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Freitodbegleitung mit ExitDie meisten litten an einem Krebsleiden

913 Personen sind letztes Jahr in der Schweiz mit Exit-Hilfe aus dem Leben geschieden. Zwei Diagnosen waren die häufigsten Beweggründe.

Die Option der Sterbehilfe ist ein starkes Bedürfnis in der Bevölkerung, bleibt aber selten.
Die Option der Sterbehilfe ist ein starkes Bedürfnis in der Bevölkerung, bleibt aber selten.
Foto: Alexander Koerner (Getty Images)

913 Menschen sind 2020 mit Hilfe von Exit in der Deutschschweiz und im Tessin aus dem Leben geschieden. Neu stiessen über 11'000 neue Mitglieder zu der als Verein organisierten Sterbehilfeorganisation. Damit hält das Mitgliederwachstum seit zwölf Jahren an.

Die Option der Freitodbegleitung bleibe ein starkes Bedürfnis in der Schweizer Bevölkerung, liess die Organisation Exit Deutsche Schweiz am Freitag verlauten. Sie zählte Ende 2020 gut 135'000 Mitglieder. 2021 kamen bis Mitte Februar rund 1700 Beitritte hinzu.

Exit erhielt im vergangenen Jahr rund 3600 Anfragen für eine Freitodbegleitung. Abklärungen wurden bei 1185 Mitgliedern vorgenommen, 33 weniger als 2019 und 22 mehr 2018. 913 Kranke gingen mit Hilfe von Exit in den Tod. Das waren 51 Personen oder sechs Prozent mehr als 2019.

Krebs und Alter

Die meisten Sterbenden litten an einem Krebsleiden. 333 Krebskranke liessen sich von Exit in den Tod begleiten. Das ist ein Anteil von 36 Prozent. Bei 227 Begleiteten lautete die Diagnose auf vielfältige Altersmorbidität. Sie machten einen Anteil von 25 Prozent aus.

85 Menschen wählten wegen chronischer Schmerzen den Freitod und 34 wegen Herzkrankheiten. Am meisten Patientinnen und Patienten (312) griffen im Kanton Zürich auf die Hilfe von Exit zurück, gefolgt von den Kantonen Bern (133), Aargau (86), St. Gallen (53), Basel-Land (44), Luzern (43) sowie Thurgau (37).

Die Menschen, die aus dem Leben schieden, waren im Durchschnitt 78,7 Jahre alt. Im Vorjahr hatte das Durchschnittsalter 78,2 Jahre betragen. Die Männer waren mit 77,4 Jahren gleich alt wie im Vorjahr. Bei Frauen stieg das durchschnittliche Freitodalter um sieben Monate auf 79,6 Jahre. Die Geschlechterverteilung blieb mit 59 Prozent Frauen und 41 Prozent Männern gleich.

Freitodbegleitung bleibt selten

Nach Exit-Angaben liegen die Zahlen im Trend der Vorjahre. Freitodbegleitungen bleiben damit selten. Insgesamt gehen in pandemiefreien Jahren jeweils 1,5 Prozent der rund 67'000 Todesfälle in der Schweiz auf begleiteten Freitod zurück.

Der Verein Exit wurde 1982 gegründet. Er berät Mitglieder und Nicht-Mitglieder. Mitglieder können nach einer Freitodbegleitung fragen. Diese findet nach Abklärungen, Arztbesuchen und der Feststellung der Urteilsfähigkeit zuhause bei den Sterbewilligen statt.

Dabei kommt das rezeptpflichtige Medikament Natrium-Pentobarbital zum Einsatz. Dieses ermöglicht ein würdevolles Sterben mit sanftem Einschlafen. Mit der Stiftung Palliacura fördert Exit auch Palliativpflege und Palliativmedizin für den letzten Lebensabschnitt.

SDA/oli

1 Kommentar
    elisabeth meier

    ....die meisten "Sterbenden"....

    Lieber Tagi, damit wollen Sie hoffentlich nicht sagen, dass die Betroffenen noch immer am Sterben sind!

    Vermutlich leiden immer mehr Ihrer auf genderkonforme Sprache bedachte Schreibende am Differentialgenus, resp. Substantivierung.