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Skicross-Trainer Mike SchmidDer Olympiasieger traut den Bernern viel zu

Der Frutiger Mike Schmid wurde 2010 der erste Skicross-Olympiasieger. Vor der Saison spricht er über Berner Cracks wie Ryan Regez und Sanna Lüdi.

Am 21. Februar 2010 wurde Mike Schmid in Vancouver der erste Skicross-Olympiasieger.
Am 21. Februar 2010 wurde Mike Schmid in Vancouver der erste Skicross-Olympiasieger.
Foto: Keystone

Seit drei Jahren gehört Mike Schmid zum Trainerteam der Skicrosser. Chefcoach Ralph Pfäffli holte ihn zurück, nachdem Schmid seine Karriere nach mehreren schweren Knieverletzungen beendet und wieder als Strassenbauer gearbeitet hatte. Vor dem Saisonstart am Dienstag in Arosa spricht der 36-jährige Frutiger über die Erwartungen an die Berner Athleten.

Ryan Regez, 27, Wengen

Ryan Regez posiert gern mal anders, auf Instagram hat er auch Nacktbilder.
Ryan Regez posiert gern mal anders, auf Instagram hat er auch Nacktbilder.
Foto: Instagram

«Egal, auf welchem Kurs er fährt, Ryan gehört überall zu den Favoriten. Er will sich immer weiter entwickeln und verbessern. Nach dem 2. Platz im Gesamtweltcup im Vorjahr bleibt damit nur noch eine bessere Position übrig. Dafür darf man sich jedoch nicht manchen Aussetzer erlauben. Vor drei, vier Jahren war Ryan sehr lang noch deutlich fehleranfälliger, mittlerweile ist er zu einem äusserst kompletten Fahrer gereift. In den Trainings in Laax präsentierte er sich zuletzt in sehr guter Form. Er profitiert davon, dass er teamintern starke Konkurrenz hat und gepusht wird. Klar, eine gute Saison zu bestätigen, ist nie einfach. Doch wir Trainer erwarten viel von Ryan, und persönlich bin ich sehr zuversichtlich, dass er einen guten Winter erleben wird.»

Sanna Lüdi, 34, Leimiswil

Ihre Verletzungsliste ist sehr lang, aber Sanna Lüdi ist ein «Sisu» – der finnische Begriff bedeutet eine «unnachgiebige Kämpferin».
Ihre Verletzungsliste ist sehr lang, aber Sanna Lüdi ist ein «Sisu» – der finnische Begriff bedeutet eine «unnachgiebige Kämpferin».
Foto: Instagram

«Ich war zuletzt mit ihr in Les Diablerets. Wir haben Sprünge geübt, damit sie das Gefühl in der Luft wieder kriegt. Die Schulterverletzungen im Sommer und jetzt lassen aber eine Prognose nicht zu. Es ist sehr schwierig, abzuschätzen, wann sie wieder an ihre Topleistungen anknüpfen kann. Ob sie in Arosa startet, ist offen. Vielleicht wäre diese Strecke aber nicht schlecht. Die Piste ist kurz und beinhaltet keine hohen Sprünge. Eines jedenfalls ist klar: Sanna ist noch immer sehr motiviert. Ich traue ihr wirklich sehr viel zu, wenn sie gesund bleibt. Denn nach jeder ihrer vielen Verletzungen ist sie stark zurückgekommen.»

Gil Martin, 21, Därstetten

Vergangenen Winter feierte Gil Martin den ersten Europacupsieg und den 3. Gesamtrang.
Vergangenen Winter feierte Gil Martin den ersten Europacupsieg und den 3. Gesamtrang.
Foto: Instagram

«Leider hat Gil in Laax im letzten Training bei einem Sturz eine Hirnerschütterung erlitten und die Nase gebrochen. Er wird in Arosa fehlen. Aber er gilt als Versprechen für die Zukunft. Vor einem Jahr deutete er in Montafon mit seinem 16. Platz im Weltcup sein Potenzial an. In den technischen Bereichen ist er für sein Alter bereits sehr gut. Wir werden sehen, ob er noch vermehrt im Europacup fahren wird. Das bringt manchmal mehr, weil man eine Stufe tiefer mehr Läufe absolvieren kann als im Weltcup.»

Marie Krista, 18, Unterseen

Marie Karoline Krista wurde im Januar in Villars Jugend-Olympiasiegerin.
Marie Karoline Krista wurde im Januar in Villars Jugend-Olympiasiegerin.
Foto: Keystone

«Die Goldmedaille an den Olympischen Jugendspielen ist ein super Erfolg. Deswegen darf sie sich aber jetzt nicht unter Druck setzen, denn viele Skicrosser steigen später ein. In unserer Sportart zählt die Erfahrung sehr viel. Wir werden Marie deshalb bestimmt nicht im Weltcup verheizen. Im Vergleich zu anderen Nationen haben wir im Schweizer Team viel Geduld mit den Athleten. Und speziell Frauen haben wir im Team nicht zu viele. Wenn sie dranbleibt, sich pusht und den Spass nicht verliert, ist für sie vieles möglich.»

Luca Lubasch, 25, Meiringen

Luca (rechts) ist der älteste, der sportverrückten Lubasch-Brüder. Auf dem Bild sind noch Noah (l.) und Nicola (M.), Mischa fehlt.
Luca (rechts) ist der älteste, der sportverrückten Lubasch-Brüder. Auf dem Bild sind noch Noah (l.) und Nicola (M.), Mischa fehlt.
Foto: Christian Pfander

«Luca hat athletisch und körperlich enorm Fortschritte gemacht. Er wird wohl noch mehrheitlich im Europacup zum Einsatz kommen. Aber man weiss nie, plötzlich geht bei ihm der Knopf auf oder wird im Weltcupteam ein Platz frei. Wir Trainer sehen in ihm auf jeden Fall gute Ansätze und trauen ihm zu, dass er sich im Team etablieren wird.»