Der Millionen-Fussballer als Klima-Warner

«Wir töten Wälder, weil wir mehr Geld wollen», sagt Arsenals Hector Bellerin. Er hat sich auch schon anderweitig exponiert – was nicht immer gut ankommt.

Hector Bellerin, 24, hat sich auch schon zu Homophobie und Veganismus geäussert.

Hector Bellerin, 24, hat sich auch schon zu Homophobie und Veganismus geäussert.

(Bild: Getty Images)

Da ist er wieder, der Fussballer, der sich in gesellschaftspolitischen Themen gerne mal verlauten lässt. Sein Name: Hector Bellerin. Sein Status: Starker Rechtsverteidiger bei Arsenal (angeblich einer der schnellsten der Welt), spanischer Nationalspieler – und eben Weckrufer. Im Gespräch mit der britischen BBC sagte er diese Woche, es sei zwar schön zu zeigen, was man hat – Autos, Uhren, usw. – aber es sei auch wichtig, Botschaften an die Jungen zu senden, die bedeutungsvoller sind.

Und diese Botschaft lautet: «Wir töten Wälder, weil wir mehr Geld wollen (...) aber wenn es keine Erde mehr gibt, dann können wir auch kein Geld mehr ausgeben.» Die Gesellschaft sollte besorgt sein, so Bellerin. Den beiden jungen Moderatoren scheint das Engagement des Millionen-Mannes zu gefallen. «Fascinating», entspringt es dem einen spontan.

Weniger Gefallen an den Aussagen Bellerins, dessen Marktwert derzeit auf 40 Millionen Euro geschätzt wird, finden gewisse Twitter-User. «Was mich anpisst ist, wenn richtig reiche Menschen anderen sagen, sie sollen nicht gierig sein», so ein Kommentar. Ein anderer bringt beim Thema Gier Bellerins angebliches Gehalt von 150'000 Pfund pro Woche ins Spiel. Insgesamt aber scheint die überwiegende Mehrheit gegenüber dem 24-Jährigen positiv gestimmt. «Bellerin for president», heisst es da zum Beispiel auch.

Er weigert sich, den Mund zu halten

Und Bellerin ist eben nicht einfach nur ein guter Fussballer. Der Spanier weigert sich, zu anderen Themen den Mund zu halten. «Es fühlt sich an, als ob der Fussball eine Industrie ist, wo man einfach still sein soll und zu spielen hat», liess er letztes Jahr in einem Medienbeitrag verlauten.

Der erst 24-Jährige spricht über die Plastik-Plage, Veganismus (er selber ernährt sich vegan), um Homophobie, um nur einige Themen zu nennen. Dass das nicht immer nur gut ankommt, muss er immer wieder in Reaktionen auf Social Media erfahren. Vorübergehend hatte er auch mal seinen Twitter-Account auf Eis gelegt.

Für sein Engagement ausserhalb des Fussballs bleibt dem Spanier und Team-Kollegen von Granit Xhaka übrigens noch etwas mehr Zeit übrig, als ihm lieb sein dürfte. Den Start in die Premier-League-Saison wird er laut den letzten Medienberichten verpassen. Er hatte sich im Januar im Spiel gegen Erzrivale Chelsea schwer verletzt.

cpm

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