festgestellt. «Die Leute gönnen sich etwas, und sie respektieren auch die Regeln», betont er. Mit dem Geschäftsgang jedenfalls zeigt sich Lang zufrieden: «Wir liegen etwa gleichauf wie im Vorjahr.»

Im Bälliz war reichlich Platz vorhanden, um zu flanieren.
Im Bälliz war reichlich Platz vorhanden, um zu flanieren.
Stefan Kammermann

Kein Gedränge

«Glücklich, dass wir überhaupt verkaufen dürfen», zeigt sich derweil Lotti Gerber, Mitorganisatorin des Thuner Weihnachtsmarktes auf dem Waisenhausplatz. Auch dort herrscht am Samstag kein Gedränge. Die vom Bund vorgegebenen Abstandsregeln sind locker eingehalten. «Es läuft wie immer an einem solchen Samstag», stellt Lotti Gerber fest, ausser dass natürlich kein Glühwein oder Chäsbrätel gereicht wird. Dass der Sonntagsverkauf ausfällt, nimmt sie gelassen: «Es hätte schlimmer kommen können.» Von leicht höheren Frequenzen spricht dagegen Bernhard Schaufelberger vom gleichnamigen Warenhaus. «Es ist schwierig abzuschätzen, ob dies mit dem Ausfall des Sonntagsverkaufs zusammenhängt», meint er.

«Es hätte schlimmer kommen können.»

Lotti Gerber, Mitorganisatorin Thuner Weihnachtsmarkt

Trotz Corona stellt auch Bernhard Schaufelberger eine angenehme Einkaufsstimmung fest. «Die Leute sind entspannt und kaufen bewusst ein», betont er. Zudem würden die Kunden wieder vermehrt den persönlichen Kontakt und das hiesige Schaffen schätzen. Den kommenden Tagen vor Weihnachten blickt der Händler jedenfalls positiv entgegen. Auch ohne Sonntagsverkäufe.

Bis 19 Uhr offen

«Wir haben einen guten Samstag erlebt», zieht Alain Marti, Präsident der Innenstadtgenossenschaft Thun (IGT), am Abend Bilanz. Es seien zahlreiche Leute unterwegs gewesen und die Parkhäuser stark besetzt. Wie er weiter ausführt, werden die Geschäfte in der Innenstadt teilweise und im Rahmen ihrer Möglichkeiten ab sofort als Ausgleich für die entgangenen Sonntagsverkäufe flexibel unter der Woche täglich bis 19 Uhr offen stehen. Damit sollen Kundinnen und Kunden die Möglichkeit erhalten, nach Feierabend etwas länger einzukaufen. Zudem hat die IGT auf ihrer Internetseite unter www.thuncity.ch ein Shop-Verzeichnis aufgeschaltet mit der Möglichkeit, auch online einzukaufen.